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Ahrensburg : Das Stadtmarketing steht unter keinem guten Stern

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Rechtsstreit der früheren Bauamtsleiterin schwebt über Neuanfang zur Stadtentwicklung

Zehn Jahre: So lange laboriert die Stadt Ahrensburg inzwischen an einem funktionierenden Stadtmarketing – die Betonung liegt dabei auf „funktionierend“.

Die Realität sieht völlig anders aus. Das, was sich Kaufleute und Gastronomie, Kultur, Vereine und Verbände, Unternehmen und sicherlich viele Bürger wünschen – eine unverwechselbare und eigenständige „Marke Ahrensburg“ im Reigen der vielen attraktiven Städte Schleswig-Holsteins – gibt es für Ahrensburg bislang nur stapelweise in Papierform. Und nun droht neuer Ärger: Die mit der Realisierung des Stadtmarketings beauftragte Beamtin klagt vor dem Verwaltungsgericht Schleswig gegen ihren Dienstherrn, gegen die Stadt Ahrensburg (AZ 11 A 286/15), dazu gehört auch ein Eilantrag (AZ 11 B 31/15). Ziele des Verfahrens: Rücknahme der verwaltungsinternen Versetzung und Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand.

Auf Nachfrage hat Angelika Andres die Klage vor dem Verwaltungsgericht bestätigt, wollte allerdings keine weitere Stellungnahme abgeben. Auch Bürgermeister Michael Sarach räumte die Klage ein, wollte aber ebenfalls keine Erklärung abgeben.

Die Vorgeschichte dieses juristischen Schrittes: Angelika Andres, studierte Architektin und Stadtplanerin und einst Chefin des Bauamtes der Stadt Reinbek, war die Nachfolgerin des legendären Ahrensburger Bauamtsleiters Wilhelm Thiele (Thiele ging im März 2011 in den Ruhestand). Aus verschiedenen Gründen funktionierte dieses Dienstverhältnis nicht. Bürgermeister Michael Sarach musste handeln und schuf die Stabsstelle 5 – Strategische Stadtentwicklung, besetzt mit eben der früheren Ahrensburger Bauamtsleiterin.

Erst im Frühsommer 2015 hatten Hauptausschuss und Stadtverordnete einen außerplanmäßigen Betrag von 15000 Euro für – so die sperrige Formulierung – eine „Vorbereitung des Prozesses Stadtmarketing“ bewilligt. In der entsprechenden Sitzungsvorlage heißt es vollmundig: „Die Implementierung eines Stadtmarketing Ahrensburg, das auf den Stadtmarketingprozess aus dem Jahr 2005 aufbaut, kann und soll dazu beitragen, diese Potenziale freizusetzen.“ Allein für einen geplanten Workshop sollen 4000 Euro zur Verfügung stehen, für Auswertungen und Lösungen sind 5000 Euro vorgesehen und Projektplanung und Präsentation kosten 6000 Euro – alles in allem 15000 Euro.

Zur Erinnerung: Ab März 2009 hatten die Stadtmarketing-Aktivitäten völlig brach gelegen. Grund dafür war damals hauptsächlich das „Nein“ der CDU für eine entsprechende Stelle im Haushalts-Stellenplan.

Im Klartext könnte das nun bedeuten: Eine Beamtin, die im Clinch mit der Stadtverwaltung liegt, soll das Image der Stadt aufpolieren und ein Marketingkonzept erarbeiten. Keineswegs unmöglich, aber auch nicht einfach. Wie heißt es doch in der Beschlussvorlage: „Ein dauerhaft funktionsfähiges Stadtmarketing setzt eine dauerhaft gesicherte Finanzierung voraus. Maßgeblich für den Erfolg ist Kontinuität.“ Ahrensburg hätte es verdient.



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