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Stormarner Tageblatt

20. November 2017 | 13:03 Uhr

Ahrensburg : Das Prachtschloss des Machtmenschen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kultusministerin Karin eröffnete den landesweiten Denkmaltag im Schloss Ahrensburg.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2017 | 16:19 Uhr

„Macht und Pracht“ lautete das Motto des „Tag des offenen Denkmals“, der gestern bundesweit stattfand. Zum ersten Mal gab es in Schleswig-Holstein dazu einen offiziellen Empfang am Vortag im Gartensaal des Schloss Ahrensburg. „Ein Ort der symbolisch perfekt für das Motto dieses Tages steht“, sagte Kulturministerin Karin Prien (CDU).

Das eng mit der ereignisreichen Geschichte der Kaufmannsfamilie Schimmelmann verbundene Anwesen zeige genau diese Verbindung aus Machtbewusstein, dem Streben nach Reichtum und der Präsentation von Pracht nach Außen, die das Motto 2017 sei. „Hinter prächtigen Fassaden wie dieser hier verbirgt sich oft eine Kehrseite, die es lohnt anzuschauen. Auch dazu bietet der Tag des offenen Denkmals eine gute Gelegenheit“, so Prien in ihrer Ansprache.

Ihr sei es auch wichtig zu betonen, dass für den Denkmalschutz alle historisch und kulturell wertvollen Gebäude auf einem Level zu sehen sind. „Ob altes, kleines Bauernhaus oder prächtiges Anwesen – wir machen da keine Abstufung, was wertvoller oder wichtiger ist“, so Prien.

Als Hamburgerin sei sie erstaunt und positiv überrascht gewesen, als sie begann sich intensiver mit der Kultur und Geschichte Schleswig-Holsteins zu beschäftigen. „Es ist faszinierend, was das Land alles zu bieten hat. Ich möchte betonen, dass Kultur für uns kein Sahnehäubchen ist, sondern ein wesentlicher Bestandteil, ein Kern unserer Gesellschaft, der uns zusammenhält“, so Karin Prien.

Sie versprach allen Eigentümern von Denkmälern zudem Rechtssicherheit. Das Denkmalschutzgesetz werde zunächst nicht umgestoßen oder überarbeitet. „Zu einem späteren Zeitpunkt würden wir es höchstens vorsichtig und moderat überarbeiten. Aber das ist jetzt kein Thema“, so Prien.

„Schauen Sie sich um, was hier durch die Restaurierungen der vergangenen Jahre gelungen ist“, sagte Bürgermeister Michael Sarach nicht ohne Stolz. „Es wäre wünschenswert, wenn die Zusammenarbeit mit anderen Schlossstiftungen so wunderbar verlaufen würde wie mit der Ahrensburger, die erstklassige Arbeit macht“, sagte Landeskonservator Dr. Michael Paarmann. Er bedankte sich bei der Ministerin für die Zusage, dass das Gesetz, an dem „sehr lange gearbeitet wurde“, nicht in Gefahr sei. Es sei der richtige Weg, um den Denkmalschutz im Land auf sichere Beine zu stellen. „Es gibt viele – auch private – Eigentümer, die ihnen am Tag des offenen Denkmals gerne bestätigen werden, dass ein Denkmal nicht nur Arbeit und Mühe bedeutet, sondern auch sehr viel Freude bereiten kann“, so Paarmann.

Stadtarchivarin Angela Behrens stellte in einem lebhaft geschilderten, historischen Abriss die Geschichte des einstigen Schlossherrn Heinrich Carl Schimmelmann vor. Der geadelte Kaufmann hatte es verstanden, geschickt durch gesammelte Erfahrungswerte sowohl die Welt des Adels als auch die Welt der Kaufleute zu verstehen und sich so Vorteile verschafft, die aus einem einfachen Kaufmann einen der reichsten Männer Nordeuropas machten.

Die prunkvolle Präsentation sei dabei stets Mittel zum Machterhalt und zum Ausbau des Einflusses gewesen. Auch die dunkle Seite seiner Biographie – der Handel mit afrikanischen Sklaven – dürfe nicht ausgeklammert werden, müsse aber auch mit Blick auf die Zeit Schimmelmanns gesehen werden, so Angela Behrens.

 

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