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Stormarner Tageblatt

22. August 2017 | 04:16 Uhr

Trittau : Der Kampf um das „Blaue Haus“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Schulverband Trittau rumort es: Es geht um Kosten, Kinder, Klassenräume und einen Neubau / Soll die Betreuungseinrichtung ausgegliedert werden?

Ist es gerechter für einige Gemeinden, die dem Schulverband Trittau angehören, die Mühlauschule und das Blaue Haus aus dem Schulverband Trittau auszukoppeln? Diese Forderung stellt Lütjensees Bürgermeisterin Ulrike Stentzler vor dem Hintergrund des erforderlichen Baus eines zweiten Blauen Hauses aufgrund des erhöhten Betreuungsbedarfs.

„Im Blauen Haus werden keine Kinder aus Lütjensee betreut, wir haben eine eigene Grundschule mit offener Ganztagsschule. Das kostet uns im Schulverband Lütjensee-Großensee schon jährlich 350  000 Euro Verbandsumlage“, so Stentzler. Sollte es für Lütjenseer Schüler der 5. und 6. Klasse Betreuungsbedarf geben, könnte man den in Lütjensee erfüllen. Die andere Möglichkeit wäre, als Nichtmitglied eines neuen Schulverbandes Grundschule Trittau/Blaues Haus für einzelne Kinder pro Person abzurechnen. „Aber wir wollen nicht den Neubau und die Personalkosten bezahlen, wenn wir die Einrichtungen gar nicht nutzen“, betont Stentzler.

Sie will bei den Verbandsmitgliedern für Verständnis werben, wohl wissend, dass Lütjensee zu wenig Stimmen hat, um einen Beschluss durchzusetzen. Lütjensee zahlt zudem 216  781 Euro Schulverbandsumlage an den Trittauer Schulverband sowie über 100  000 Euro an Großhansdorf für Kinder, die die dortigen Schulen nutzen, ohne Verbandsmitglied zu sein.

Gleicher Meinung wie Ulrike Stentzler ist Großensees Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers: „Etwa 77 Prozent der Kinder, die im Blauen Haus betreut werden, kommen aus Trittau. Großensee hat eine Kita, eine Krippe sowie einen Hort und zahlt in den Schulverband mit Lütjensee 117  000 Euro ein.“ Man sollte die Trittauer Grundschule und das Blaue Haus ausgliedern oder die Beiträge anders berechnen.

Lindemann-Eggers plädiert dafür, statt Neubau die Klassenräume zu nutzen, die am Nachmittag leer stehen. „Die wenigsten Kinder sind von 7 Uhr an bis zum Spätdienst da, die meisten belegen nach dem Essen einen der Kurse und gehen dann nach Hause“, hat er festgestellt. Da sei ein Klassenraum zumutbar. Als weitere Ungerechtigkeit sieht er an, dass Gemeinden aus dem Herzogtum Lauenburg ihre Kinder in die Trittauer Schulen schicken, aber nur einen „Appel und Ei“ zahlen, von dem kein Neubau und keine Personalkosten finanzierbar seien.

Schulverbandsvorsitzende Ute Agatz hat Verständnis für die Gemeinden mit eigenen Schulen und Betreuungseinrichtungen, sieht den Schulverband jedoch als Solidargemeinschaft an. „Das Blaue Haus sichert für alle 15 Mitgliedsgemeinden eine hochqualifizierte Betreuung der Kinder bis zwölf Jahre mit pädagogischem Konzept“, betont sie. Da das Blaue Haus Bestandteil der Offenen Ganztagsschule (OGTS) ist und diese vom Land Schleswig-Holstein bezuschusst wird, könnte bei einer Trennung des Verbandes das Gerüst zusammenbrechen. Auch Synergieeffekte, wie die gemeinsame Beschäftigung des Hausmeisterteams würden wegfallen. Sie plädiert auch aus Kostengründen für den Neubau eines weiteren Hauses: „Im Moment werden die Kinder in der Grundschule, im Gymnasium, im Blauen Haus und in den Containern betreut, das ist sehr personalintensiv.“

Schon als die Container vor mehr als zwei Jahren geleast wurden, war klar, dass es eine andere Lösung geben muss und keine Gemeinde sei dagegen gewesen, erklärt Agatz. Als Lösung des Konflikts sieht sie eine prozentuale Mehrbelastung Trittaus bei der Finanzierung, entsprechend der Nutzung des Hauses. Bei der nächsten Schulverbandssitzung am Montag, 31. August, ab 19.30 Uhr in der Verwaltung kommt das strittige Thema auf die Tagesordnung. Zudem wird über den Neubau des Blauen Hauses beraten.

 

 



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