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Das Besondere Hobby : Der Herr der exquisiten Tauben

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Uwe Meins aus Elmenhorst – Vorsitzender des Rassetaubenzuchtvereins Stormarn – ist erfolgreicher Züchter der seltenen Montauban.

Uwe Meins lädt zum Gespräch in die kleine Laube hinter seinem Haus ein. Durch das Fenster blickt man nach hinten auf den Garten, wo sich eine große Voliere befindet, aus dem ab und zu ein lautes Gurren erklingt. Der 63-Jährige gebürtige Schlamersdorfer lebt seit 40 Jahren in Elmenhorst und ist frisch gewählter Vorsitzender des Rassetaubenzuchtvereins Stormarn (RTZV).

Der Verein hat derzeit zwölf Mitglieder aus dem ganzen Kreisgebiet, von Ahrensburg bis Reinfeld. Die Taubenzüchter präsentieren ihre Tiere jährlich auf Kleintierschauen im Kreis, aber auch auf Landes- und Bundesebene, unter anderem waren sie schon in Nürnberg, Leipzig und Ulm, um ihre Leidenschaft mit anderen Menschen zu teilen.

Eine Leidenschaft, die manchem mit in die Wiege gelegt wurde. Bereits als Kind hat Uwe Meins mit Kleintieren zu tun gehabt, hielt sich bereits Hühner und Kaninchen. Die Taubenzucht hat er von seinem Vater gelernt. Uwe Meins züchtet Montauban-Tauben, eine seltene französische Rasse, die eine Flügelspannweite von knapp über einem Meter erreicht.

„Die Montaubans sind keine Massenrasse“, sagt Uwe Meins stolz. „Ich bin der einzige Züchter in Schleswig-Holstein.“ Seit 1967 hat er sich auf die Aufzucht der Montauban-Tauben spezialisiert, die nach einer Stadt in Südfrankreich benannt sind. Seitdem konnte Uwe Meins zahlreiche Preise gewinnen, wovon die Urkunden und Wimpel in seiner Gartenlaube zeugen. So wurde er unter anderem drei Mal Landesmeister der Taubenzüchter, sieben Mal deutscher Meister und zwei Mal Europameister. Die jüngste Trophäe stammt von der Bundesschau 2014 in Leipzig für die beste Montauban.

„Die Taubenzucht ist eine Liebhaberbeschäftigung“, erzählt Uwe Meins. „Der Reiz liegt auch darin, bei den Ausstellungen zu gewinnen. Dafür muss man intensiv mit den Tauben arbeiten und jedes Tier gut kennen.“ Ein Tier ausstellen könne jeder, meint der Vorsitzende des RTZV, und ebenso könne sich jeder dabei blamieren. Man müsse seine Rasse kennen. Außerdem wollen die Tauben regelmäßig geputzt, gewaschen und sauber gemacht werden.

„Wahre Liebe zu Tauben liegt einem Kind im Blut“, findet Meins. „Wir Züchter haben eine Freude am Wesen unserer Tauben. Das zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten. Taubenzüchter können Maschinenbauer sein, Lehrer oder auch Anwälte oder Ärzte.“ Uwe Meins selbst ist gelernter Klempner, hat 44 Jahre lang als Maschinenführer bei einer Druckerei in Ahrensburg gearbeitet. Heute widmet er seine ganze Freizeit seinen Tauben, wobei er auch von seiner Frau und seinem Bruder unterstützt wird. Diese kümmern sich um die Tiere, wenn Meins unterwegs ist, um seine Tauben auszustellen oder neue Exemplare von anderen Züchtern abzuholen. Dabei führen ihn seine Touren manchmal durch ganz Europa. „Wenn zum Beispiel ein befreundeter Züchter in Österreich sagt: ,Uwe, ich habe da ein besonderes Tier für dich’, dann setze ich mich morgen schon ins Auto und fahre da runter“, sagt Meins lachend.

Neben dem RTZV Stormarn ist der 63-Jährige auch Mitglied im „Sonderverein Montauban und ungarische Riesentauben“ sowie im Montauban-Club Frankreich. Einmal im Jahr fährt Meins mit einem Bekannten ins Nachbarland, um sich mit Züchtern auszutauschen. Einige der Tauben in seiner Voliere sind in Frankreich geboren, Meins hat sie dann zu sich nach Elmenhorst geholt.

Die Taubenzucht hat allerdings auch ihre nachteiligen Seiten. „Wir haben leider ein großes Nachwuchsproblem“, räumt Uwe Meins ein. „Die jungen Menschen von heute interessieren sich leider immer weniger für die Arbeit mit besonderen und seltenen Tieren.“ Der RTZV Stormarn bietet Hilfe und Informationen an, zeigt Möglichkeiten für die Zucht verschiedener Rassen auf und liefert Kontaktdaten zu sämtlichen Rassezüchtern in Deutschland. Die Mitglieder treffen sich monatlich, um sich auszutauschen und gemeinsame Vereinsfahrten zu Ausstellungen zu unternehmen. Und im Oktober sind sie wieder auf der Ortsschau in Elmenhorst vertreten.

Wer Interesse hat und sich näher informieren möchte, kann mit Uwe Meins unter Telefon (04532) 8903 Kontakt aufnehmen.





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