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Stormarner Wochenschau : Davon hat doch keiner was ...

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

von
erstellt am 14.Sep.2013 | 08:00 Uhr

Anders fahren

Nun strampeln sie also wieder. Stadtradeln nennt sich das. Ist ja eine nette Idee, aber ganz ehrlich: Dadurch wird nicht ein Gramm Kohlendioxid eingespart, was ja der Sinn des Stadtradelns sein soll. Wer gerne und aus Überzeugung Rad fährt, der tut das auch außerhalb der Stadtradelzeit. Natürlich vermeidet das CO2, aber doch nicht zusätzlich.
Und wenn der ADFC schöne Touren anbietet, ist das eine feine Sache, spart aber auch nix ein, denn die Strecken würde ja niemand mit dem Auto mitfahren.
Wenn man wirklich Radfahren fördern will, geht das nur über die Schaffung von Infrastruktur. Da wären an erster Stelle ausreichende Stellplätze am Bahnhof zu nennen. Wie wär's mit vernünftigen Abstellmöglichkeiten in der Fußgängerzone? Und die Führung von Radfahrern im Straßenverkehr ...
Bei Verkehrsprojekten zweifelt man ja schon als Autofahrer an vielem, was sich die Planer ausdenken. An Radfahrer scheinen sie meistens aber überhaupt nicht zudenken.

Schlüsselgewalt

Was war denn das wieder? Nun schwenkt die CDU also auf FBO-Linie und macht den Weg frei für einen Fußballkäfig auf dem Exer. Der neue Kunstrasenplatz soll eingezäunt werden. Kostenpunkt 43.500 Euro. Dabei gab es einen einstimmigen Beschluss: Ein Jahr lang wollen wir es ohne Zaun versuchen. Es war keine knappe Mehrheit, es war keine Zufallsmehrheit, sondern ein einstimmiger Beschluss (die FBO hatte da in den Ausschüssen noch keine Stimme). Nicht nur ein mal, sondern sogar zwei mal. Gibt es wirklich den vor allem vom VfL ins Feld geführten Vandalismus? Wird der Platz wirklich über die Maßen verschmutzt? Mit Bestimmtheit kann das keiner vorhersagen. So ein massiver Zaun soll deshalb bestimmt nicht nur den Platz, sondern auch Besitzansprüche sichern. Wer den Schlüssel für die Tür hat, hat die Macht – die Schlüsselgewalt. Das trägt nicht grade dazu bei, sich verantwortlich zu fühlen. So werden Neid und Missgunst geweckt, weil es eben nicht der Platz aller ist, sondern der von den „Vereinsbonzen“. Der Exer ist fußballhistorischer Boden, er ist eine Keimzelle des Fußballs im Lande. Und so ein geschichtsträchtiges Quarré soll nun eingezäunt werden? Schluss mit freiem Kicken? Von der Optik ganz zu schweigen. Aber das Thema muss ja noch durch die Stadtverordnetenversammlung. Vielleicht ändert sich die Mehrheit ja noch mal.

Briefgeheimnis

Wunder gibt es immer wieder. Da kommen in Bad Oldesloe hunderte Wahlbenachrichtigungen nicht an, und niemand weiß warum. In der Stadt wunderte man sich über die vielen Anrufe, die Post machte sich in Bad Oldesloe und Lübeck auf die Suche nach den verschwundenen Briefen, versicherte, dass man auf diese Schreiben eine besonderes Augenmerk habe – fand aber nichts. Und einen Tag, nachdem wir darüber berichteten, sind die Briefe plötzlich wieder da. 270 Wahlbenachrichtigungen lagen morgens im Briefeingang. Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Postzusteller heiß.

Giftspritze

Ob mit Gummistiefeln, Schlafmütze oder im Eisbären-Kostüm: Für komische Auftritte hatte der Grünen-Politiker Gerold Rahmann immer ein Händchen. Und dass er rhetorisch gut drauf ist, wissen seine Gegner auch. Vor der Wahl, in der Debatte um Knickschutz und „Qualzucht“, hat der Leiter des Trenthorster Instituts für ökologischen Landbau aber die große Giftspritze rausgeholt. Natürlich lassen es sich die Landwirte nicht bieten, wenn sie als Gesetzesbrecher und als „mit Steuergeldern reich gemachten Bauern“ bezeichnet werden, die nur „ihre Pfründe gefährdet“ sehen. Und die Stormarner Landwirte zahlen es Rahmann mit gleicher Münze heim, fragen auch, was das Institut unter seiner Leitung denn bisher zustande gebracht hat. Die Debatte dürfte weitergehen. Ob das gut ist, weiß man nicht. Aber diese Frage hätte sich zuerst Dr. Rahmann stellen müssen.

Kriterium

Der Kreisjugendring und der Verband Politischer Jugend Stormarn haben vor der Wahl wieder Schüler zu Gesprächsrunden mit den Kandidaten eingeladen, in Reinbek mit Bewerbern aus dem Bundestagswahlkreis 10, in Bad Oldesloe für den WK 8. Natürlich sind CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke dabei. Dazu hat man noch die Piraten genommen. Dass die AfD in allen Wahlkreisen mit Direktkandidaten antritt, im WK 10 sogar mit einem Stormarner haben KJR und VPN missachtet. Die Piraten mögen „jugendaffiner“ sein als die AfD, ein Kriterium für eine Auswahl nach demokratischen Prinzipien ist das nicht.
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