Der Mix macht’s!

Die Töne sitzen, die Präsenz ist da: Trying Empire mit Sängerin Lioba.
Die Töne sitzen, die Präsenz ist da: Trying Empire mit Sängerin Lioba.

„Trying Empire“: Nachwuchsband als Gesamtprodukt / Alles in Eigenregie

shz.de von
26. Juni 2014, 15:13 Uhr

Als Sängerin Lioba Suchomel auf dem Bandfestival Bargfeld-Stegen im Nieselregen den Song „Sundance“ anstimmte, schaute die Sonne tatsächlich einen kleinen Augenblick durch die grauen Wolken. Fast so, als hätte sie sich von den positiven Jazz-Funk-Pop-Klängen von Suchomels Band „Trying Empire“ motivieren lassen. Das Bargteheider Quintett steht seit Januar 2013 auf den Bühnen der Region.

Kennen gelernt hatte sich der Großteil der Musiker um die 20 einst bei der Friday’s Blues Big Band des Kopernikus Gymnasiums. Sängerin Lioba kannte Schlagzeuger Sören Lohmann von einem Workshop an der Hamburger School of Music. Dass die Musiker trotz ihrer relativ jungen Jahre schon einige Erfahrung mitbringen, ist auf der Bühne schnell zu bemerken. Die Töne sitzen, die Präsenz ist da – „Trying Empire“ ist eine Nachwuchsband, aber eine, die weiß, was sie macht.

Der Name steht übrigens dafür, dass man beabsichtigt, sein eigenes „Musik-Empire“ aufzubauen, erklärt Gitarrist Jan Heimann. Das „Trying“ hingegen erinnere daran, dass man alles selbst macht. „Angefangen beim Songsschreiben, übers Booking, bis hin zu den Aufnahmen und Umsetzung der CD entspringt alles unserer Feder“, so Heimann. Außerdem sei man immer bereit, neue Ideen auszuprobieren.

Auch wenn Lioba – deren Mutter übrigens auch Sängerin ist und die selbst den professionellen Weg einschlagen möchte – schon der charmante Bühnenmittelpunkt ist, sieht man sich als möglichst professionelles „Gesamtprodukt“.

Die Stimmung der meisten Songs ist positiv, tanzbar oder auch mal balladesk gefühlvoll. „Sundance“ ist so sonnig, wie der Titel vermuten lässt. Das Ziel der fünf Musiker ist es auch nicht, experimentell-innovative Musik mit kritisch, lyrisch verkomplizierten Texten zu schreiben. „Denn schließlich wollen wir Musik machen, die gerne gehört wird und die auch in der Lage ist, ein etwas breiteres Publikum anzusprechen“, erklärt Heimann. Heraus kommt dabei eine radiotaugliche Mischung, die manchmal an No Doubt erinnert oder von Gitarrenriffs und Beats auch schon mal an die Red Hot Chilli Peppers.

Liobas stimmliches Talent ist über jeden Zweifel erhaben. Das gilt auch für die souverän musizierende Gesamtband. Die Einstellung, dass nicht jeder sich unbedingt per Solo in den Vordergrund spielen muss, kommt hinzu und wirkt erstaunlich abgeklärt. Die Zuschauer bei den ersten Gigs zeigten sich begeistert und die erste CD – in Eigenproduktion erstellt – fand großen Anklang.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen