Den Löwen geht es an den Kragen

Roland Hooss wird die Löwen so authentisch wie möglich wieder herstellen.
Roland Hooss wird die Löwen so authentisch wie möglich wieder herstellen.

Die zwei historischen Statuen vor dem Heimatmuseum werden aufwändig restauriert

shz.de von
16. April 2018, 11:27 Uhr

„Mir liegt eine authentische Restaurierung am Herzen“, betont Diplom-Restaurator Roland Hooss, während er in minutiöser Kleinarbeit die vier Farbschichten auf dem historischen Löwen vor dem Heimatmuseum entfernt. Das sei zwar ein großes Stück Arbeit, aber es mache Freude, zum Ursprung des Kunstwerks zu gelangen. „Die Löwen sind aus großen Ziegelsteinblöcken mit Mörtel zu einer Einheit verbunden worden“, erklärt er. Der Zahn der Zeit habe an beiden Objekten genagt. Die immer wieder neu aufgetragenen Schichten Farbe hätten keine Atmung zugelassen, so dass es unter dem Anstrich immer feucht gewesen sei. Keine guten Voraussetzungen für die Langlebigkeit der Tierkönige. Ist die Farbe endgültig entfernt, schließt er die Ausbrüche und Risse mit einem Ergänzungsmörtel, der auf die Ziegel abgestimmt ist.

Um eine Atmung zu garantieren, wird er eine spezielle Fassung auftragen. Im September hat der Restaurator mit der Arbeit an dem ersten Portallöwen begonnen. Nach der Winterpause wird er bald den zweiten Löwen in Angriff nehmen. Zur Zeit ist einer bereits im ursprünglichen Terrakotta-Rot, der andere noch in Gelb zu bewundern. Die beiden Löwen wurden von Adolf Moll, Sohn des Ziegeleimeisters in Zarpen, Ende des 19. Jahrhunderts für seine Schwester gefertigt, die mit dem Müller verheiratet war. Fortan standen sie vor der Zarpener Mühle, kamen 1927 nach Reinfeld, wo sie bis zu seinem Abriss vor dem Kurhotel standen und danach 14 Jahre lang im Bauhof eingelagert wurden, bevor sie in den 1980er Jahren ihren Platz vor dem Museum fanden.

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