Das Schloss wird für 560 000 Euro aufgepeppt

Halten die Bewilligungen glücklich <strong>in  ihren Händen:  Tatjana Ceynowa und Jörn Könke, Bürgermeisterin Ursula Pepper und Staatssekretär Heinz Maurus  freuen sich mit. Fotos: Blase</strong>
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Halten die Bewilligungen glücklich in ihren Händen: Tatjana Ceynowa und Jörn Könke, Bürgermeisterin Ursula Pepper und Staatssekretär Heinz Maurus freuen sich mit. Fotos: Blase

560 000 Euro für das Schloss Ahrensburg: Staatssekretär Heinz Maurus überreichte gestern zwei Bewilligungsbescheide aus dem Schleswig-Holstein Fonds sowie dem Investitionsprogramm Kulturelles Erbe über 380 000 Euro. Weitere 180 000 Euro für die Fassadensanierung kommen vom Bund.

shz.de von
06. August 2009, 09:33 Uhr

Ahrensburg | "Das sind zwei wunderbare Schecks und ein deutliches Zeichen für die überregionale Ausstrahlung, die unser Schloss hat", sagte Ursula Pepper, Bürgermeisterin und Vorsitzende der Stiftung Schloss Ahrensburg. Auf 380 000 Euro beliefen sich die Schecks, die Staatssekretär Heinz Maurus gestern an Museumsleiterin Dr. Tatjana Ceynowa, Ursula Pepper und Dr. Jörn Könke aus dem Stiftungsrat überreichte.

Das Geld aus dem Schleswig-Holstein Fonds und dem Investitionsprogramm Kulturelles Erbe steht für Modernisierungen zur Verfügung. An erster Stelle stehen eine Grundsanierung und der Umbau des Treppenhauses. Bislang können Besucher nur über eine schmale Treppe in einem Mitarbeiterbüro in den Gewölbekeller gelangen. Dort befinden sich nicht nur die Toiletten und Garderoben, dort finden auch Veranstaltungen statt und wird nach Trauungen gefeiert. Im Aufgangsbereich des Treppenhauses wird es einen Durchbruch ins Kellergeschoss geben Bautechnisch nicht schwierig, in dem historischen Gebäude gleichwohl aufwändig.

Gleichzeitig erhält der Gewölbekeller einen neuen Anstrich, ebenso wie die Außenfassade des Schlosses. Das ist auf der östlichen Seite schon seit geraumer Zeit eingerüstet und von einer Plastikplane verhüllt. Für den Anstrich stellt der Bund das Geld zur Verfügung, 180 000 Euro.

"Schloss Ahrensburg gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten und ist als Museum der schleswig-holsteinischen Adelskultur ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes unseres Landes", begründete Maurus, warum es gleich zwei Schecks aus unterschiedlichen Töpfen gab: "Wir wollen das Schloss als kulturtouristisches Ausflugsziel ersten Ranges stärken."

Das ist den Ahrensburgern in den vergangenen zehn Jahren ohnehin schon gut gelungen. "Es ist mir ein Anliegen, das Schloss möglichst vielen zugänglich zu machen. Es hat Charakter, Charme und eine märchenhafte Lage", so Tatjana Ceynowa, die Führungen, Lesungen, Sonderaktionen und Geburtstagsfeiern für jung und alt anbietet.

"Die Denkmalpflege hat sich für die Öffnung nach außen stark gemacht. Früher war das mal anders", erinnerte Ursula Pepper an die Zeit, als die Stadt um die Erlaubnis für Trauungen im Schloss kämpfen musste. "Heute nehmen wir durch die Trauungen 40 000 Euro im Jahr ein. Das ist genauso viel wie aus den Zinsen der Stiftung." Mit ein Grund dafür, dass das Schloss "eines der ganz wenigen Häuser in der Museumslandschaft ist, die 60 Prozent seiner Einnahmen selbst erwirtschaftet."

Und das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. "Wenn alles gut geht, werden wir nach der Marstall-Sanierung und der Umgestaltung der Großen Straße den Außenbereich in Angriff nehmen", kündigte Ursula Pepper an, das Schloss "aufpeppen" zu wollen. Dafür hofft sie auf eine weiter gute Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege. Dort hat man zurzeit noch Bedenken gegen Toiletten oder Stromanschlüsse in der historischen Grünfläche Richtung Westen. Auch dort soll es Veranstaltungen geben, um neue Zielgruppen an und ins Schloss zu holen.
Millionen für die Kultur im Land

Der Schleswig-Holstein Fond läuft in diesem Jahr aus. Seit 2005 hat die Landesregierung Kulturprojekte mit 7,4 Millionen Euro unterstützt. Nachfolger ist das Investitionsprogramm Kulturelles Erbe mit 18 Millionen Euro. Heinz Maurus:„Damit wollen wir bis 2012 bedeutende kulturhistorische Stätten in Schleswig-Holstein sanieren und sie noch attraktiver für die touristische Nutzung machen.Neben Ahrensburg werden in diesem Jahr unter anderem das Schloss Eutin, das Freilichtmuseum Molfsee, die Gedenkstätte Ahrensbök und das Literaturhaus Kiel gefördert.

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