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Der jahrelange Streit ist nun endgültig begraben

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Erster Spatenstich in Klein Wesenberg: Wohngebiet für junge Familien / Alle Grundstücke verkauft

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2015 | 10:42 Uhr

„Heute ist ein großer Tag für Klein Wesenberg“, sagte Bürgermeister Herbert David beim ersten Spatenstich für das neue Wohngebiet am Schulweg. Warum er das so betont, ist weithin bekannt. Fünf Jahre lang währte der Streit zwischen Amt und Gemeinde und dem Schützenverein um eine kleine Schützengruppe, die mit großkalibrigen Waffen anscheinend täglich mit Genehmigung des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume bis zu 6000 Schuss abschoss. Natürlich viel zu laut, um gleich nebenan friedlich zu wohnen und den gemeindeeigenen Grund als Baugebiet auszuweisen – zumindest laut Innenministerium, das den Plänen der Gemeinde einen Riegel vorschob.

Dabei wird in Klein Wesenberg gar nicht so viel geschossen, nur wenn dort Meisterschaften für großkalibrige Waffen stattfinden. Monatelang lief ein tiefer Riss durch die sonst so friedliche Gemeinde, und Herbert David trat aus lauter Ärger nach 50 Jahren aus dem Schützenverein aus. Im Herbst endlich einigten sich die Streithähne außergerichtlich. Die Schützen reduzieren auf 1200 Schuss – außer bei Meisterschaften. Damit können nun beide Seiten gut leben. Und der Bürgermeister ist froh, dass endlich wieder Frieden im Dorf herrscht.

Die Gemeinde erwarb 2005 das 6500 Quadratmeter große Grundstück am Schulweg und wies es als Wohngebiet aus. Zehn Jahre Planungen folgten. Nun sollen hier zehn Grundstücke für junge Familien entstehen – alle sind bereits verkauft. Ziel sei es, so Kämmerer Roald Wramp von der Amtsverwaltung Stormarn, erschwingliche Grundstücke für junge Familien zu schaffen, die bereits in Klein Wesenberg wohnen oder familiären Bezug zu der Gemeinde haben. „Das nennt sich Einheimischen-Modell zur vorrangigen Deckung des Wohnbedarfs der ortsansässigen Bevölkerung“, erklärt er. Die Bauherren erhalten die Grundstücke für einen günstigen Preis von 85 Euro pro Quadratmeter und verpflichten sich, ihre Grundstücke mit den darauf erbauten eingeschossigen Einfamilienhäusern nicht weiterzuverkaufen. Im Gegenzug verzichtet die Gemeinde auf höhere Verkaufserlöse.

Die Erschließung soll ab dem 15 Juni beginnen, so dass die Bauherren bereits im Herbst, frühestens im September, mit dem Bau starten können. „Mit den Schützen ist jetzt alles okay, die Einigung hat das Dorf ein Stück vorangebracht“, so David. Er hofft weiterhin auf gute Nachbarschaft. Und weil in dem idyllischen Örtchen alle Gemeindevertreter an einem Strang ziehen und sich gemeinsam für die Einwohner einsetzen, lud Herbert David nach dem Spatenstich die Beteiligten zu selbst belegten Häppchen und Kaffee ins Feuerwehrhaus ein. Ehrensache für den Bürgermeister und eine gute alte Tradition im Dorf.




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