Orkan „Elon“ : Der Kreis Stormarn im Sturmtief

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Dramatische Szenen auf der B 404: Baum stürzt auf VW Bus – zwei Schwerverletzte. In Großhansdorf und Tremsbüttel müssen die Wehren Maßarbeit leisten.

Andreas Olbertz. von
10. Januar 2015, 08:00 Uhr

Sturm über Stormarn: Gestern hatten Freiwillige Feuerwehren in Städten und Gemeinden eine Menge zu tun. Meistens stürzten Bäume um. Fassadenteile oder Werbebanner flogen durch die Luft. Und selbst eine Straßenlaterne am Bahnhof der Kreisstadt knickte einfach um. Es gab allerdings auch zwei Schwerverletzte.

Die ersten Auswirkungen des Sturmtiefs „Elon“ zeigten sich gestern Morgen: Ein heftiger Windstoß knickte gegen 8 Uhr einen Baum an der viel befahrenen Bundesstraße 404 wie einen Streichholz. Der Baum krachte kurz vor der Anschlussstelle Trittau-Süd auf einen gerade in Richtung Schwarzenbek vorbeifahrenden VW-Transporter einer Neumünsteraner Firma. Das Dach des Kleintransporters wurde über der Fahrerkabine komplett eingedrückt. Der 62-jährige Fahrer wurde dabei lebensgefährlich, sein vier Jahre jüngerer Beifahrer schwer verletzt. Beide Insassen wurden nach einer ersten Behandlung durch Rettungsdienst und Notarzt in die Hamburger Klinik St. Georg und das Unfallkrankenhaus Boberg gebracht.

Weil ein zweiter Baum, der unmittelbar an dem ungestürzten Baum stand, bereits angebrochen war und ebenfalls drohte, auf die Fahrbahn zu stürzen, wurde der von den Einsatzkräften der Feuerwehr Trittau in Absprache mit der Polizei gefällt. „Wir mussten hier auf Nummer Sicher gehen und eine weitere Gefährdung für den Verkehr auf der B  404 ausschließen“, sagte Feuerwehreinsatzleiter Fabian Woggan. Mit vereinten Kräften wurden die auseinander gesägten Teile des Baumes an die Seite geräumt und die Fahrbahn gereinigt. Für die Dauer der Unfallaufnahme und der Aufräum- und Bergungsarbeiten sperrten Polizeibeamte die 404 zwischen den Anschlussstellen Trittau-Nord und Trittau-Süd für knapp eine Stunde voll. Es bildete sich ein Rückstau auf beiden Seiten der Unfallstelle.

Mehrere umgestürzte Bäume behinderten am Nachmittag den Lieferverkehr zur Müllverbrennung Stapelfeld. Eine heftige Sturmböe hatte zwei große Tannen quer über die Straße gelegt. „Damit wir schnell die wichtige Straße wieder öffnen können, haben wir zusätzlich noch die Freiwillige Feuerwehr Braak alarmiert“, sagte Marcus Claus, Einsatzleiter der Stapelfelder Wehr. Mit mehreren Motorsägen zerlegten die Feuerwehrleute die Bäume in Stücke. Danach fuhren sie in die Gerätehäuser zurück und warteten dort auf den nächsten Einsatz.

Gleich mehrere hohe Bäume drohten in Großhansdorf im Sturm zu fallen. Anwohner an der Sieker Landstraße hatten den Notruf gewählt, als ihre Tannen gefährlich schräg im Wind standen. Alarm für die Freiwilligen Feuerwehren aus Großhansdorf und Ahrensburg. Zunächst sicherten Feuerwehrleute über Drehleiter die Bäume mit starken Gurten und brachten Stahlseile an die Winden des Rüstwagens an. Danach sägten sie die Bäume zentimetergenau in Zaunhöhe ab und kappten sie mit der Winde. Die Bäume fielen, der Zaun blieb stehen.

In Tremsbüttel kam am Mittag ein heftiger Hagelschauer herunter. Danach schien für wenige Minuten die Sonne und der Himmel öffnete sich ein wenig. Doch das war nur von kurzer Dauer, schon lebte der heftige Wind wieder auf und es begann zu regnen. Zu dieser Zeit rückte auch die Freiwillige Feuerwehr aus, weil ein Baum auf dem Dach eines Hauses in der Straße Grünendasse liegen sollte. Ganz vorsichtig über eine Steckleiter und nur mit der Bügelsäge machten sich die Männer von der Feuerwehr an die Arbeit, weil auf zwei Teilen eine große Spannung war. Doch die Einsatzkräfte meisterten ihre Aufgabe mit Bravour und befreiten das Dach des Hauses von seiner Last.

Und am heutigen Sonnabend fegt bereits das nächste Sturmtief namens „Felix“ übers Land – am Nachmittag sollen die Böen teils Orkanstärke erreichen.

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