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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 16:29 Uhr

Der Mann der Knicks

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Erich Nuppenau ist begeisterter Heimatforscher / Der Elmenhorster hält eine Vortrag über die Entstehung der Knicks im Norden

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2014 | 13:14 Uhr

Schleswig-Holstein ist das Land der Knicks. „Der dänische König Christian VI. ordnete die Verkoppelung mit seiner „Holtz- und Jagdverordnung für Schleswig-Holstein“ im Jahr 1737 an“, weiß der Elmenhorster Heimatforscher Erich Nuppenau. In seinem Büro türmen sich die Aktenordner zur Geschichte von Region und Gemeinde. Einige davon enthalten viele Informationen und Fotos über die Historie der Wallhecken im Land. Und darüber möch-te er am Donnerstag, 20. Februar, im Gemeindezentrum Elmenhorst berichten.

Grundlage dafür ist auch die „Ökonomisch-praktische Anweisung zur Einfriedigung der Ländereien“ von Nicolaus Oest, die 1767 erschienen ist. Darin gibt er konkrete Anweisungen, wie die Knicks zu gestalten sind. Durch das bei der Knickpflege geschlagene Holz erhielten die Bauern auch Brennstoff für den Winter und Material, um Zäune zu errichten. „Ziel des Königs Christian VII. war es, die Wälder dadurch zu schonen“, sagt Nuppenau.

Die mit Bäumen und Sträuchern besetzten Landschaftswälle sind nicht nur ein einzigartiger Lebensraum, sie bringen auch Vorteile für die Landwirtschaft. Der Wind wird gebremst und die Bodenerosion damit verringert. Gedacht waren sie einst als Einhegungen, als die Verkoppelung begann. Dabei erhielten die Bauern, die das Ackerland zuvor gemeinsam bewirtschaftet hatten, eigene Flächen zugewiesen. Von 80 000 Kilometern Knicks, die es Anfang der Fünfzigerjahre in Schleswig-Holstein gab, sind heute noch 46 000 erhalten. Sie stehen unter Schutz.

Knicks werden alle sieben bis zehn Jahre wieder auf den Stock gesetzt – das heißt, die Sträucher und Jungbäume werden oberhalb der Erdoberfläche gekappt. Daher kommt auch der Name Knick, denn die Pflanzen werden geknickt, ohne dass die Wurzeln beschädigt werden. Nur alle 20 bis 50 Meter bleiben größere Bäume stehen, die deutlich älter werden dürfen.

Nicht nur Knicks gehören zur Geschichte von Region und Gemeinde. Auch die Familie Felscher und die nach ihr benannte Kate haben Erich Nuppenau beschäftigt. „Ein Christ. Felscher hatte ein Fotoatelier in Elmenhorst und produzierte sehr typische Postkarten“, sagt er, „fast immer hat er dabei zu den Gebäudemotiven eine Menschengruppe in Positur gestellt.“ Ob er Christoph oder Christian hieß, weiß er noch nicht. Um das Foto-Motiv zu beleben, wurde ein Tisch ins Freie gebracht und die Bewohner darum drapiert. Oder er heuerte eine Reihe von Schulkindern an, die sich darum postierten. Zwischen 1898 und 1910 entstand so eine Serie von Postkarten aus Elmenhorst und der Umgebung.


Der Vortrag im Gemeindezentrum am Donnerstag, 20. Februar, beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

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