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Ermittlungen auf Volksfest : Der Dom-Krimi aus Oldesloe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Mord statt bunter Trubel – der neue Roman des Oldesloer Autors Klaus E. Spieldenner spielt auf Norddeutschlands größtem Volksfest. Ausgangspunkt ist das echte Dom-Unglück vor 35 Jahren.

„Hier ist die Ecke, wo ein Oldesloer eine Bierdose unter den Wagen wirft“, erzählt Klaus E. Spieldenner beim Vorab-Dombummel. Das ist eine entscheidende Szene in seinem jetzt erschienenen Krimi „Der Dom trägt Schwarz“. Morgen wird Norddeutschlands größtes Volksfest traditionell mit drei Böllerschüssen eröffnet. In den kommenden vier Wochen erwarten die gut 250 Schausteller wieder drei Millionen Besucher.

„Der Fischmarkt ist total abgegrast, in der Elbphilharmonie sind auch schon etliche gestorben“, erzählt der Oldesloer Autor: „Aber einen Dom-Krimi gibt es noch nicht.“ So ganz stimmt das allerdings nicht, wie Manfred Pluschies, Präsident des Hamburger Schaustellerverbands, jetzt sagte: „Da hat es schon mal einen gegeben. Das ist aber bestimmt schon 20 Jahre her.“ Für Spieldenner zählt das nicht. Der gebürtige Saarländer ist ausgesprochener Kirmesfan. Mit Enkel Joris sind Dombesuche da quasi Pflichtprogramm.

Spieldenners Roman greift einen realen Unfall vor 35 Jahren auf. Der 14. August 1981 ist noch heute ein schwarzer Tag in der Geschichte des Hamburger Doms. Bei einem tragischen Unfall kollidieren die Gondeln des „Skylab“ mit einem Kran, mit dem ein defekter Motor an der benachbarten Loopingbahn getauscht werden soll. Sieben Menschen sterben in dieser Nacht.

Dreieinhalb Jahrzehnte später wird der Chef der Geisterbahn „Zombie Land“ im Roman erschlagen. Die Schausteller erhalten einen Erpresserbrief – entweder zahlen sie fünf Millionen Euro oder es drohen Schrecken und sogar Blutvergießen. Ein Stromausfall legt den Jahrmarktstrubel lahm, mit einem schlag verlöschen die unzähligen bunten Lichter, geht die Musik aus, bleiben die Fahrgeschäfte stehen. Spätestens da wird allen klar: Die Drohung ist real. Kommissarin Sandra Holz nimmt ihre Ermittlungen auf.

Die Recherche im Milieu war für Klaus Spieldenner nicht einfach. „‚Kein Interesse‘ und dann wurde gleich der Hörer aufgeknallt“, berichtet der Autor: „Ich war schon nahe dran, das Thema zu wechseln.“ Kurz vorher war ein „Tatort“ ausgestrahlt worden, der die Schausteller als kriminelle Alkoholiker darstellte. Aber der Oldesloer ließ nicht locker. Seine Hartnäckigkeit wurde belohnt. Ein Unternehmen gewährte ihm doch noch Einblicke. Spieldenner: „Es geht alles sehr familiär zu. Das ist ein ganz anderes Leben und ich glaube, die wollen das auch genau so.“ Das in der Hamburger Wirtschaftsbehörde angesiedelte Dom-Referat gab bereitwillig Auskunft und auch die für die Stromversorgung zuständige Firma stand dem Oldesloer Rede und Antwort. „Ich habe das so umgesetzt, was die es mir gesagt haben“, versichert Klaus Spieldenner: „Aber natürlich nicht so, dass jetzt jemand den Dom dunkel machen kann.“ Ein totaler Stromausfall sei ohnehin nicht möglich, da das Heiligengeistfeld über drei Stränge versorgt werde. Werbung für den Dom findet Schausteller-Präsident Pluschies natürlich toll, aber bei einem Krimi ist er skeptisch: „Ich glaube, das Buch müssen wir erst mal lesen.“

Der Dom trägt Schwarz ist im Niemeyer-Verlag erschienen, 368 Seiten, 11,95 Euro. ISBN: 978-3-8271-9440-4

Volksfest mit Geschichte
>Freitag um 16 Uhr wird der Hamburger Frühlingsdom von Kultursenatorin Barbara Kisseler um 16 Uhr eröffnet. Bis 17. April locken rund 250 Schausteller täglich auf das Heiligengeistfeld – lediglich am Karfreitag bleibt das Volksfest geschlossen. Montags bis donnerstags haben die Fahrgeschäfte, Karussells und Buden von 15 bis 23 Uhr geöffnet, freitags und sonnabends bis 24 Uhr. Sonntags und Ostermontag läuft der Trubel von 14 bis 23 Uhr, Ostersonntag bis Mitternacht. Mittwochs ist Familientag, freitags steigt um 22.30 Uhr ein Feuerwerk (außer Karfreitag).

>„Apollo 13“ – ein 1,6 Millionen Euro teurer Booster, der seine Fahrgäste mit bis zu 120 Stundenkilometern auf 55 Meter Höhe katapultiert – und eine mobile Lasertag-Anlage sind zwei Attraktionen, die erstmals in Deutschland gezeigt werden. Ihre Hamburg-Premiere haben die „Geisterstadt“, das „Old Shining House“ und „High Impress“.

>Gleich 72 Meter geht es im „Skyliner“ hoch – einem mobilen Aussichtsturm, der 360-Grad-Panoramablick über die Hansestadt erlaubt. 400 Meter Achterbahnspaß erleben die Fahrgäste im „Spinning Racer“ und „Fuzzy’s Lachsalon“ bietet den höchsten transportablen Free-Fall-Tower. Erstmals wird mit dem „Hansedorf“ auf dem Frühlingsdom auch ein eine Sonderveranstaltungsfläche geboten – eine kleine Reise ins Mittelalter mit Schiffswrack, Handwerkern und Artisten.

>Der Hamburger Dom kann auf eine mehr als 900-jährige Geschichte zurückblicken. Im Jahr 1337 wurde Händlern offiziell die Erlaubnis erteilt, bei schlechtem Wetter ihre Stände in der Kirche aufzubauen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Jahrmarktstrubel auf das Heiligengeistfeld verlegt.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 17.Mär.2016 | 06:00 Uhr

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