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Attacke auf Oldesloer Bahnhof? : Das Opfer erneut nicht auffindbar

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Prozess gegen eine Notärztin wegen Körperverletzung muss in eine weitere Runde gehen. Das mutmaßliche Opfer scheint untergetaucht.

Der Prozess gegen eine 39-jährige Notärztin geht in eine dritte Runde. Auch beim zweiten Termin erschien der wichtigste Zeuge gestern nicht. Der Mann soll von ihr geschlagen und getreten worden sein, als er auf dem Bahnsteig in Bad Oldesloe behandelt wurde. Zuvor war er dort als nicht ansprechbare Person aus dem Zug geholt worden (wir berichteten).

Als der Zeuge nicht erschien, bat der Richter die Polizei in Hamburg-Harburg um Amtshilfe. Doch die fand unter der angegebenen Adresse kein Namensschild. Stattdessen ermittelte sie eine Adresse in Lübeck, die der Zeuge nach seiner Haftentlassung im vergangenen Oktober bezogen hatte. Das Gericht versucht nun, den Aufenthaltsort des Mannes festzustellen. „Wir können auf diesen Zeugen nicht verzichten“, hatten Richter und Staatsanwältin bereits beim ersten Termin gesagt.

Gestern bestätigte eine dritte Zeugin vorherige Aussagen, dass die Ärztin den Mann mindestens einmal geschlagen und ihm einen kräftigen Tritt in den Unterleib oder gegen die Beine versetzte. Wo sie genau traf, erinnerte die 21-jährige Studentin nicht mehr. Der Vorfall ereignete sich im Februar 2013. Ob es bereits vorher eine Konfrontation gegeben habe, konnte sie nicht sagen.

Mit zwei weiteren Zeugen hatte sie Anzeige erstattet. Die Polizisten in Bad Oldesloe hätten kein Interesse gezeigt, deshalb habe sie sich später an die Beamten in Bad Segeberg gewandt. „Ich war mega-schockiert, dass niemand eingegriffen hat.“ Die Ärztin sei brutal vorgegangen und habe kraftvoll zugeschlagen und getreten: „Es war klar erkennbar, dass so etwas nicht zur medizinischen Erstuntersuchung gehört.“

Das bestätigte ein Rettungssanitäter teilweise. „Sie hat mir zwei Fußabdrücke auf ihrer weißen Hose gezeigt und sagte, dass der Patient sie getreten hatte.“ Der abwesende Zeuge hatte vor der Polizei ausgesagt, dass er sich bedroht gefühlt habe, als er im Bahnhof aufgewacht sei. Er habe sie sehr grob weggeschubst. An einer Strafverfolgung sei er nicht interessiert. Gericht und Staatsanwalt sehen aber ein öffentliches Interesse als gegeben. Deshalb wird die Verhandlung fortgesetzt – voraussichtlich am 25. Juni.

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