Der Gang des Erinnerns – in Ahrensburg

Winfried Kümpel-Jurgenowski (Runder Tisch Ahrensburg) zeigt das Wohnhaus des Arztes an der Waldstraße 8. Heute erinnern nur noch zwei Putten und ein altes Fenster in einem Neubau daran.
Winfried Kümpel-Jurgenowski (Runder Tisch Ahrensburg) zeigt das Wohnhaus des Arztes an der Waldstraße 8. Heute erinnern nur noch zwei Putten und ein altes Fenster in einem Neubau daran.

Am Jahrestag der Reichspogromnacht hielten etwa 170 Menschen an den vier Stolpersteinen inne

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10. November 2016, 00:32 Uhr

In Gedenken an die zahlreichen Opfer der NS-Diktatur zogen am Mittwoch – genau am 78. Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 – rund 170 Teilnehmer zu den vier Ahrensburger Stolperstein-Stationen.

Die einzelnen Stationen erinnern an die Angehörigen der Familien, die unter der NS-Herrschaft schwer drangsaliert wurden – wie etwa die Familie von Dr. Hugo Rath. Der Arzt, der eine Jüdin geheiratet hatte (Veronika), betrieb an der Waldstraße 8 das erste Ambulatorium in Schleswig-Holstein und wurde – wegen angeblicher „Angriffe auf Staat und Partei“ – von den Nazis vor Gericht gestellt. Aus Gram nahm sich seine Frau 1938 das Leben, Hugo Rath starb zwei Jahre später.

Der nachdenklich stimmende Gang des Erinnerns in Ahrensburg führte dann weiter zu Stationen, an denen in der Hagener Allee, der Waldstraße, am Rondeel und auf dem Rathausvorplatz vor den Stolpersteinen inne gehalten und der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wurde.

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