Lütjensee : Der Himmel auf Erden – so nah

Mehr geht nicht: Wie kein anderer Gottesdienst in der Region lockt der Himmelfahrtsgottesdienst auf Hof Lütjensee die Massen.
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Mehr geht nicht: Wie kein anderer Gottesdienst in der Region lockt der Himmelfahrtsgottesdienst auf Hof Lütjensee die Massen.

Zu Himmelfahrt wurde auf dem Fielmann-Hof wieder der schon traditionelle Gottesdienst gefeiert. „Der Glaube ist wie ein bunter Luftballon“, sagte Pastor Christian Schack.

shz.de von
14. Mai 2015, 19:08 Uhr

Als am Ende des Gottesdienstes knapp 1300 Luftballons in den Himmel über Lütjensee aufstiegen, jubelten die Kinder und die Erwachsenen zückten schnell ihre Fotoapparate. Dieses bunte Bild ist längst das beliebteste Motive an Himmelfahrt in Stormarn geworden. Und es ist zugleich der Höhepunkt einer besonderen, harmonischen Veranstaltung, die aus dem Kalender nicht mehr wegzudenken ist. Und ihre Beliebtheit steigt ständig weiter an.

Schon weit über eine Stunde vor Beginn strömten die Besucher auf den Hof Lütjensee. Und schneller als je zuvor waren die mehr als 1000 Sitzplätze vergriffen. Besitzer Günther Fielmann hatte seinen Hof wieder für die drei Kirchengemeinden Siek, Großhansdorf und Lütjensee zur Verfügung gestellt. „Ich fand, dass es wieder ein wunderbarer Tag war“, sagte er, während er ein kleines Ferkel aus eigener Zucht über das Gelände trug. Hier ein Small-Talk, da ein freundliches Nicken – er war sichtlich bemüht, nicht der Mittelpunkt zu sein.

Das war natürlich erneut der Gottesdienst, dessen Hauptpredigt Pastor Christian Schack aus Siek hielt. Auch er stellte die heimlichen Stars des Tages – die bunten Luftballons – wie angekündigt in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. „Der Glaube ist wie ein Ballon, man kann ihn nicht festketten, man darf ihn nicht überfrachten mit Inhalten, muss gleichzeitig darauf achten, dass die Luft nicht ausgeht, kann ihn aber auch an der langen Leine halten, wenn er über einem schwebt. Bei Bedarf kann er wieder näher an einen herangezogen werden“, so Schack, der sich freute, dass aus seiner Sicht auch viele sonst kirchenfremde Besucher diesen Gottesdienst besuchen. „Die Verbindung zwischen Himmel und Erde durch das Aufsteigen der Ballons gefällt mir ebenfalls sehr.“

Die Zeiten haben sich geändert. Man können nicht erwarten, dass die Menschen immer nur in die Gotteshäuser kommen. „Kirche muss zu den Menschen kommen“, so Schack, der 2009 seine Premiere auf dem Fielmann hof hatte.

Zum ersten Mal war dieses Mal der vertretungsweise in Lütjensee angestellte Pastor Jörg Denecke dabei. „Ich habe viele Menschen aus den unterschiedlichen Gemeinden gesehen. Es war so gut, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das ist hier ein großes Treffen. Es ist schön, dass es solche Gelegenheit gibt, unter diesen tollen Rahmenbedingungen zusammenzukommen. Ich finde, solche Kooperationen unter Gemeinden sehr gelungen. Sie haben einen Mehrwert“, sagte er.

Für den musikalischen Rahmen sorgten erneut Chöre der Kirchengemeinden aus Lütjensee und Großhansdorf sowie das Blasorchester aus Molfsee.  

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