Trittau : Der Lehrer mit dem Zeigestock

Hat beruflich wie privat Spaß am Lehrerdasein: Wolfgang Knaack – die „Leuchte des Nordens“.
Hat beruflich wie privat Spaß am Lehrerdasein: Wolfgang Knaack – die „Leuchte des Nordens“.

Wolfgang Knaack aus Hoisdorf berichtet in der Trittauer Wassermühle aus dem Leben des Dorfschullehrers Johannes Schmidt.

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20. März 2014, 19:00 Uhr

Der Lehrer ist die Rolle seines Lebens: Wolfgang Knaack ist nicht nur 40 Jahre im wirklichen Leben Lehrer an Haupt- und Realschulen in Hamburg gewesen, er hat im Kostüm eines Lehrers aus dem vorigen Jahrhundert auch vor zwei Jahren beim NDR-Quiz die „Leuchte des Nordens“ gewonnen und stand kürzlich wieder vor der Kamera, um im Schleswig-Holstein Magazin „Fundstücke“ aus dem Stormarnschen Dorfmuseum zu kommentieren.

Am kommenden Mittwoch schlüpft er erneut in sein historisches Kostüm, um den Besuchern des Kulturcafés in der Wassermühle Kindheitserinnerungen und Alltagsgeschichten des Dorfschullehrers Johannes Schmidt, der 1831 geboren wurde und in der Region lebte und arbeitete, nahe zu bringen. „Ein bisschen Schauspielerei gehört dazu“, sagt Knaack, schnürt sich das Leibchen um, bindet die dazu gehörige Fliege und greift schmunzelnd zum Zeigestock, typisch für anno dazumal.

Wolfgang Knaack hat Germanistik und Literaturwissenschaften studiert, später nach weiteren Fortbildungen auch Physik und Informatik unterrichtet. Er war ein Lehrer aus Passion: „Ich habe mich in dem Beruf immer wohl gefühlt“, denkt er gerne zurück. In seinem abwechslungsreichem Berufsleben nahm er aber auch zwei Sabbatjahre, um gemeinsam mit seiner Frau die Welt zu erkunden. Zudem schrieb er Bücher für einen Schulbuchverlag und leitete die Referendarausbildung.

Nach seiner Pensionierung fand er sich sofort am ersten Tag im Dorfmuseum ein. „Das hatte mich schon immer interessiert.“ Und übernahm hier – wie könnte es auch anders sein – die „alte Schule“ und die Veranstaltungen mit Kindern. „Kinder können bei uns einiges ausprobieren, vom Mehl mahlen bis zum Löcher bohren mit dem Steinzeitbohrer“, berichtet der 70-Jährige. Den Kleinen die alten Zeiten nahe zu bringen, macht ihm Spaß. Sein schönstes Erlebnis hatte er mit einer Gruppe geistig behinderter Kinder, die ihn aus Spaß „Rumpelstilzchen“ taufte.

Am Ende des Vormittags im Dorfmuseum umarmte einer der Schüler spontan den Lehrer, weil es ihm so gut gefallen hatte. „Und der Betreuer der Kinder betonte, dass sei ausgesprochen ehrlich gemeint“, freut sich Knaack heute noch über diese liebevolle Geste.

Zum Ausgleich ist der pensionierte Lehrer sehr sportlich: Fußball, Hockey, Volleyball, Volksläufe und Segeln sowie die Beschäftigung mit seinen zwei Enkelkindern stehen bei ihm auf dem Privat-Programm.


In der Reihe der Volkshochschule „Mittwochs ins Kulturcafé“ berichtet Wolfgang Knaack am 26. März ab 10 Uhr in der Trittauer Wassermühle (Am Mühlenteich) über das Leben des Dorfschullehrers Johannes Schmidt. Der Eintritt kostet fünf Euro inklusive Kaffee oder Tee.

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