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Ahrensburg : Denkmalschutz: Stadt stellt selbst den Antrag

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Mit 15 gegen 13 Stimmen bei drei Enthaltungen haben die Ahrensburger Stadtverordneten beschlossen, selbst den Antrag auf Denkmalschutz fürs Rathaus zu stellen.

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erstellt am 28.Jan.2014 | 19:18 Uhr

Die Schlossstadt stellt den Antrag auf Eintragung ihres Rathauses ins Denkmalbuch von Schleswig-Holstein. Das beschlossen die Stadtverordneten mit 15 gegen 13 Stimmen bei drei Enthaltungen. Nachdem der SPD-Antrag angenommen worden war, zog die CDU ihren Gegenantrag zurück. Den Antrag auf Denkmalschutz schickte Bürgermeister Michael Sarach gleich gestern nach Kiel.

Der Entscheidung ging eine höchst lebhafte Debatte voraus. Dass dieses Gebäude zum Denkmal deklariert wird, daran bestand nach dem Besuch von Kultusministerin Anke Spoorendonk in Ahrensburg kein Zweifel mehr. „Die Entscheidungshoheit über künftige Baumaßnahmen sollten Stadtverordneten und Verwaltung behalten, und nicht eine Behörde in Kiel“, sagte Tobias Koch (CDU), wenn das die Stadt selbst beantrage, „wird das für alle Zeit festgeschrieben.“ Da vom Denkmalschutz auch die Umgebung des Rathauses betroffen sei, werde sich die Behörde auch bei einer möglichen Umgestaltung des Rathausplatzes einmischen.

Das befürchtet auch Thomas Bellizzi (FDP), der zudem die Gutachter als „nicht neutral“ kritisierte. Das Stimmungsbild der schweigenden Mehrheit sei eindeutig gegen Denkmalschutz, das habe die Umfrage der CDU auf dem Rondeel ergeben, so Koch. Über 80 Prozent der Befragten hätten sich gegen eine Ahrensburger Initiative zur Unterschutzstellung ausgesprochen. Es sei auch vollkommen unbewiesen, dass bei einer Zustimmung Fördermittel fließen würden.

Ein Umdenken vermeldete Jörg Hansen (Grüne): „Vor zwei Jahren hätte ich noch zugestimmt, dieses Rathaus zu sprengen.“ Doch die Argumente der Denkmalschützer hätten ihn überzeugt.

Die SPD habe mit ihrem Antrag ohne Not eine „Kampfabstimmung“ eingeleitet. Das Ministerium solle entscheiden: „Dann bleibt der Sündenbock in Kiel.“ Er enthielt sich ebenso wie Hinrich Schmick (WAB): „Eine Zustimmung wäre ein Votum für mehr Bürokratie.“

Viele seien durch die Diskussion bereit zum Lernen gewesen und hätten ihre Position geändert, sagte Rafael Haase (SPD): „Nur die nicht, die keinen intellektuellen Anspruch an sich haben.“ Die Ministerin habe ein noch von der CDU-Regierung verabschiedetes Gesetz umgesetzt. „Herr Koch erkennt das nicht an.“

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