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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 15:12 Uhr

Reinfeld : Der erste Karpfen ist abgefischt!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Für das bevorstehende Karpfenfest fischt Teichwirt Alfred Wenskus den Hälterteich ab, um der großen Nachfrage gerecht zu werden.

shz.de von
erstellt am 18.Aug.2015 | 06:00 Uhr

„Eigentlich ist das ja viel zu früh mit dem Abfischen“, sagt Teichwirt Alfred Wenskus, während er mit seinem Sohn Sascha und Helfer Karsten Rieck den Mönch am Hälterteich kontrolliert. Aber für das Karpfenfest Ende August mache man es trotzdem möglich, dass die ersten Karpfen der Saison pünktlich erhältlich sind. „Wir werden 20 bis 25 Karpfen anbieten können – vor allem für unsere Karpfenchips“, sagt „Ali“, wie er von seinen Freunden genannt wird. Den anderen Spiegelkarpfen will er noch bis zum Abfischen am 25. Oktober Zeit zum Reifen geben. Deshalb fischen die drei erfahrenen Männer jetzt auch nur den kleineren, 400 Quadratmeter großen Hälterteich ab.

Aber das ist trotzdem Arbeit genug. Am „Mönch“ – dem Ablauf in Richtung Mühlenau – werden nach und nach immer mehr Bretter gelöst, damit das Wasser kontrolliert abfließen kann und die Karpfen sich direkt vor dem Mönchsgitter sammeln können. „Das geht ganz schnell“, sagt Rieck: „In einer Stunde ist der Hälterteich so leer, dass wir abfischen können.“ Und er soll Recht behalten. „Da sind sie ja schon!“, ruft Carsten Rieck. Immer mehr Karpfen schwimmen automatisch in den Fließkanal und werden so zum Mönch geführt. Reiche Beute für die Fischer. Manchmal auch für den Fischreiher, ärgert sich Ali. Erst gestern habe dieser einen besonders dicken Karpfen „schnabuliert“. Schnell holt Ali die weißen Wannen, Sascha und Karsten packen sich die Kescher - und los geht es. Nach und nach werden die Spiegelkarpfen aus dem Wasser gezogen. Viele kleine aber auch einige ganz ordentliche Brocken sind mit dabei. Manch Karpfen erkennt die drohende Gefahr und versucht, gegen den Strom zurückzuschwimmen – aber vergebens. Denn Sascha und Karsten stapfen in dicken Gummihosen und Gummistiefeln auch in den tiefsten Morast, um auch den letzten Karpfen zu keschen. „Da kann man schon mal bis zu den Knien im Modder versinken, aber das macht nichts“, meint Sascha mit einem Lachen. Ein großer Karpfen zappelt in seinem Kescher. Er schüttelt das Netz ordentlich, damit zumindest der gröbste Dreck abfällt, bevor das Tier in der Sammeltonne verschwindet. Einige besonders große Exemplare haben es nicht bis in den Fließkanal geschafft, sondern dümpeln im Hälterbecken. Die Männer kommen ihnen schnell zu Hilfe. In rund zwei Stunden haben sie den Hälterteich leer gefischt.

Die Beute wird in einem speziellen Wasserbehälter auf Alis Wagen gesammelt und in den Fließkanal am Fischhaus gebracht. „Dort schwimmen die Fische in klarem Wasser, so dass sämtlicher Modergeschmack beseitigt wird“, erklärt der Teichwirt, der seinen Betrieb seit fast zehn Jahren in Reinfeld führt. Ein bisschen Sorgen bereitet ihm die lang anhaltende Trockenheit, die den Karpfen den nötigen Sauerstoff nehme. „Das Wetter ist schon entscheidend“, sagt er. 21 Grad Wassertemperatur seien in Ordnung, höher dürfe es aber nicht gehen. „Regen und ein bisschen weniger Hitze schaden nicht“, so Ali. Dann komme das weitere Abfischen auch gut voran.

Erst wenn die höher gelegenen Teiche – Schulteich und Schwarzer Teich – abgefischt werden, fließt wieder Wasser in den jetzt trockenen Hälterteich. Ali hat aber alles im Griff und freut sich auf das Karpfenfest von Freitag bis Sonntag, , 28.-30. August: „Bis dahin schwimmen sich die ersten Karpfen aus und stehen zur Verarbeitung bereit.“ Die ersten Nachfragen nach Reinfelds Wappentier seien schon eingegangen.

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