Bargteheide : Das traurige Ende einer Tischlerei

Der hintere Bereich der Produktionshalle ist nach der Feuersbrunst ein Trümmerhaufen.
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Der hintere Bereich der Produktionshalle ist nach der Feuersbrunst ein Trümmerhaufen.

Flammen-Desaster im Gewerbegebiet. Der Handwerksbetrieb wird durch den Brand komplett zterstört. Die Polizei geht von einem technischen Defekt als Ursache aus.

shz.de von
23. März 2017, 06:00 Uhr

Traurig und schockiert standen die Mitarbeiter einer Tischlerei in der Lisa-Meitner-Straße in Bargteheide auf dem Fußweg und mussten mit ansehen, wie ihr Arbeitsplatz ein Raub der Flammen wurde.

Dienstagabend um 18.30 Uhr war ein Feuer in dem Unternehmen im Gewerbegebiet Langenhorst an die Feuerwehr gemeldet worden. Den vor Ort eintreffenden Einsatzkräften aus Bargteheide wurde direkt klar, dass sie weitere Hilfe benötigen. Das Gebäude sei bereits komplett in Rauch gehüllt gewesen, berichten Feuerwehrleute, die als Erste vor Ort eintrafen. Kurz darauf habe der Brand durchgezündet und Flammen seien aus dem Dach geschlagen.

Die zehn mal 50 Meter große Produktionshalle stand schnell komplett in Brand. Die Flammen schlugen meterhoch in den Abendhimmel. Für die eingesetzten Feuerwehrkräfte stellten sich zwei besondere Herausforderungen. Direkt über der Brandstelle verläuft eine Oberlandleitung mit 110 KV. Sie wurde aus Sicherheitsgründen vorsorglich abgeschaltet. „Es kam dabei aber zu keinen Stromproblemen. Das konnte anderweitig aufgefangen werden“, erklärte Landrat Henning Görtz, der auf Grund der Größe des Einsatzes genauso wie die Technische Einsatzleitung (TEL) des Kreises zum Ort des Feuers geeilt war. „Es ist gut zu sehen, wie hier alle Räder ineinander greifen. Das kann man nur loben“, so Görtz. Als ehemaliger Bürgermeister und Bargteheider Bürger sei er natürlich persönlich sehr betroffen über das Geschehen in seiner Heimatstadt.

Das zweite Problem bei den Löscharbeiten bestand derweil darin, dass nicht klar war, ob verbrennende, eingelagerte Werkstoffe wie zum Beispiel Lacke zu giftigen Rauchwolken führen könnten. Angrenzende Gebäude wurden evakuiert. Der Löschzug Gefahrgut nahm Messungen in der Umgebung vor. „Drei Anwohner nutzten die Notunterkunft in der Anne-Frank-Schule. Messungen des LZG ergaben aber keine Auffälligkeiten hinsichtlich möglicher Giftstoffe in der Luft“, so Polizeisprecher Mario Hecht-Hinz.

Nachdem Rauch aus einem Gulli austrat, wurde eine Gasleitung vor dem Haus überprüft und durch ein Fachunternehmen abgeschaltet. „Wo das Feuer genau ausgebrochen ist, steht noch nicht fest. Unter Vorbehalt sieht es aber so aus, dass der Beginn im Produktionsbereich lag“, so Kreisbrandmeister Gerd Riemann. „Mein Lob gilt der Koordination vor Ort. Vielleicht waren es im Endeffekt sogar ein paar Einsatzkräfte zu viel, die in der Folge nachgefordert wurden, aber lieber 20 oder 30 Kräfte zu viel vor Ort, als zu wenig. Die Situation war zunächst ja unübersichtlich“, so Riemann weiter. Neben der Bargteheider Wehr waren im Verlauf des Abends zehn weitere Wehren aus der Umgebung angefordert worden.

Das THW rückte an, um Pumpen und Fahrzeuge mit Benzin und Diesel zu versorgen. Der ASB baute Zelte für die Versorgung der Feuerwehrleute auf. Insgesamt kamen so inklusive zehn eingesetzter Polizeibeamte in der Spitze 240 Rettungskräfte zur Einsatzstelle. Um 23.45 Uhr konnte „Feuer aus“ vermeldet werden. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden.

„Das Geschehen ist enorm tragisch. Die Firma ist sehr bekannt in Bargteheide und sie steht für hochwertige Arbeit. Alles wurde von klein auf aufgebaut. Das ist wirklich schlimm mit anzusehen, wie das hier jetzt gerade abbrennt“, so Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht, die sich vor Ort ein Bild von der Situation machte: „Man kann nur hoffen, dass das Unternehmen gut versichert war und es nach dem Schock dann weitergehen kann. Positiv nehme ich heute Abend mit , dass die Abläufe zwischen den Rettungskräften funktionieren. Ich finde es sehr lobenswert, was Ehrenamt und Hauptamt hier gemeinsam leisten und in kürzester Zeit auf die Beine stellen können.“ Erleichtert sei sie, dass es zu keinen Personenschäden gekommen sei. „Die Sachschäden lassen sich hoffentlich ersetzen“, so die Bürgermeisterin.

Nachdem die Löscharbeiten sich über Stunden hinzogen, wurde schließlich zusätzlich auch schweres Gerät hinzugeholt, um die letzten Brandnester bekämpfen zu können. Zu retten war nichts mehr. „Das Gebäude ist durch den Brand komplett zerstört worden“, so Polizeisprecher Hecht-Hinz.

Gestern waren Brandermittler der Kriminalpolizei vor Ort. Die konnten keine Hinweise auf ein Fremdverschulden feststellen. Nach derzeitigem Stand wird von einem technischen Defekt ausgegangen. Die Schadenshöhe ist weiter unklar.




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