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Stormarner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 23:29 Uhr

Das Schlossensemble im Wandel

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Veranstaltungsreihe mit Wandelkonzert, Vortrag über die Geschichte des Schlosses und eine Zeitreise ins frühe 19. Jahrhundert

Das Wahrzeichen der Schlossstadt steht im Mittelpunkt einer Veranstaltungsreihe, an der viele Hände mitwirken. Dabei wird das historische Ensemble mit Marstall und der Schlosskirche einbezogen. Geplant sind ein zweites Wandelkonzert an allen drei Schauplätzen, ein Vortrag über die Geschichte des Schlosses im vergangenen Jahrhundert und eine weitere Zeitreise ins frühe 19. Jahrhundert.

Einen Blick in die jüngere Historie bietet der Auftakt am Mittwoch, 11. März, um 19 Uhr. Im Marstall stellt Historikerin Dr. Karin Gröwer die Entwicklung des Areals von 1950 bis 1985 vor. Grundlage sind die Fotos des Journalisten Raimund Marfels aus Bad Oldesloe. Er hat die Veränderungen in dieser Zeit mit seiner Rolleiflex-Kamera dokumentiert (siehe Schwarz-Weiß-Fotos unten).

Sein Bilderbogen reicht von der Eröffnung des Schlosses 1955 als Museum der schleswig-holsteinischen Adelskultur über spätere Renovierungen bis zur Freilegung des inneren Schlossgrabens in den 80-er Jahren. Sein Nachlass aus etwa 50  000 Fotos ist heute im Stormarner Kreisarchiv zu finden, und auch über das s Internet zugänglich unter: www.kreisarchiv-stormarn.findbuch.net.

„Viele wissen mehr über die Zeiten der Schimmelmanns als über die jüngere Geschichte“, sagt Prof. Lutz Reuter vom Marstall-Verein.
Weiter zurück reicht der Blick ins Zeitalter der napoleonischen Kriege, die vor 200 Jahren mit der Schlacht bei Waterloo ihr vorläufiges Ende fanden. Davon war auch Ahrensburg direkt betroffen. Das vor der Pleite stehende Gut wurde durch Einquartierungen französischer und russischer Truppen hart belastet. Bei der Belagerung Hamburgs nahm der Befehlsstand des russischen Generals Woronzow hier Quartier, die Schlosskirche wurde zum Waffenmagazin umfunktioniert.

In diese Zeit führt ein literarisch-musikalischer Bilderbogen zu der Zeitenwende zum modernen Europa am Donnerstag, 20. Juni ab 20 Uhr. Im „Waterloo-Projekt“ treten damit Armin Diedrichsen und die Gruppe Wagners Salonensemble auf. Diedrichsen liest und rezitiert aus historischen und literarischen Quellen, das Salonensemble präsentiert Kampfes- und Siegmusiken, die damals für die Salons entstanden. Beethoven etwa komponierte „Wellingtons Sieg“, Stendhal schrieb die „Kartause von Parma“. Dazu werden Reproduktionen zeitgenössischer Tafelbilder gezeigt.

Beim Wandelkonzert am Sonnabend, 5. September werden die drei benachbarten Schauplätze zusammengeführt. Jeweils 60 Besucher können im Marstall, Schloss oder der der Schlosskirche den parallel angebotenen Darbietungen lauschen. Die Akteure stehen noch nicht fest, mit Sicherheit werden wieder hochkarätige Musiker auftreten.

Bei der Organisation der Reihe arbeiten viele Partner zusammen. Kreis, Stadt, Stiftung und Freundeskreis des Schlosses sind ebenso dabei wie drei Stiftungen der Sparkasse, die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde und der Verein Kulturzentrum Marstall. „Vor zwei Jahren haben wir diese Kooperation im Ahrensburger Schlossensemble vereinbart“, sagt Bürgermeister Michael Sarach. Zielgruppe der Reihe seien besonders Kinder und Jugendliche. Zumindest der Vortrag über die Marfels-Fotos wird mit dieser Unterstützung kostenlos angeboten.

Beim „Waterloo-Projekt“ ist das noch offen, das Wandelkonzert wird Eintritt kosten. Der Zuschauerkreis ist zudem aus Platzgründen limitiert. „Es werden drei Kartenkontingente von je 60 Plätzen im Vorverkauf angeboten“, sagt Reuter. Wann der beginnt, steht noch nicht fest. „Das wird noch rechtzeitig bekanntgegeben, die Karten werden nach dem Windhund-Prinzip angeboten.“



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