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Fuß vom Gas : Der Blitzmarathon hat viele besonnen gemacht

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Von 800 gemessenen Fahrzeugen in Ammersbek waren gestern nur 37 zu schnell unterwegs. Die drei schnellsten Temposünder waren Frauen.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Bundesweiter Blitz-Marathon und in Ammersbek ist die Polizei mit dabei. Genau 809 Fahrzeuge hat die Polizei an ihrem Messpunkt in der Ohlstedter Straße in Ammersbek registriert. Und davon waren immerhin trotz aller Vorwarnungen in den Medien zum Blitzermarathon noch 37 Autofahrer mit mehr als den erlaubten 30 Stundenkilometern unterwegs. „Das sind aber alles keine Raser“, betont ein Polizeibeamter, der die Messanlage betreut. „Wer hier zu schnell ist, der bekommt einen Bußgeldbescheid über 15 Euro, weil er nach Anzug der Toleranz von 3 km/h gerade einmal 9 km/h über den erlaubten 30 km/h liegt“, so der Beamte. Überhaupt sei es falsch, alle Temposünder als Raser zu bezeichnen. Das seien eher diejenigen, die sich Rennen auf öffentlichen Straßen lieferten oder die in wirklich halsbrecherischer Manier mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs seien.

Während an diesem Tag solche Raser kaum zu erwarten waren, nuckeln alle Autos mit teilweise schon besorgniserregend niedrigen Geschwindigkeiten über die Landstraßen.

Ein junger Mann war mit einem geliehenen VW Polo durch die Messstelle in Ammersbek gefahren, hatte gewendet und parkte den schwarzen Polo direkt neben dem Fahrzeug der Polizisten. Er sei sich nicht sicher, ob er geblitzt worden sei. Aber da der Wagen nur geliehen war, wäre es ihm peinlich, wenn der Halter des Polos demnächst Post von der Bußgeldstelle bekommen würde. Punkte habe er keine, sagte der Mann, der lieber unerkannt bleiben wollte. Aber von den Beamten wollte er gern wissen, ob man ihn denn auch geblitzt habe. Nach einem Blick in das Messprotokoll war schnell klar, dass der Mann mit dem bayerischen Akzent nicht geblitzt worden ist. Für die Polizei kein ungewöhnlicher Vorfall. „Es kommt häufig vor, dass Autofahrer anhalten und fragen, wie schnell sie denn waren, als es geblitzt hat. Und es kommt leider auch immer wieder vor, dass die Beamten übel beschimpft werden“, erklärte Hauptkommissar Kay-Uwe Güsmer von der Polizeidirektion Ratzeburg.

Das war an diesem Morgen allerdings auch nicht der Fall, aber gegenüber der Kontrollstelle regte sich Unmut bei Anwohnerin Margot Seehaase (74). Nicht gegen die Polizei, sondern gegen die Autofahrer. Die Rentnerin wohnt in der Ohlstedter Straße genau an der Stelle, wo geblitzt wird. „Jetzt fahren alle Autos langsam hier. Aber warten Sie mal ab, wie das hier abgeht, wenn die Polizei ihre Anlage abgebaut hat. Da hält sich keiner mehr an Tempo 30. Da nützt auch die Ampel wenig und auf die Behinderteneinrichtung auf der anderen Straßenseite nimmt auch kaum ein Autofahrer Rücksicht. Egal ob Pkw, Bus oder Lkw“, sagt die 74-Jährige. Manchmal sei das richtig heftig hier. Ein Wunder, dass noch nichts schlimmes passiert sei. „Leider steht die Polizei hier nur sehr selten zum Blitzen“, so die Rentnerin.

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