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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 21:36 Uhr

Kreis Stormarn : Der Erfolgsgarant hört auf

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Norbert Leinius hat Mittwoch seinen letzten Arbeitstag in der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn.

von
erstellt am 17.Apr.2016 | 16:07 Uhr

Sein Schreibtisch ist immer noch voll, er hat noch mehrere Projekte in Arbeit, aber seine Tage sind gezählt. Am Mittwich, 20. April, hat Norbert Leinius seinen letzten Tag bei der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS). Mehr als 16 Jahre, seit Oktober 2000, war er Chef der Wirtschaftsfördergesellschaft des Kreises.

Leinius würde vermutlich sogar noch weitermachen, wenn er nicht mit Landrat Klaus Plöger vereinbart hätte, dass sie beide gemeinsam aufhören. „Wir waren eine ideale Besetzung und haben uns immer ergänzt. Sonst hätte man auch gar nicht so lange gearbeitet“, sagt der 68-Jährige.

Der SPD-Landrat hatte den ehemaligen Oldesloer CDU-Stadtrat seinerzeit von der Firma AVW zurück nach Stormarn geholt. Ihr letzter gemeinsamer Termin wird die Aufsichtsratsitzung am morgigen Dienstag sein. Klaus Plöger wird dann am Donnerstag groß verabschiedet. Dann übernimmt Dr. Henning Görtz den Landrats-Posten. Auf Leinius folgt Detlev Hinselmann, der bereits seit Jahresbeginn für die WAS tätig ist. „Wir sind ein kleines, aber feines Team“, sagt Leinius über „seine“ WAS. Dazu gehört seit mehr als 25 Jahren Birgit Moritz-Russnak. „Es ist für das Team immer noch unvorstellbar“, sagt die Assistentin der Geschäftsführung über den Abschied des langjährigen Chefs. Der steckt noch mitten in der Arbeit. „Die Arrondierung des Gewerbegebiets in Barsbüttel möchte ich noch zum Abschluss bringen“, sagt Norbert Leinius. Das Projekt Autohof Hammoor ist auf den Weg gebracht, ebenso das länderübergreifende Gewerbegebiet Rahlstedt/Stapelfeld. „Das war immer ein großer Wunsch von mir, und es sieht jetzt so aus, dass wir es hinbekommen“, sagt Leinuis, der die Zusammenarbeit mit Hamburg intensivierte und Vorsitzender der Kommission für Gewerbentwicklung in der Metropolregion war.

Zu den Erfolgen der WAS in Stormarn zählt er neben Lidl in Siek, Boltze in Braak, und Möbel-Höffner samt Autobahnschluss vor allem die Sanierung der Deponie 80 in Barsbüttel, deren Fläche heute wieder gewerblich genutzt wird. Als Misserfolg bleibt Kamps haften. Die Brotfabrik in Meddewade – erst Wendeln, dann Kamps – war an den Barilla-Konzern verkauft worden, und im Oldesloer Gewerbegbiet Süd-Ost sollte eine Brotfabrik für Norddeutschland entstehen. „Die Verträge lagen unterschriftsreif in Italien. Nur durch Zufall haben wird dann erfahren, dass Kamps nach Lüdersdorf geht“, erinnert sich Leinius ungern.

Das ändert überhaupt nichts an der Erfolgsbilanz der WAS, die mehr Anfragen bekommt als Grundstücke zur Verfügung stehen. Mehr als 700 Betriebe wurden in seiner Zeit angesiedelt, fast 14    000 Arbeitsplätze wurden dadurch geschaffen oder gesichert. 2015 war das beste Jahr in der langen Erfolgsgeschichte der Stormarner Wirtschaftsfördergesellschaft. „Deshalb können wir uns auch den Kauf von Beimoor-Süd in Ahrensburg erlauben“, sagt Leinius, „die Erschließung soll in diesem Jahr starten.“

Da ist er immer noch der Arbeitsmodus, ganz auf Freizeit umschalten will er noch nicht. „Ich habe ja 15 Jahre keinen Urlaub genommen, vielleicht mal eine Woche“, erklärt Leinius, warum er trotz seines Alters und der fünf Enkelkinder, von dennen drei fast nebenan wohnen, nicht nur reisen und entspannen will. „Ich werden wohl einen Beraterjob annehmen – aber nicht mehr als 20 Stunden die Woche. Höchstens 25“, sagt er.

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