Der Autor von nebenan

Hat bereits knapp 30 Theaterstücke geschrieben: Hobbyautor Fred Redmann. Foto: Wittmaack
Hat bereits knapp 30 Theaterstücke geschrieben: Hobbyautor Fred Redmann. Foto: Wittmaack

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13. Januar 2010, 04:59 Uhr

Krempe/Neuenkirchen | Mit ihrem neuen Stück "Piratenfunk in Höhnerstall" feiert die Theatergruppe "De Kremper Bohlenbögers" am 19. Januar Premiere. Autor des Dreiakters ist Fred Redmann aus Neuenkirchen. Der 45-Jährige hat bereits knapp 30 plattdeutsche Stücke geschrieben, die regelmäßig im gesamten niederdeutschen Sprachraum aufgeführt werden. Leben kann Redmann von seiner Schriftstellerei allerdings nicht - und möchte es auch gar nicht. "Das ist und bleibt mein Hobby", versichert der Neuenkirchener, der hauptberuflich als Beamter bei der Bundesnetzagentur arbeitet.

Seit 1990 steht Redmann selbst als Schauspieler auf der Bühne. Erst in Neuenkirchen, später in Borsfleth, und aktuell bei den Kremper Bohlenbögers. Bei seinem Stück "Piratenfunk in Höhnerstall" wird er die Rolle des Karlo Muker übernehmen. Seit 1993 schreibt der 45-Jährige Theraterstücke. Sein erstes hieß "Wiebke gifft nicht op", sein erfolgreichstes ist "Wenn dat ün de Wusst geiht", das bereits von 15 verschiedenen niederdeutschen Bühnen aufgeführt wurde. Von Krempel bei Husum bis hinunter in die Region Celle/Hannover reicht das plattdeutsche Verbreitungsgebiet. "Die südlichste Aufführung eines meiner Stücke war in Riepe bei Bocholt", sagt Redmann. Hauptsächlich gespielt werden die Redmannschen Werke jedoch in Ostfriesland, nicht zuletzt, weil sein Ostfriesischer Theaterverlag in der Nähe von Emden beheimatet ist.

Reichtümer sind mit den Theaterstücken nicht zu verdienen. "Für einen Einakter gibt es so rund 100 Euro", sagt Redmann. Für größere Stücke etwas mehr. Die Einnahmen aus den Aufführungen der Werke werden zwischen ihm und seinem Verlag im Verhältnis 50:50 aufgeteilt. Eine Familie ernähren kann man davon natürlich nicht. Und so sind Ehefrau Siegrid und die Kinder Maja und Tim froh, dass Fred Redmann als Beamter ein festes Einkommen nach Hause bringt. "Die Theatereinnahmen brauchen wir auf, wenn wir nach Ostfriesland fahren, um uns dort Aufführungen anzusehen", sagt der Autor. "Das macht immer viel Spaß", versichert Ehefrau Siegrid, die das zeitaufwendige Hobby ihres Mannes voll und ganz mit trägt. "So 20 bis 30 Stunden sitze ich an einem Stück", sagt der 45-Jährige. Wenn er zu schreiben beginne, sei die Grundidee schon ausgereift. Es folge die Entwicklung der Handlungsstränge und zu guter Letzt das Feilen an den Dialogen.

Nicht anders war es bei "Piratenfunk in Höhnerstall". Das Werk feierte 2006 seine Uraufführung und behandelt "ein durchaus aktuelles Thema", wie Redmann versichert. Noch immer gebe es vor allem im ostfriesischen Grenzgebiet den ein oder anderen Hobbyfunker, der illegal seinem Hobby nachgehe. Die Originalversion von "Piratenfunk in Höhnerstall" war rund drei Stunden lang. Nach etlichen Kürzungen blieben rund zwei Stunden reine Spielzeit übrig. Das Ganze sei "Unterhaltung, keine Weltliteratur", sagt Redmann - um gleich hinzuzufügen: "Seicht ist es aber nicht." Die Theaterfreunde dürfen also gespannt sein auf ein Werk, das sprichwörtlich vor ihrer Haustür entstanden ist.

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