Reinfeld : Der Grundstein ist gelegt

Die Baugrube für das neue Seniorenheim am Kaliskaweg: Anfang 2019 soll es bereits bezugsbereit sein.
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Die Baugrube für das neue Seniorenheim am Kaliskaweg: Anfang 2019 soll es bereits bezugsbereit sein.

In Reinfeld entsteht ein Mehrgenerationen-Quartier. Bürgermeister Heiko Gerstmann: „Heute ist ein guter Tag“

shz.de von
18. Mai 2018, 12:38 Uhr

„Heute ist ein guter Tag für Reinfeld“, betonte Bürgermeister Heiko Gerstmann bei der Grundsteinlegung für das neue Seniorenheim am Kaliskaweg. Das Asklepios-Pflegeheim sei etwas in die Jahre gekommen und werde jetzt durch ein Mehrgenerationen-Quartier inklusive neuem Seniorenheim ersetzt. „Leerstände befürchten wir nicht“, merkte er an. Für ihn sind nicht nur die modernen, räumlichen Bedingungen entscheidend, sondern vor allem die Menschlichkeit und das Wohlfühlen von Bewohnern und Mitarbeitern. Einen kleinen Nachteil habe der Neubau: „Wie ich gehört habe, sollen die Kosten für die Bewohner steigen.“

Landrat Henning Görtz machte auf den demographischen Wandel aufmerksam, dem das neue Seniorenheim Rechnung trage. Die Ansprüche im Bereich Wohnen hätten sich außerdem geändert. „Es ist ein weiser Schritt, neu zu bauen“, so Görtz. Im Kreis Stormarn herrsche Wohnungsnot. Das bestätigte Gerstmann auch für die Karpfenstadt: „Wir müssen den fünffachen Bedarf in Reinfeld in den nächsten zehn bis 15 Jahren decken.“ Auch wenn es im Vorwege „ein wenig Unruhe“ gegeben habe, weil einige alte Bäume gefällt werden mussten und sich die Anwohner über die allzu große Nähe zum neuen Bauprojekt beklagten, herrsche doch vorwiegend eine positive Stimmung bezüglich des Bauprojektes.

Architekt Henryk Stutz vom Schweriner Architekturbüro Stutz & Partner sowie Jonas Rabe von der Terrragon-Gruppe, Entwickler und Bauherr des Projektes, befüllten anschließend den Grundstein mit der traditionellen Zeitkapsel. Ein Kran hob den tonnenschweren Stein in die Baugrube. Teile des alten Gebäudes, das 1963 errichtet wurde und zu dem Zeitpunkt noch zum Kreiskrankenhaus Bad Oldesloe gehörte, bevor es zum Asklepios-Pflegezentrum wurde, wurden bereits abgerissen, um dem Neubau mit 102 Zimmern (vorher 60) Platz zu machen. Laut Stutz entsteht ein helles Haus mit modernster Pflegetechnik, kurzen Wegen und Gemeinschaftsräumen. Neun Wohngruppen mit jeweils zehn bis 14 Zimmern sind geplant. Jede Gruppe nutzt einen Gemeinschaftsbereich mit Küche und Wohnzimmer. Im Erdgeschoss soll eine Cafeteria auch für die Öffentlichkeit nutzbar werden. Das Haus soll sich nach außen öffnen.

Die Terrragon-Gruppe investiert in das neue Seniorenheim rund 12 Millionen Euro. Betreiber ist  die Firma Gesa, die für Stormarn die A+R Betriebsgesellschaft gegründet hat. Das neue Gebäude soll Anfang 2019 bezugsbereit sein. Dann ziehen nach und nach die Bewohner des alten Gebäudes in die neuen Räumlichkeiten um. Anschließend erfolgt der Abriss des alten Pflegeheims, bevor mit dem Bau des Mehrgenerationen-Quartiers mit 50 bis 60 Wohnungen für Senioren sowie weitere 40 Wohnungen und fünf Einzelhäuser für Familien begonnen wird. Zusätzlich sollen ein Spielplatz und ein „Quartiersplatz“ am See entstehen.

Laut Jonas Rabe von Terrragon werden in das Wohnquartier nochmals 25 bis 30 Millionen Euro investiert. Das Wohnquartier soll 2021 / 2022 auf dem 23 000 Quadratmeter großen Grundstück fertiggestellt sein. Heimleiterin Beatrix Erler freut sich über die neuen Räumlichkeiten, betont aber, dass weiterhin die Menschlichkeit, die professionelle Pflege und das Wohlfühlen der Senioren im Vordergrund stehen. Dringend sucht der Betreiber Gesa Pflegepersonal. Zurzeit arbeiten 40 Mitarbeiter im ehemaligen Asklepios-Pflegeheim. Erler: „Wir benötigen nach dem Umzug die doppelte Anzahl an Personal, also mindestens 80 Kräfte.“ Interessierte können sich gern bei ihr melden.


>Die WOB-Immobilien GmbH, die bereits 2015 auf dem Grundstück des Asklepios-Pflegeheims ein Wohnprojekt entwickeln wollte, ist aus dem Projekt ausgestiegen und hat das gesamte Konzept an die Terrragon AG verkauft. Die wiederum hat das Pflegeheim an die schwedische Hemsö-Gruppe weiterveräußert, mit der das Unternehmen nun kooperiert. In Ahrensburg am Reeshoop, wo auch ein Asklepiosheim abgerissen wird, erfolgte die gleiche Prozedur. Dort wurde mit den Arbeiten im Oktober 2017 begonnen.




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