Delingsdorf : Delingsdorfs Pilotprojekt: WG für die Generation 75+

Arbeiten bei der 'Mission  Wohngemeinschaft' Hand in Hand und laden am Dienstag, 23. August, ab 19 Uhr zum Infoabend ins Bürgerhaus ein: Bürgermeister Randolf Knudsen (l.), Birgit Zwick, Leiterin des Pflegeberatungszentrums Bargteheide, und Unternehmensberater Dr. Kai Hochscheid.  Foto: stolten
Arbeiten bei der "Mission Wohngemeinschaft" Hand in Hand und laden am Dienstag, 23. August, ab 19 Uhr zum Infoabend ins Bürgerhaus ein: Bürgermeister Randolf Knudsen (l.), Birgit Zwick, Leiterin des Pflegeberatungszentrums Bargteheide, und Unternehmensberater Dr. Kai Hochscheid. Foto: stolten

2013 könnte Einzug sein / Mehrzweckhaus wird derzeit für 150 000 Euro barrierefrei umgestaltet

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19. August 2011, 09:11 Uhr

Delingsdorf | Das kleine und beschauliche Delingsdorf hat Großes vor, plant eine WG (Wohngemeinschaft) für Senioren ab 75 Jahren - landesweit in dieser Form ein echtes Pilotprojekt.

Aber der Reihe nach: Der Startschuss auf dem Weg zur generationen freundlichen Gemeinde fiel vor gut 15 Monaten. Da bot der Sportverein eine Bewegungswelt für alle - für gehandicapte und gesunde Menschen, für Groß und Klein, für Jung und Alt, im Mehrzweckhaus (MZH), Lohe 44, an. Weitere Aktionen folgten und folgen und münden nun in die Umgestaltung des MZH. Denn, was nützt es, wenn man eine Bewegungswelt anbietet. Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen diese aber nur schwer oder gar nicht erreichen können?

So macht die Gemeinde Nägel mit Köpfen und gestaltet das Mehrzweckhaus für 150 000 Euro um. "50 Prozent der Kosten übernimmt die Aktivregion Alsterland", freut sich Bürgermeister Randolf Knudsen. Den Rest steuere die Gemeinde bei. Für das Geld gibt es einen neuen Schiedsrichterraum, ein behindertengerechtes WC, elektrische Außentüren, innen Schiebetüren, ebenerdige Eingänge und Terrasse sowie eine Rampe zum Sportplatz. Die Arbeiten begannen am 1. August und sollen Mitte Oktober abgeschlossen sein.

"Alle sollen sich wohlfühlen", sagt Knudsen - auch die älteren Menschen - und hier wohnen bleiben." Mit einem außergewöhnlichen Projekt will die Gemeinde dafür Rechnung tragen.

Geplant ist eine Wohngemeinschaft für maximal zehn ältere Menschen. "Seit zwei Jahren wird beraten und diskutiert", erklärt Knudsen. "Wir haben uns Altenheime und -anlagen angesehen. So sind wir auf Birgit Zwick gekommen." Die Leiterin des Pflege- und Beratungszentrums in Bargteheide kümmert sich mit ihrem Team um acht demente Menschen in einer WG in Hammoor mit acht Zimmern, zwei Bädern und Wohnküche. Die Betreuung sei natürlich weitaus schwieriger, aber die Grundlagen zu einer "normalen" WG seien gleich.

Die Wohngemeinschaft soll eine Alternative zum Seniorenheim sein und den Bewohnern größtmögliche Selbstbestimmung gewährleisten. Die Nachfrage sei da, macht der Bürgermeister deutlich. Aus vielen Gesprächen mit Delingsdorfern ab 75 Jahren aufwärts wisse er, dass die in der Gemeinde bleiben wollen, wo sie ihr Leben verbracht haben und gut eingebettet sind. In einem Heim in einer anderen Gemeinde oder Stadt würde die Nachbarschaft abreißen. Die WG erhalte die Lebendigkeit der Bewohner, weil die sich um alles kümmern müssten, betont Unternehmensberater Dr. Kai Hochscheid, der mit im Boot sitzt. Zusatzleistungen seien buchbar, merkt Birgit Zwick an. Jeder erhalte bei Bedarf ein maßgeschneidertes Angebot.

In diesem Jahr sollen die Grundlagen geklärt werden. Die praktische Umsetzung (welcher Investor, Mieter, welche Unterbringung?) soll 2012 folgen. Einzug könnte dann 2013 sein.

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