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Stormarner Tageblatt

15. Dezember 2017 | 07:10 Uhr

Bad Oldesloe : Den Strom selber machen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die neue Windmühle in Wolkenwehe nimmt Gestalt an. Sie soll ab nächsten Monat regenerative Energie für 2000 Haushalte liefert.

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erstellt am 27.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Es ist kalt, es ist windig und der Matsch steht knöchelhoch – trotzdem wird mit Hochdruck gearbeitet. Die neue Windmühle an der Grabauer Straße in der Nähe von Wolkenwehe muss fertig werden. „Das hat stramme wirtschaftliche Gründe“, sagt Thomas Sternberg, Geschäftsführer der Betreiber-Firma. Mit jedem Quartal, das die Betreiber später ans Netz gehen, sinkt der Preis, den sie zukünftig für den produzierten Strom bekommen.

Um die Anlage war lange gerungen worden. In Oldesloe gibt es zwar keine Bürgerinitiative, die gegen Windspargel mobil macht, der Gegenwind kam aus Kiel. Und dann kippte ein Urteil auch noch die komplette Eignungsflächenplanung der Regierung. „Wir sind da grade noch so durchgerutscht“, freut sich Bürgermeister Tassilo von Bary. Für Bad Oldesloe galt eine Art Härtefallregelung. Die Genehmigung der Anlage war eigentlich schon fertig und den Investoren angekündigt, als das Urteil dazwischen kam. Seitdem ruhen alle Genehmigungen. „Der Fall, um den es in dem Urteil geht, den haben wir hier ja gar nicht“, erklärt Stadtwerke-Chef Jürgen Fahl. Deshalb darf in Wolkenwehe trotzdem gebaut werden.

Die neue Mühle entsteht, weil zwei alte dafür abgebaut werden. Das ist zu einem die Mühle auf dem gleichen Acker und eine kleine Anlage der Stadtwerke in Altfresenburg. Dadurch, dass die Stadtwerke ihre Mühle einbringen, werden sie mit 13 Prozent Mitgesellschafter der neue großen Windenergie-Anlage. Davon profitiert gewissermaßen die ganze Stadt.

Stück für Stück wächst die neue Mühle. Im unteren Bereich besteht der Turm aus Betonringen im oberen kommt ein zweiteiliger Stahltubus mit einem Durchmesser von bis zu 4,30 Metern zum Einsatz. Er wird der Anlage später die nötige Elastizität geben, denn je nach Windlage, schwankt der Kopf um bis zu 1,5 Meter. Der Turm wird 99 Meter hoch, die drei Rotoren haben eine Länge von 50 Metern. Höher durfte die Anlage nicht werden, um eine Richtfunkstrecke vom Klingberg nach Lübeck nicht zu behindern. Die Baukosten belaufen sich auf 4,75 Millionen Euro.

Die Anlage hat eine Leistung von 3500 kW. „Bei Volllast können wir in einer Stunde den Jahresbedarf an Strom einer Familie erzeugen“, erklärt Sternberg. Übers Jahr betrachtet sollen es sieben Millionen Kilowattstunden werden, was dem Bedarf von 2000 Vier-Personen-Haushalten entspricht oder 7,5 Prozent des städtischen Strombedarfs. „Ohne die Anlage hätten wir unsere Klimaschutzziele nicht erreicht“, so Bürgermeister Tassilo von Bary.

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