Reinfeld : Den Löwen geht es an den Kragen

Restaurator Roland Hooss verpasst den herrschaftlichen Löwen vor dem Museum ein neues, wetterbeständiges Outfit.
Restaurator Roland Hooss verpasst den herrschaftlichen Löwen vor dem Museum ein neues, wetterbeständiges Outfit.

Dank der Fielmann-Stiftung können die beiden goldenen Museums-Raubtiere endlich fachgerecht restauriert werden.

shz.de von
01. Juli 2015, 18:55 Uhr

Der Zahn der Zeit nagt an den zwei imposanten Löwen vor dem Heimatmuseum. Kein Wunder: Sie haben schon einige Jährchen auf dem Buckel. Mit Hilfe der Fielmann-Stiftung, mit der Museumsleiterin Anja Rademacher eng zusammenarbeitet, sollen die herrschaftlichen Raubtiere nun endlich restauriert werden. „Trotz eines neuen Anstrichs vor ein paar Jahren ist Feuchtigkeit eingedrungen, und überall blättert die Farbe ab“, so Rademacher. Die Feuchtigkeit drohe den Stein bei Frost zu zersprengen.

Unkraut wächst an einigen Stellen durch die Steinfiguren – kein schöner Anblick vor dem schmucken Gebäude, das 1881 als „Königlich-preußisches Amtsgericht“ erbaut wurde und seit 1963 als Heimatmuseum fungiert. Die beiden markanten Wahrzeichen des Heimatmuseums sind in Gefahr.

Die Löwen wurden einst in der Ziegelei in Zarpen hergestellt – ein genaues Herstellungsdatum ist allerdings nicht bekannt. Sie standen bis zu seinem Abriss vor dem Kurhotel in der Ahrensböker Straße(heute Rettungszentrum). Danach verschwanden sie 14 Jahre in der Versenkung und landeten auf dem Reinfelder Bauhof, bis sie durch die Initiative des damaligen Museumsleiters Bodo Zunk als Wächter vor dem Portal des Heimatmuseums ihre zweite Heimat fanden.

„Steinrestaurator Roland Hooss aus Stockelsdorf nimmt sich jetzt der Raubkatzen an und wird an einem Probetag zunächst das Ausmaß der Zersetzung feststellen“, freut sich die Museumsleiterin, dass die Sanierung vorangeht. Der Diplom-Restaurator ist ein Könner. Bei der Restaurierung an mehr als 60, teilweise renommierter Denkmäler sammelte er reichlich Erfahrung und absolvierte ein Zusatzstudium der Denkmalpflege in Berlin.

Anja Rademacher blickt positiv in die Zukunft. Die Pläne, das Heimatmuseum in einem anderen Gebäude unterzubringen, liegen momentan auf Eis.„Das alte Amtsgericht ist ein würdiges und geschichtsträchtiges Gebäude und somit mehr als geeignet für die Unterbringung unserer heimatgeschichtlichen Sammlung“, betont sie. Mit Hilfe der Fielmann-Stiftung, die sich sehr für das Reinfelder Museum engagiere, solle so schnell wie möglich – wahrscheinlich schon im Sommer – ein neues, fortschrittliches Museumskonzept erstellt werden. Außerdem sollen auch Exponate aus dem Umland der Karpfenstadt ausgestellt werden. Rademacher: „Falls wir umziehen müssen, dann nur, wenn wir ein geeignetes neues Zuhause gefunden haben.“

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