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Badminton-Bundesliga : Das Suchen nach der Topform

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Trittaus Youngster Jonathan Persson hadert nach 1:5-Pleite gegen den 1. BV Mühlheim mit sich selbst. Der Youngster sucht aktuell noch nach seiner starken Form aus der Vorsaison. Die Niederlage am Dienstagabend aber war dennoch eingeplant.

An das Verlieren muss sich Jonathan Persson erst noch gewöhnen. Mit dem TSV Trittau hatte er in der abgelaufenen Saison nur eine Niederlage kassiert, nun verlor der Badminton-Spieler in seinem fünften Bundesliga-Match bereits zum vierten Mal. Gegen den hochfavorisierten 1. BV Mühlheim war das zwar keine Überraschung, beim 1:5 am Dienstagabend gegen den Tabellenführer zeigte der 17-Jährige aber seine bislang schwächste Leistung in der Eliteliga.

„Enttäuschend“ nannte seine Mutter und Teammanagerin Sabina Persson den Auftritt gegen Alexander Roovers (8:21, 7:21). Natürlich darf das Talent verlieren – nur eben nicht so deutlich. Mitte August beim deutschen Ranglistenturnier hatte Persson dem erfahrenen Roovers noch alles abverlangt und sich erst nach 52 Minuten nur knapp geschlagen geben müssen (19:21, 21:23). Davon war am Dienstagabend in Mühlheim nichts zu sehen.

Womöglich war der Sprung aus dem zweiten Herreneinzel der Regionalliga-Mannschaft ins zweite Herreneinzel des Bundesliga-Teams doch zu groß für den zweimaligen Landesmeister. „Es ist schon etwas anderes“, sagt Persson, „doch ich bin es gewohnt, international zu spielen. Dort geht es regelmäßig auch gegen starke Gegner.“ So wie bereits am Mittwoch bei den Dutch Open in Almere, zu denen der TSV-Tross nach dem Match in Mühlheim fuhr. Und plötzlich lief es beim Jüngsten auch wieder. Trotz einer Dreisatzniederlage gegen Kuei Chun Shih aus Taiwan zeigte Persson sein Potenzial. Immerhin ist er zweimaliger Landesmeister (2012, 2013) und Dritter der deutschen U19-Meisterschaften (2013). In der Regionalliga wies er in der Vorsaison eine Einzelbilanz von 10:1 Siegen auf und hatte so großen Anteil am Aufstieg der Reservemannschaft in die zweite Bundesliga.

Im Oberhaus jedoch verfällt Persson in alte Muster. Gegen Roovers setzte er sich so sehr unter Druck, dass er selbst einfachste Bälle verschlug. Das Hadern mit Fehlern und die eigenen – sehr hohen – Erwartungen sind seit jeher sein Problem. Zu oft bringt er sich selbst aus dem Rhythmus und verliert sich in einem Teufelskreis. Bezeichnend, dass der Hauptgrund für seine Leistungsexplosion in den beiden vergangenen Jahren eine größere Ausgeglichenheit war. Abseits des Feldes kann der 17-Jährige, der im kommenden Jahr sein Abitur macht, hingegen schon wenige Minuten nach einem Match präzise und unemotional analysieren. Er weiß, dass er „zu wenig variiert“, meist nur schmettert oder einen Stop spielt. Sätze, die nach dem ersten Heimspiel fielen und die für fast jede Partie zutreffen, obwohl er selbst glaubte: „Ich habe daraus gelernt.“

Vielleicht tut ihm die nun vierwöchige Bundesliga-Pause gut. Nicht so sehr darüber nachdenken zu müssen, als einziger Stammspieler noch keinen Punkt geholt zu haben, stattdessen kann der Youngster bei Turnieren und im Training wieder Selbstvertrauen tanken.

Womöglich muss er im kommenden Match gegen die SG EBT Berlin (5. November), den Meister der vergangenen drei Jahre, aber trotzdem seinem älteren Bruder Nikolaj weichen. Zumal Robin Tabeling seine schwere Rückenverhärtung auskuriert hat und ins Doppel zurückkehren wird. Der Druck auf den jüngsten Persson-Spross wird also nicht kleiner.


1. BV Mühlheim – TSV Trittau 5:1
Ellis/de Ruiter – Trisnanto/Maas 21:16, 21:14; Meulendijks/Goliszewski – Walker/van Dooremalen 21:10, 21:8; Zavadsky – Trisnanto 21:17, 21:9; Meulendijks – Walker 21:14, 17:21, 15:21; Ellis/Goliszewski – Maas/van Dooremalen 21:9, 21:14; Roovers – J. Persson 21:8, 21:7.



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erstellt am 10.Okt.2013 | 08:00 Uhr

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