zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 14:08 Uhr

Fluglärm : Der Himmel über Stormarn

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bürgermeister informierten sich über Anflugrouten: Vorschlag belastet die Gemeinden nicht übermäßig.

Die Stormarner Gemeinden und Städte von Ammersbek und Bargteheide über Ahrensburg bis Großhansdorf und Siek haben Chancen auf einen Sitz in der Hamburger Fluglärmschutz-Kommission. Außerdem werden in Ahrensburg und Bargteheide demnächst mobile Messcontainer für Fluglärm aufgestellt. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs mehrerer Verwaltungschefs mit Hamburgs Fluglärmschutzbeauftragter Gudrun Pieroh-Joußen im Großhansdorf er Rathaus.

Bislang sind in der Kommission, am Flughafen Fuhlsbüttel neben der Hansestadt vor allem Kommunen aus dem Kreis Segeberg vertreten. Gudrun Pieroh-Joußen und ihr Mitarbeiter versprachen den Stormarner Bürgermeistern, den Antrag auf einen Sitz in dem Gremium zu unterstützen. Am Freitag hatte die Kommission einen Regelanflug mit zehn Nautischen Meilen abgelehnt, wie ihn die Initiative BAW gefordert hatte. Zehn NM sollen zwar möglich sein, sieben NM werden aber der Normalfall sein.

„Wir halten das für eine gute Lösung“, sagt Bargteheides Bürgermeister Henning Görtz, „wenn die zehn NM gekommen wären, wäre der ganze Spaß über Bargteheide geflogen.“ Ihm wie auch seinen Kollegen geht es um eine „gerechte“ Verteilung des Fluglärms. In Großhansdorf waren die Bürgermeister aus Ammersbek, Ahrensburg Bargteheide und Großhansdorf sowie Vertreter der Ämter Siek und Bargteheide-Land dabei. „Es wurde wahrgenommen, dass wir rund 100 000 Menschen vertreten“, so Janhinnerk Voß, Bürgermeister der Waldgemeinde.

Er hatte Gudrun Pieroh-Joußen eingeladen, damit die Stormarner Informationen aus erster Hand bekommen. Die Kommission tagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit, und auch wenn deren Beschlüsse nur beratenden Charakter haben, möchten die Stormarner mit am Tisch sitzen, „einfach um mehr Informationen zu bekommen“ sagt Voß. Die Entscheidung über die Flugrouten liegt bei der Deutschen Flugsicherung (DFS), einer Bundesbehörde, und die hat Anflüge aus zehn NM für Hamburg bislang abgelehnt.

Die Hälfte aller Anflüge auf Fuhlsbüttel erfolgt über Stormarn, rund 30 Prozent über Quickborn. Der Rest geht über Blankenese (15 Prozent) und die Hamburger Innenstadt (fünf Prozent). Anders sieht es bei den Abflügen aus, die kein Thema waren. Da ist Bargteheide mit zehn Prozent dabei, Blankenese mit 30 Prozent, der Großteil, 60 Prozent, geht über Norderstedt. Wo Janhinnerk Voß wohnt: „Gegen startende Flugzeuge ist das, was wir über Stormarn hören, eigentlich nichts.“

Trotzdem haben die Beschwerden zugenommen, vor allem seit den Zeitungsberichten. „Die Sensibilität ist gestiegen“, sagt Henning Görtz, „aber wir wissen auch, dass viele Menschen bewusst in diese Region gezogen sind, weil sie auf die Nähe zum Flughafen angewiesen sind.“ Und das eine könne man nun mal nicht ohne das andere haben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen