Talentsichtung : Der große Traum vom Profifußball

Der Ball ist sein Freund: Maximilian Fuhr mit seinem liebsten Sportgerät beim Young Talents Day des SVE.
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Der Ball ist sein Freund: Maximilian Fuhr mit seinem liebsten Sportgerät beim Young Talents Day des SVE.

Für Maximilian Fuhr steht der Berufswunsch bereits fest. Der Neunjährige überzeugte beim Eicheder Young Talents Day mit seinem Können und erhielt vom Hamburger SV eine Einladung zu einem weiteren Turnier.

shz.de von
04. Juni 2014, 06:00 Uhr

Einmal vor zehntausenden jubelnden Fans ins Stadion einlaufen, Meisterschale, Pokal oder die Champions-League-Trophäe vor Augen und dann wie die Fußballer von Real Madrid den Sieg feiern – davon träumt Maximilian Fuhr. Sein großes Vorbild: Cristiano Ronaldo. Und das Selbstvertrauen des Neunjährigen kommt dem des Weltfußballers des Jahres 2013 schon nahe. Denn wenn Maximilian Fuhr von seiner zukünftigen Karriere spricht, redet er nicht im Konjunktiv – er spricht, als stehe alles schon fest.

„Ich werde Fußballprofi“, ist sich der Schüler der dritten Klasse der Bargteheider Johannes Gutenberg-Schule sicher. Diesen Traum teilt er mit Millionen anderer Nachwuchskicker. Beim Young Talents Day des Hamburger SV und SV Eichede auf dem Gelände des Stormarner Clubs versuchte Maximilian, neben 200 anderen Jungs und Mädchen, auf sich aufmerksam zu machen.

Die Talente waren nach Steinburg gekommen, um bei einem Turnier gegeneinander anzutreten. Gemeinsam in Mannschaften, die nach aktuellen HSV-Spielern benannt waren – im Prinzip aber auch alle individuell gegeneinander. Denn es galt, die Scouts des Bundesligisten zu überzeugen – oder auch den Trainerstab des SVE. Denn Maximilian hatte nicht unbedingt den HSV als primäres Ziel auserkoren. „Ich möchte erstmal hier auf mich aufmerksam machen“, sagte er bescheiden. Der SVE sei sein nächstes Etappenziel. „Mein Bruder Alexander spielt hier in der D-Jugend, ich bin noch in der E-Jugend des Delingsdorfer SV“, sagte der Nachwuchskicker. „Ich habe gehört, dass es hier gut ist, und daher möchte ich auch hier spielen.“ Das Selbstvertrauen, das er bei der Nennung seines Berufswunsches noch zur Schau gestellt hatte, ist neben dem Platz mittlerweile kindlicher Schüchternheit gewichen. Auf dem Rasen ist davon aber keine Spur. Im Team „Arslan“ gehört der Offensivspieler zu den Besten.

Trainer und Scouts machen sich eifrig Notizen, kritisch beäugt von den Eltern anderer Kinder, für die jeder andere Teilnehmer nur ein Konkurrent ist. Während sich der Großteil der mitgereisten Verwandten der Talente aus dem ganzen Norden dezent zurückhält, gibt es auch Ausnahmen. Eltern, die auf die große Karriere für ihren Nachwuchs hoffen – und lautstark die Leistungen der eigenen Kinder rühmen oder den Schiedsrichter für jede Entscheidung gegen ihren Sprössling verfluchen. Da hilft nicht nur für die Scouts häufig nur: weghören. Denn oft wird der eigene Nachwuchs zu Sololäufen und brotlosen Tricks motiviert – ein Fehler. Die Scouts wollen nämlich auch sehen, wie mannschaftsdienlich die Spieler agieren.

Eine Qualität, die Maximilian mitbringt – mit Übersicht bietet er sich immer wieder an und spielt gute Pässe auf besser positionierte Mitspieler. Das unterscheidet ihn von einem Teil der anderen Talente und führt unter anderem dazu, dass er tatsächlich vom Hamburger SV zu einem weiteren Turnier eingeladen wird, bei dem er sich erneut zeigen darf. Er gehört damit zu den Nachwuchskickern, die eventuell durch den Young Talents Day zum nächsten Schritt in ihrer noch jungen Karriere ansetzen.

Eines der wichtigen Ziele der Aktion: „Wir möchten, dass diese Jungen und Mädchen aus der Region einen Fußballtag mit dem HSV verbringen und ihnen die Chance geben, ihr Können unter Beweis zu stellen“, sagte HSV-Sportchef Oliver Kreuzer und ergänzte: „Der SV Eichede ist seit Jahren ein zuverlässiger Partner.“ Bereits zum achten Mal waren die Hamburger in Eichede zu Gast. SVE-Präsident Olaf Gehrken zog ein positives Fazit: „Es läuft gut und macht Spaß. Es ist schön zu sehen, wenn so viele Kinder Spaß am Fußball haben.“ Gehrken betonte, dass die Nachwuchsarbeit im Verein einen hohen Stellenwert genieße: „Die ersten Mannschaften in der D- und E-Jugend haben kein Spiel verloren, die A-, B- und C-Jugend werden in den höchsten Spielklassen des Landes auf Spitzenpositionen abschließen.“ In dieses Konzept passe der Young Talents Day sehr gut. Denn er bringe Talente wie Maximilian Fuhr ihrem Traum von der großen Fußballwelt ein Stückchen näher.

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