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Stormarner Tageblatt

13. Dezember 2017 | 08:21 Uhr

Reinfeld : Der Bürgermeister wehrt sich

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Auseinandersetzungen über die Baustelle hinter dem Reinfelder Rathaus gehen in die zweite Runde.

shz.de von
erstellt am 17.Jun.2017 | 06:00 Uhr

Der Streit um die Baustelle hinter dem alten Rathaus an der Bergstraße nimmt kein Ende. Dort wird zur Zeit ein mehrstöckiges Gebäude mit Wohnungen gebaut, weswegen es teilweise zu Behinderungen kommt. Eine Gruppe von rund 30 Anwohnern hat – wie berichtet – erst vor kurzem bei einer Ortsbesichtigung ihren Unmut über die Zufahrt von Baufahrzeugen Luft gemacht. Ein eigens angeforderter Lkw sollte beweisen, dass eine Zufahrt über den Rathaus-Parkplatz sicherer und einfacher sei. Dieser schaffte die Kurve am Ende des Parkplatzes allerdings nur knapp und streifte einen Bordstein. Die empörten Anwohner sehen die Sicherheit vor allem älterer Menschen und Schulkinder durch die großen Baufahrzeuge massiv gefährdet und forderten Bürgermeister Heiko Gerstmann auf, die Streckenführung für die schweren Fahrzeuge über den Parkplatz zu legen. Forderungen nach einem Rücktritt des Bürgermeisters wurden laut.

Wegen Krankheit ließ sich dieser bei der Ortsbegehung entschuldigen, wehrt sich aber jetzt vehement gegen die Anschuldigungen. Der Anlieferungsverkehr über die Bergstraße sei eine verkehrsrechtliche Anordnung der Stadt Reinfeld, woran die Bürger rechtlich kein Mitspracherecht hätten. Bereits Anfang März sei intern diskutiert worden, ob die Anlieferung über den Parkplatz erfolgen sollte. Daraufhin erhielt die Verwaltung eine Unterschriftenliste von 22 der 75 Personen, die in dem Gebiet wohnen. Sie forderten die Umkehr der Einbahnstraßenregelung. „ Die Zufahrt soll über die Bergstraße und die Ausfahrt über den Jungfernstieg erfolgen! Damit ist sichergestellt, dass wir pünktlich zu unseren Terminen, zu unseren Zügen und zur Arbeit kommen“, heißt es in der Liste. Gerstmann: „Diese Forderung wurde am 12. April erfüllt.“

Nur wenig später sei er aber auf einer Anliegerversammlung mit der Forderung konfrontiert worden, dass die Anlieferung nicht über die Bergstraße erfolgen solle. „Ob es sich um eine mehrheitliche Meinung der Anwohner handelt, ist unklar. Es waren zirka 30 Personen anwesend. Anwohner äußerten die Bitte, die Anlieferung über den Parkplatz festzulegen. Dieses habe ich abgelehnt.“ Jede verkehrsrechtliche Anordnung erfolge unter Abwägung der verschiedenen Interessen. Für die Verlagerung der Anlieferung über den Parkplatz spreche, dass dadurch die Anwohner der Sackgasse ungehindert zu ihren Grundstücken fahren könnten. Damit werde natürlich auch die wassergebundene Decke vor dem Neuhöfer Teich vor eventuellen Bauschäden bewahrt. Zudem sei der Fußgänger- und Radfahrerverkehr im vorgenannten Bereich vielleicht weniger gefährdet. Ein Rettungseinsatz könnte durch abgestellte Fahrzeuge zeitlich behindert werden. Gegen die Anlieferung über den Parkplatz spreche jedoch, dass dieser stark frequentiert sei. Nach Auffassung der Verwaltung ist ein langer Sattelzug mit Anhänger eine nicht akzeptable Gefahr, selbst wenn ein Abbiegen in den Jungfernstieg möglich ist. „Eine halbseitige Sperrung des Parkplatzes für die Anlieferung zur Baustelle ist nicht vertretbar“, so Gerstmann. Schäden in der Bergstraße würden dem Investor in Rechnung gestellt.

„Der vorhandene Baukran ist zu kurz, so dass keine Lasten vom Parkplatz gehoben werden können. Alternativ müsste der Baukran verlegt werden. Eine Verlegung könnte nur auf den Parkplatz erfolgen, so dass eine Abfuhr über den Jungfernstieg nicht mehr möglich wäre“, betont der Bürgermeister. Nach Auffassung der Verwaltung sind die Gefährdungen und Beeinträchtigungen geringer, wenn der Anlieferverkehr über die Bergstraße geführt wird. Die Straßenverkehrsbehörde, die Feuerwehr sowie die Polizei hätten sich zudem nicht kritisch über die festgelegte verkehrsrechtliche Anordnung geäußert. Gerstmann bedauert, dass oftmals die sachliche Ebene verlassen worden sei. Gesprächsangebote im Rathaus seien nicht angenommen worden.

Inzwischen sei vereinbart worden, dass anliefernde Lkw über den Baukran entladen werden. Für die Betonierung der Sohle, der Kellerwände und der Kellerdecke ist eine Betonpumpe für jeweils einen Tag erforderlich. Dann ist die Bergstraße an drei Tagen für einige Stunden gesperrt. Die Baufirma stellt Sicherungsposten an der wassergebundenen Decke am Neuhöfer Teich. Die Anwohner werden per Handzettel über die jeweiligen Tage informiert. Gerstmann: „Meines Erachtens kann der Engpass am Neuhöfer Park auch durch eine Ampelschaltung entschärft werden. Dieses wurde aber bislang ohne eine plausible Begründung abgelehnt.“

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