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Mensch des Jahres : Der Mann, der sich für die Schwachen einsetzt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kandidat 1: Friedhelm Meya aus Reinfeld.

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2014 | 18:15 Uhr

Ehrenamtliches Engagement ist für Friedhelm Meya, der im Januar seinen 80. Geburtstag feiert, schon immer eine Selbstverständlichkeit gewesen. „Mir geht es gut, warum soll ich nicht anderen Menschen helfen, die nicht so viel Glück hatten“, ist seine Devise, die er über Jahrzehnte hinweg in die Tat umgesetzt hat – sei es jeweils zehn Jahre lang als Elternbeiratsvorsitzender in der ehemaligen Joachim-Mähl-Schule oder als Vorsitzender des DRK Reinfeld. Immer hat er sich für die Schwachen eingesetzt, gern auch mal die Stimme erhoben, um deren Rechte durchzusetzen.

Seit Gründung im Jahre 1999 engagiert er sich bei der Reinfelder Tafel, seit 2008 ist er Vorsitzender und übt dieses Ehrenamt mit viel Einsatz und Durchsetzungsvermögen aus. Jeden Morgen fährt er mit seiner Frau Ursula zu den Reinfelder Supermärkten und sammelt die Lebensmittel für die Tafel ein. „Im Moment haben wir durch die Asylbewerber und Flüchtlinge besonders großen Bedarf“, sagt Meya. Durch seine direkte, unkomplizierte und sehr herzliche Art hat er sich ein großes Netzwerk aufgebaut und macht auf diese Weise manchmal das Unmögliche möglich. Im nächsten Jahr möchte er das Feld bei der Reinfelder Tafel jüngeren Ehrenamtler überlassen.

Doch die Hände in den Schoss legen kann und will der 79-Jährige garantiert nicht. Schließlich war er zehn Jahre lang als zweiter Vorsitzender im „Comité pour Olivet et Saint Pryvé“ aktiv. Seine Frau und er beherbergen immer noch Gäste aus den französischen Partnerstädten - und das wird auch so bleiben. Denn Völkerverständigung lag und liegt Friedhelm Meya sehr am Herzen. Das war schon so, als er als Betreiber der VW-Niederlassung in Reinfeld öfter mal spätabends zu einer Autopanne gerufen wurde und dann kurzerhand Reisende aus Schweden, England, Norwegen, den Niederlanden, den USA, Israel, Polen, Argentinien und der ehemaligen DDR zu sich nach Hause einlud. Aus vielen Begegnungen sind Freundschaften entstanden. Für den in Masuren geborenen und in Gelsenkirchen aufgewachsenen Autoschlosser-Meister und Wahl-Reinfelder gehört Hilfsbereitschaft zum guten Ton.

„Wichtig ist, dass sich möglichst viele Menschen aus verschiedenen Ländern begegnen und lernen, einander zu verstehen“, sagt er. Im prall gefüllten Gästebuch des Ehepaars Meya befinden sich dann auch liebevolle Danksagungen wie „Fünf Kochmützen für das Hotel Meya“von dänischen Gästen, denen er nach einer Autopanne ganz unkompliziert eine Herberge bot. Auch heute, mit fast 80 Jahren, ist er in Sachen Völkerverständigung aktiv. Er ist dabei, ein Klassentreffen zu organisieren und bastelt mit anderen Helfern Stellwände für die Feier zum 20-jährigen Bestehen der deutsch-französischen Städtepartnerschaft. Dann wird das Haus des Ehepaars Meya wieder voller Gäste sein. Für sein Engagement wurde Meya, der 1968 nach Reinfeld zog, 2010 von der Stadt als „Verdienter Bürger“ geehrt.

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