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Ahrensburger Stadtentwicklung : Der Lockruf des Geldes

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Projektentwickler aus Rahlstedt bietet zwei Millionen Euro für das Grundstück „Alte Reitbahn“.

Zwei Millionen Euro sind ein Angebot, aber keines, das man nicht ablehnen kann. Diese Summe bietet die PPM-Projektmanagement GmbH für die Reitbahn. Das Unternehmen aus Rahlstedt hat sich damit direkt an die Stadtverordneten gewandt – zur „Anregung und Unterstützung der politischen und verwaltungsinternen Diskussion“, wie es in dem Schreiben heißt.

Die PPM verhandelt seit längerem mit der Verwaltung über einen Kauf des 6000 Quadratmeter großen Geländes, auf dem nur Autos parken. Mit dem Areal verfüge die Stadt über ein „hochwertiges, innerstädtisches Grundstück, welches seit langem unterwertig genutzt wird“, so Thomas Pohl, einer der beiden Geschäftsführer. Man sehe gute Möglichkeiten, ein städtebaulich interessantes Konzept umzusetzen, innerstädtischen Wohnraum zu schaffen und „schlummerndes Potenzial“ zu heben.

Vor gut einem Jahr hatte sich PPM schon mal um die Reitbahn beworben, die Politik entschied sich aber mehrheitlich für das Konzept der P&B Bau Consulting, das neben Wohnen und Geschäften auch ein Kino vorsieht. Die Umsetzung lässt allerdings auf sich warten.

„Irgendwann braucht man auch mal Butter bei die Fische“, sagt Bürgermeister Michael Sarach, „wenn man nicht weiterkommt, weckt das natürlich das Interesse anderer.“ PPM habe ein konkretes Angebot vorgelegt, und „auf Nachfrage habe ich ihnen empfohlen, sich gerne auch an die Fraktionen zu wenden“, so der Verwaltungschef. Aus den zwei Millionen Euro könnten auch mehr werden, je nach Konzept, so die Gesellschaft, die drei Varianten entwickelt hat. Die erste sieht Mietwohnungen in einem U- und einem L-förmigen Baukörper vor. Konzept zwei ist ein Mix aus Miet- und Eigentumswohnungen sowie Stadtvillen. Bei beiden könnten auch Einzelhandelsflächen eingeplant werden, das empfehlen die Projektentwickler aber ebensowenig wie eine Büronutzung.

Das dritte Konzept sind sechs Stadtvillen auf einem Gelände mit Park- Charakter. Ahrensburg habe im Gegensatz zu vielen anderen Städten hier die Möglichkeit, hochwertige Wohnstandorte im innerstädtischen Bereich zu schaffen. Die Politiker wollen dem Lockruf des Geldes eher nicht folgen. „Das ist schön, dass sie zwei Millionen bieten, aber darauf gehen wir nicht ein, indem wir ja sagen“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Hartmut Möller, „der Weg muss so sein, dass die Stadt sagt, was sie will.“

„Das Konzept reißt niemanden vom Hocker“, urteilt Thomas Bellizzi (FDP), der ebenso wie die CDU auf die Beschlusslage mit Kino und Einzelhandel verweist.

„Alle halbe Jahr kommt ein Investor oder Projektentwickler wegen der Reitbahn“, sagt Jörg Hansen (Grüne), „wir haben das Angebot zwar noch nicht besprochen, aber auf den ersten Blick ist es nicht so charmant.“ Auch den gebotenen Preis sieht er eher am Ende der Skala für „eines der Filet-Grundstücke Ahrensburgs“.

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erstellt am 08.Apr.2015 | 06:00 Uhr

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