zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 23:58 Uhr

Bargteheide : Das Öko-Dorf in der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In einem neuen Quartier sind 95 Wohneinheiten geplant. Der Stadtteil wird sich mit selbsterzeugtem Strom und Wärme versorgen.

Die Raiffeisenbank Bargteheide hat die Ausschreibung für den geplanten Öko-Stadtteil am Krögen gewonnen. Gestern stellten Vertreter der Bank und des Planungsbüros Conplan ihr Konzept vor. 95 Wohneinheiten zwischen 45 und 140 Quadratmetern Fläche werden im Norden der Stadt geplant. Das Quartier ist in drei Teilbereiche mit insgesamt fünf Baufeldern aufgeteilt. Baubeginn ist voraussichtlich in einem Jahr, bis 2020 soll alles fertig sein.

Das Viertel soll sich rechnerisch selbst mit Strom und Wärme über ein eigenes Netz versorgen. Neben Photovoltaik und Solarthermie sind dafür ein Blockheizkraftwerk und ein 60 Kubikmeter fassender Pufferspeicher geplant. Der KfW-Energiestandard von 40 wird erreicht und zum Teil übertroffen. „Die Nebenkosten werden deshalb denkbar gering sein“, sagt Bankvorstand Stefan Lohmeier. Fünf Haustypen sind vorgesehen, zweistöckige Doppel-, Reihen und Mietshäuser zum Teil mit einem Staffelgeschoss. Grasdächer und Versickerungsanlagen sollen das Regenwasser bremsen. Das gesamte Areal umfasst 20  000 m².

Eine Besonderheit von 58 Wohneinheiten ist, dass die Grundstücke in Erbpacht vergeben werden. Sie bleiben im Besitz der Raiffeisenbank. Sie gewährt dabei einen Kinderbonus, solange Kinder dort leben. „Die Bauherren benötigen deshalb weniger Eigenkapital“, sagt Lohmeier. Die Häuser entstehen in Klinkerbauweise, sie könnten vererbt werden.

23 Wohneinheiten sind als Mietwohnungen geplant. Im südlichen Teil kann eine Bauherrengemeinschaft tätig werden. Für sie sind 37 Wohneinheiten vorgesehen, hier werden die Grundstücke ins Eigentum übergehen. Gebaut wird dort zu Selbstkosten, die Gemeinschaft kann von Anfang an mitplanen.

Zentraler Gedanke ist, dass im Quartier eine Gemeinschaft zusammenwächst. Keimzelle dafür soll die Baugemeinschaft werden. „Sie soll aus älteren Menschen, Singles, Alleinerziehenden, Menschen mit Behinderung und Familien mit Kindern bestehen“, erklärt Conplan-Projektentwicklerin Tanja Christoff. Das gesamte Viertel werde barrierefrei geplant. Conplan wird jetzt die Baugemeinschaft bis zum Einzug begleiten.

Für die übrigen Bauherren und die künftigen Mieter ist die Raiffeisenbank Ansprechpartner. „Wir sind eine Genossenschaftsbank“, sagt Lohmeier, „wir werden die Wohnungen deshalb zuerst unseren 3500 Mitgliedern anbieten.“ Die Erschließung mit Straßen und Kanalisation übernimmt die Stadt. Zwei Tiefgaragen sollen einen Großteil der Fahrzeuge im nördlichen Bereich aufnehmen. Gemeinschaftsflächen wie ein Garten, Dorf- und Grillplatz, Gemeinschaftsraum und eine Fahrradwerkstatt sollen den Zusammenhalt fördern, auch ein Gäste-Appartement ist eingeplant. Alle Haushalte finanzieren und organisieren die Energiezentrale mit.

Noch sind für alle Kategorien Plätze frei. Die Zahl der Interessenten sei aber hoch, so Lohmeier. Die Pläne können ab sofort im Immobilienzentrum der Bank eingesehen werden. Auch bei der Sitzung des Ausschusses für Planung und Verkehr am 22. Juni werden sie ab 18.30 Uhr im Ratssaal vorgestellt.

>Im Internet wird am heutigen Mittwoch die Info-Seite www.am-krögen.de freigeschaltet.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen