Sportplatzsanierung erneut verschoben : Dauer-Frust bei den Sportlern des SV Preußen Reinfeld

Fußballabteilungsleiter Thorsten Rappund Tim Heickmann sind enttäuscht, dass die Sanierung der Sportplätze nicht voranschreitet. Immer noch sind die A-B-C-Plätze für Fußballspieler gesperrt.
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Fußballabteilungsleiter Thorsten Rappund und Tim Heickmann sind enttäuscht, dass die Sanierung der Sportplätze nicht voranschreitet. Immer noch sind die A-B-C-Plätze für Fußballspieler gesperrt.

Die Fußballer des SV Preußen Reinfeld warten seit Jahren auf die Sanierung der Sportanlage. Die Maßnahme wandert in der Prioritätenliste nach hinten.

shz.de von
03. Januar 2018, 06:00 Uhr

Reinfeld | „Endlich ist der Weg frei für Investitionen in Reinfeld“ lautete eine Schlagzeile vom 13. Oktober 2017. In dem Artikel frohlockten Bürgermeister Heiko Gerstmann und die Stadtverordneten anlässlich der Fertigstellung der lange auf sich wartenden Eröffnungsbilanz der Stadt Reinfeld. Die mit dem Haushalt 2017 beschlossenen Verpflichtungsermächtigungen wurden als besonders wichtig herausgestellt. Gegenüber dem ersten Entwurf wurde die Sportplatzsanierung, die den Lärmschutz und einen Kunstrasen beinhaltet, als Verpflichtungsermächtigung von 2018 auf 2017 vorgezogen. Die Nachricht wurde in der Fußballabteilung des SV Preußen Reinfeld mit großer Freude aufgenommen. Jahrzehntelang bemühte man sich um einen Kunstrasenplatz für die rund 500 Fußballspieler des SV Preußen und wähnte sich bereits kurz vor dem Ziel.

Adelbert Fritz, Preußen-Chef: „Seit 1986 wurde an den Sportstätten nichts gemacht.“
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Preußen-Chef Adelbert Fritz: „Seit 1986 wurde an den Sportstätten nichts gemacht.“
 

„Wir mussten lange auf diese Nachricht warten und unsere Trainer ein ums andere Mal vertrösten. Zahlreiche Spieler und Spielerinnen haben dem Verein bereits den Rücken gekehrt und sich Mannschaften anderer Clubs angeschlossen, die über einen Allwetterplatz verfügen“, berichten die Fußballabteilungsleiter Thorsten Rapp und Tim Heickmann. Jugendobmann Christopher Naatz ergänzt, dass in dem Zeitraum Oktober bis März kaum an ein normales Training zu denken sei. Bis zu fünf Mannschaften trainierten dann auf dem „D-Platz“, der zu dieser Jahreszeit aufgrund einer nicht intakten Drainage verschlammt sei und dadurch kaum Halt für die Spieler biete. Die Anzahl von Trainingsverletzungen habe dadurch in den zurückliegenden Jahren zugenommen. Häufig beklagten die Akteure Bänder- und Sehnenverletzungen. „Zahlreiche Mannschaften weichen auf andere Plätze aus und bezahlen dafür Platzmiete. Da kann ich die Eltern und Spieler verstehen, die dafür kein Verständnis aufbringen“, so der Jugendobmann weiter.

Sportplatzsanierung rutscht auf der Prioritätenliste weiter nach hinten

Frustriert und enttäuscht sind Thorsten Rapp und Tim Heickmann deshalb über die jüngste Nachricht aus dem Reinfelder Rathaus: „Auf der Prioritätenliste der angestrebten Investitionen sind wir wieder einmal heruntergerutscht. Projekte, die in den letzten Jahren neu auf die Agenda gesetzt wurden, genießen eine höhere Priorität als unser Sportplatz. Wir hören dieses Lied der nachrangigen Priorität bereits seit Jahrzehnten und haben dafür mittlerweile kein Verständnis mehr.“

Der Sportplatz des SV Preußen Reinfeld bietet nicht nur in diesen trüben Januartagen ein trauriges Bild: Rasen überwuchert die marode Laufbahn, der Platz ist durchnässt, überall steht das Wasser auf den Plätzen, die Umkleidekabinen und Duschen im Keller stammen aus den 1960er Jahren und sind längst sanierungsbedürftig.

Rund 300 Kinder und Jugendliche und 200 Erwachsene kicken in den 24 Mannschaften der Preußen. Die erste Herrenmannschaft spielt erfolgreich in der zweithöchsten Spielklasse Schleswig-Holsteins, der Landesliga Holstein und erreichte jüngst das Landespokal-Halbfinale. Die Saisonvorbereitungen der Senioren- und Juniorenmannschaften werden überwiegend im Umkreis Reinfelds auf Allwetterplätzen (Kunstrasen) ausgetragen, da die Plätze zum Saisonende meist aufwändig saniert werden müssen oder nicht bespielbar sind.

„Das ehrenamtliche Engagement der Reinfelder Fußballsparte ist sehr umfangreich, geht weit über den Vereinsbereich hinaus. Die Ziele des Reinfelder Nachwuchskonzeptes, welches seit mittlerweile drei Jahren am Bischofsteicher Weg umgesetzt wird, sind aufgrund der widrigen Platzbedingungen nur noch bedingt zu erreichen“, betont Rapp. Die Reinfelder Fußballtrainer kooperieren mit den regionalen Schulen und bieten Fußballkurse an. In den vergangenen drei Jahren wurden über 50 Flüchtlinge in den verschiedenen Sparten des Traditionsvereins aufgenommen. „Damit trägt der Verein zu einer gelungenen Integration der Migranten bei und übernimmt wichtige gesellschaftliche Verantwortung“, ergänzt Heickmann.

Der Verein zählt an die 2500 Mitglieder. Natürlich wisse man, dass die Stadt Investitionen tätigen müsse, man hätte sich jedoch mehr Wertschätzung erhofft. „Die Aussage der Verwaltung, dass Investitionen für den Sportplatz im kommenden Jahr nicht zu erwarten sind, war ein herber Rückschlag für uns und einfach nur enttäuschend“, fassen Tim Heickmann und Thorsten Rapp die aktuelle Situation der Reinfelder Fußballsparte zusammen.

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