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Tangstedter Wrestler : Der „Kran von Norderstedt“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Jan Henrik Büchmann ist bekannt als Wrestler Scotty Saxon, doch seit zwei Wochen heißt er Jan Dietrich.

Seit sechs Jahren ist Jan Henrik Büchmann (25) der „Herr der Ringe“. Er hat es unter seinem Pseudonym „Scotty Saxon“ bis in die höchste Wrestling-Liga der Westside Xtreme Wrestling (wXw) geschafft. Doch allein davon kann er nicht leben. Mittlerweile ist er Rehasport-Trainer mit Schwerpunkt Orthopädie im Kraftwerk Fitness- und Gesundheitsstudio und lebt in Norderstedt. Wir sprachen mit ihm über seine Liebe zum Wrestling, Tim Wiese und den Beruf.

Jan Henrik Büchmann, wie sind Sie zum Wrestling gekommen?

Antwort: Ich habe Wrestling zum ersten Mal mit sechs Jahren im Fernsehen gesehen und fand es irgendwie toll und hab mir gesagt, warum wirst du nicht mal Wrestler? Zehn Jahre später habe ich gegoogelt, habe eine Schule (Anmerkung der Redaktion: Nordisch Fight Club in Hamburg) gefunden und bin hingegangen.

Warum haben Sie sich eigentlich Scotty Saxon genannt?

Mein Trainer Karsten Kretschmer kann sich sehr schlecht Namen merken. Er hat mich Scotty genannt, weil er gegen einen Amerikaner gekämpft hat, der Scotty Riggs hieß und mein Gesicht seinem ähnelt. Mein Nachname kam später. Zwei Jahre nachdem ich angefangen habe, habe ich eine Veranstaltung zusammen mit Punk-Rocker Jay Lansford kommentiert. Er meinte nur Scotty klingt langweilig. Ich hatte ein Shirt der Heavy-Metal Band Saxon an und er meinte ich soll mich Scotty Saxon nenen. Der Name klingt cool. Seitdem wurde ich so genannt, aber vor zwei Wochen habe ich mich umbenannt.

Warum haben Sie sich umbenannt?

Der Name beim Wrestling ist immer eine Erweiterung von sich selbst. Scotty Saxon war der Heavy-Metal-Typ auch optisch mit den langen Haaren. Vor einem Dreivierteljahr hatte ich einen Break in meiner Karriere. Da habe ich mich entschlossen, mich zu verändern. Ich habe mir die Haare abgeschnitten und ein neues Outfit zusammengestellt. Ich heiße jetzt Jan Dietrich, weil Jan mein Vorname ist. Und Dietrich, weil ich jetzt mehr auf Kraft gehe und im Schwergewicht antrete, habe ich mich nach dem „Kran von Schifferstadt“, dem früheren Ringer Wilfried Dietrich benannt.

Was ist das Besondere an Wrestlern?

Wir sind wie eine große Familie. Es gibt super viele unterschiedliche Charaktere, aber normal sind wir irgendwie alle nicht (lacht).

Vor ein paar Monaten war der ehemalige Fußballer Tim Wiese, der Wrestler werden wollte, ein großes Thema. Was halten Sie davon?

Ich finde es gut, weil es einen riesen Medienhype um Wrestling gab und Aufmerksamkeit ist immer gut. Ich bin kein Insider, aber ich glaube das war ein PR-Gag, weil er bisher nur einen Kampf gemacht hat und er nicht wie andere Wrestler regelmäßig im Performance Center ist, um zu trainieren und er wird nicht darauf vorbereitet noch einmal zu kämpfen.

Nehmen wir mal an, Sie würden gegen Tim Wiese antreten. Wie würde es ausgehen?

Meine Stärke ist immer die Kraft und, so wie er aussieht, ist das wahrscheinlich auch seine. Durch seine Körpergröße ist er wahrscheinlich kräftiger, aber ich habe durch meine Wrestling-Ausbildung mehr Erfahrung. Es ist halt schwer zu sagen.

Möchten Sie irgendwann nur vom Wrestling leben?

Ja, aber das muss nicht von heute auf morgen sein. Mein Hauptberuf als Rehasport-Trainer ist auch eine Leidenschaft von mir. Allgemein wünsche ich mir, dass die Wrestling-Infrastruktur in Deutschland besser wird, das nicht nur ich, sondern viele Leute vom Wrestling leben können.

Wie sind Sie darauf gekommen, Rehasport-Trainer zu werden? Das unterscheidet sich ja stark vom Wrestling.

Ich habe eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann gemacht, wegen Wrestling. Aus dem Grund, da ich sowieso die ganze Zeit im Studio bin, also kann ich da auch arbeiten, dachte ich (lacht). Ich will das die Leute sich bei mir wohlfühlen und sich auch besser fühlen. So bin ich zum Rehasport gekommen. Rehasport ist eine Möglichkeit, den Leuten zu helfen.

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