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Bad Oldesloe : Der Kreis Stormarn ist schuldenfrei

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die letzte Rate von 32 900 Euro ist überwiesen – und damit sind vom Kreis in neun Jahren insgesamt 50 Millionen Euro getilgt worden.

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erstellt am 02.Mär.2016 | 05:30 Uhr

Eine Null, auf die man stolz sein kann: Seit gestern ist der Kreis Stormarn schuldenfrei. „Wir haben am 29. Februar die letzte Rate des letzten Kredits in Höhe von 32  900 Euro überwiesen“, sagt Kreiskämmerin Christiane Maas. Für Landrat Klaus Plöger ist die Nachricht nicht nur „sensationell gut“, weil er sie kurz vor dem Ende seiner 18-jährigen Amtszeit verkünden kann. Bundesweit gehört Stormarn damit durchaus einem elitären Club an.

Nach Recherchen der Verwaltung sind außer Stormarn nur der Rheinisch-Bergische, der Rhein-Erft-Kreis und der Kreis Mettmann – alle in Nordrhein-Westfalen – schuldenfrei. „Und wir haben die niedrigste Umlage von allen Vieren“, fügt Landrat Klaus Plöger stolz hinzu.

Vor zehn Jahren war es mit 36,5 Prozent die zweithöchste im Land, jetzt liegt Stormarn mit 34,5 Prozent an zweiter Stelle, wenn auch deutlich hinter Rendsburg-Eckernförde mit 31 Prozent. Vor zehn Jahren hatte der Kreis Stormarn noch fast 50 Millionen Euro Schulden, seit 2008 wurden keine neuen Kredite mehr aufgenommen, sondern abgezahlt.

Geschafft hat Stormarn das mit den Kommunen, mit deren Geld, weil ein Kreis keine eigenen Einnahmen hat, sondern nur Zuweisungen bekommt und eine Umlage von den Städten und Gemeinden erheben darf. „Wir haben das zusammen geschafft“, sagt Klaus Plöger denn auch und schließt die Politik ebenso mit ein wie die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn, die für Gewerbesteuereinnahmen in den Kommunen sorgt.

Zwar sind die Sparmöglichkeiten einer Verwaltung, die vor allem eine ausführende Behörde ist, begrenzt, im Kreistag und im Kreishaus habe sich aber eine Sparkultur entwickelt, ohne die man den Schuldenabbau nicht geschafft hätte, so Plöger. Und der stellvertretende Kreispräsident, Heinz Hartmann (SPD), sagt: „Jeder überlegt sich bei allen Entscheidungen, was es kostet und ob man das nicht auch günstiger hinbekommen kann.“

Und natürlich hat der Kreis auch vermeintliches und echtes Tafelsilber verhökert, das Kreiskrankenhaus in Bad Oldesloe ebenso wie die Anteile an der MVA Stapelfeld oder ein Grundstück am Lütjensee. Das wird bis heute vereinzelt kritisiert, genauso wie es immer wieder Kritik am „Stormarner Modell“ im Allgemeinen und der so genannten „Körbchen-Runde“ im Besonderen gibt: Im Kreistag gibt es eine parteiübergreifende Zusammenarbeit, die letzten Details zum Haushalt klären die Fraktionen in ganz kleiner Runde. Keine Kungelei, sondern eine „geniale Erfindung“, sagt Plöger, denn: „Während andere nur reden, bringen wir Ergebnisse.“

Dass die Schuldenfreiheit nur ein kleiner Glücksmoment ist und sich das Blatt schon nächstes Jahr wieder wendet, glauben weder Plöger noch Hartmann. „Es gibt keinen Grund, dass es schlechter wird, außer durch das Finanzausgleichsgesetz oder die wirtschaftliche Lage“, sagt Hartmann. Seinen Nachfolger beneide durchaus etwas, sagt Plöger. „Ich habe vor 18 Jahren eine vollkommen andere Situation vorgefunden, an der Grundsätzliches verändert werden musste.“ Henning Görtz müsse sich zwar den Herausforderungen in der Flüchtlingsfrage stellen, „insgesamt sind die Voraussetzungen aber ganz gut. Und ich bin überzeugt, dass er seinen Weg machen wird.“

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