zur Navigation springen

Bad Oldesloer mit Sammeleifer: : Der Herr der kleinen Figuren

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Udo Werner sammelt seit 20 Jahren kleine Ü-Eier-Figuren. Und inzwischen beherbergt der Oldesloer mehr als 20 000 Artikel.

Udo Werner ist ein großer Experte für kleine Figuren. Seit rund 20 Jahren sammelt der Oldesloer so genannte Ü-Eier-Figuren. Inzwischen beherbergt Udo Werner rund 20000 Exponate in seiner Wohnung und in der heimischen Garage. „Damit dürfte ich die größte Ü-Eier-Sammlung in ganz Schleswig-Holstein besitzen“, sagt der 56-Jährige nicht ohne Stolz.

Die ersten Überraschungseier der Marke Ferrero kamen in Deutschland Mitte der 1970-er Jahre auf den Markt. Seitdem gibt es nicht nur Unmengen von kleinen bunten Plastikfiguren zum Spielen, sondern auch Heerscharen von kleinen und großen Sammlern. Langsam aber, so Udo Werner, würde die Gemeinde der Sammler kleiner, denn kein Mensch könne alle Figuren, die es inzwischen gebe, sammeln und dabei noch den Überblick behalten. „Das ist wirklich eine Wissenschaft für sich“, sagt Udo Werner, der sich deshalb auf „alte“ Figuren spezialisiert hat, die bis etwa 1992 herauskamen. Seine älteste Errungenschaft ist eine kleine Asterix-Figur von 1976, auf die er besonders stolz ist. „Das ist der erste Asterix, den es im Ü-Ei gab. Der weiße Flügelschmuck ist sehr empfindlich und bricht schnell ab. Bei Sammlern ist die Figur sehr viel wert.“ Udo Werner hat noch jede Menge andere Figuren, die selten und bei Sammlern begehrt sind, manche auch doppelt. Einige werden verkauft, und auf Sammlerbörsen wird auch der Oldesloer selbst immer wieder fündig, denn um die vielen verschiedenen Serien komplett zu bekommen, fehlen ihm noch viele Figürchen. Dafür fährt er nach Hamburg, Bremen, Berlin oder sogar bis nach Süddeutschland. Meistens werde heutzutage aber übers Internet gehandelt. „Ich habe einige Figuren schon bis nach Italien, Russland, Texas und China verschickt. Allerdings ist da das Porto teurer als die Figur.“

Die Sammelleidenschaft begann 1995, als seine Tochter Franziska ein Jahr alt war und die ersten Überraschungseier als Geschenk ins Haus kamen. Die Figuren, die Papa Udo gerne zusammenbaute, sammelten sich an. „Am liebsten waren mir die kleinen Autos und Eisenbahnen. Die Technik begeisterte mich. Da waren richtige Kunstwerke dabei“, erzählt der gelernte Maschinist und Müller, der seit einigen Jahren in Frührente ist und als Austräger des Stormarner Tageblatts arbeitet. Irgendwann kaufte er kistenweise Figuren auf Flohmärkten und palettenweise Ü-Eier im Supermarkt. Das ist seit zehn Jahren aber tabu. Auch Ehefrau Heike teilt die Sammelleidenschaft ihres Mannes, sonst ginge das auch nicht gut. Denn in der Wohnung hängen 36 Schaukästen und Vitrinen - randvoll mit kleinen Autos, Häusern, Schlümpfen und sogar Zinnfigürchen. Insgesamt sind es mehr als 1000 Figuren. Das Schlafzimmer sei tabu, betont Udo Werner, dafür ist aber seine Garage bis unters Dach mit Kisten und Kartons voll gestopft. „Inzwischen ist es wirklich ein Platzproblem“, so Udo Werner, der alle seine Figuren genau kennt. „Meine Tochter hat mal eine Figur aus den Vitrinen herausgenommen und versteckt. Ich habe nach kurzem Suchen sofort gesehen, dass ein spezieller Schlumpf fehlte“, lacht Udo Werner. Auch die kleinen Beipackzettel und Aufkleber werden in rund 50 Alben aufbewahrt, sie sind manchmal mehr wert, als die Figuren selbst. So kommt Udo Werner inzwischen auf geschätzte 20000 Exponate.

Ja, man müsse schon irgendwie verrückt sein, um so etwas zu sammeln, gesteht Udo Werner. Aber das „Sammelvirus“ lässt ihn nach so vielen Jahren nicht mehr los, auch wenn er schon lange nicht mehr auf Flohmärkten steht. „Ich habe inzwischen eine persönliche Beziehung zu meinen Figuren. Bisher ist erst eine einzige verschwunden und ich kann sie einfach nicht finden. Das lässt mir einfach keine Ruhe.“
Wer zuhause noch alte Ü-Eier Figuren hat, die vor 1992 erschienen, und sie loswerden möchte, kann Udo Werner gerne anrufen: Tel. 04531/12642.


zur Startseite

von
erstellt am 06.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen