Bad Oldesloe : Dem Friedhofskiller auf der Spur

Klaus Spieldenner arbeitet schon am nächsten Werk.  Fotos: ol
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Klaus Spieldenner arbeitet schon am nächsten Werk. Fotos: ol

Mit „Schuppen 10“ präsentiert Klaus Spieldenner aus Oldesloe seinen mittlerweile sechsten Krimi. Es geht um einen irren Serienmörder und Leichen in den Fundamenten der Elbphilharmonie.

Andreas Olbertz. von
17. April 2018, 06:00 Uhr

Ein Serienmörder geht um. „Der Friedhofskiller“ haben ihn die Hamburger Boulevard-Blätter getauft, denn er sucht sich seine Opfer bevorzugt auf Friedhöfen. Der Oldesloer Krimi-Autor Klaus Spieldenner hat sich diese Geschichte ausgedacht. „Schuppen 10“ ist der mittlerweile sechste Kriminalfall, den sein Ermittlerteam um Sandra Holz lösen muss.

Es ist fast genau ein Jahr her, dass Spieldenner den Vorgänger der Öffentlichkeit präsentierte. „Elbtod“ entstand unter großem Druck, denn der Verlag hatte die ursprüngliche Idee von Klaus Spieldenner abgelegt. Auf die Schnelle musste eine Alternative her. Der Oldesloer hatte eine zündende Idee und konstruierte einen Kriminalfall rund um Bau und Eröffnung der Elbphilharmonie. „Elbtod“ wurde ein Bestseller – sechste Auflage, rund 12 000 Exemplare. „Ich glaube, ich bin der erste im Verlag, der das geschafft hat“, sagt Spieldenner nicht ohne Stolz. Doch der Druck, Elbtod pünktlich fertig haben zu müssen, hatte Spuren hinterlassen. Der ehemalige Feuerwerker der Bundeswehr war gesundheitlich angeschlagen. Vermutlich war es deshalb kein Zufall, dass die Zukunft von Sandra Holz offen blieb. Die Ermittlerin ist verschollen.

„Ausgebrannt würde ja bedeuten, dass ich keine Fantasie, keine Ideen mehr habe“, sagt Spieldenner heute. Er erholte sich von den Strapazen, hatte den zündenden Gedanken für einen neuen Plot ... „dann habe ich auch gleich wieder Lust gehabt“. Es war eine Zeitungsmeldung, die ihn auf die neue Geschichte brachte. Bei einem Unfall verliert ein junger Mensch seine Familie. Bei Spieldenner wird daraus Julius Hassel, der als einziger einen schweren Autounfall überlebt. Er übernimmt den Familienbetrieb, ein Beerdigungsunternehmen. Später ertrinkt auch noch seine Tochter und seine Frau nimmt sich das Leben – da brennt bei dem Bestatter etwas durch.

Damit ist klar: Der Täter im „Schuppen 10“ ist von Anfang an bekannt. Er mordet und mordet – auf satten 140 Seiten breitet Spieldenner den ganzen Wahnsinn seiner Hauptfigur aus, erst dann erscheint zum ersten Mal die Polizei. „Wenn ich den Plot habe, ist das Buch im Kopf schon fast fertig“, schildert der Autor seine Arbeitsweise. Dumm nur, dass der Verlag den Wunsch äußerte, er möge doch bitte die Elphi einbauen, um eventuell an den Erfolg von Elbtod anknüpfen zu können. Spieldenner gelingt das mit einem Kniff. Er muss seine Ursprungshandlung gar nicht ändern, sondern erweitert die Geschichte geschickt um einen weiteren Aspekt. Zwischen den Tragpfeilern des historischen Kaiserspeichers (heutige Elbphilharmonie) werden zufällig 21 Leichen bei Baggerarbeiten gefunden. Klar haben die Priorität und der Friedhofskiller gerät scheinbar in den Hintergrund. Sandra Holz steigt dann auch in die Geschichte ein.

Heutzutage reicht es nicht mehr, nur einen guten Roman zu schreiben. Eigenmarketing gehört zum Geschäft. „Frustrierend ist das nicht“, sagt Spieldenner, „es ist anstrengend. Auch wenn du 10 000 Einheiten verkauft hast, ruft trotzdem keiner aus Hamburg an und lädt dich zu einem Festival ein.“ Also geht er Klinken putzen, bietet sich für Lesungen und Signierstunden an, präsentiert sich auf Facebook, dreht Filmchen und hat zu jedem Krimi auch einen eigenen Song komponiert. Spieldenner: „Da muss man ständig dran bleiben, es sind schließlich so viele Fische im Becken, warum sollte ausgerechnet ich ausgewählt werden.“ Zusammen mit der Oldesloer Bäckerei Schmidt ist ihm ein Coup gelungen. Passend zum Buch wurden Kekse in Sarg-Form aufgelegt. Eine Lesung in der Backstube ist in Vorbereitung.

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