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Stormarner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 13:42 Uhr

Sarglager : Das nächste Großfeuer in Braak

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

900 000 Euro Schaden, 140 Feuerwehrleute im Einsatz: Im Gewerbegebiet brannte eine Halle für Särge komplett nieder.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Ein Großfeuer hat in der Nacht zu gestern eine Lager- und Produktionshalle für Särge und Bestattungszubehör im Gewerbegebiet in Braak in Schutt und Asche gelegt. Etwa 140 Feuerwehrleute aus dem Sieker Amtsbereich waren im Einsatz. Ein Zulieferer eines Nachbarbetriebs hatte das Feuer entdeckt. Als die ersten Kräfte gegen 3.20 Uhr eintrafen, war der Nachthimmel glutrot gefärbt, die Halle stand komplett in Flammen. Der Sieker Amtswehrführer und Einsatzleiter Stefan Majohr entschied sofort, zunächst das Nachbargebäude aus allen Rohren zu schützen, wo eine Klempnerei und Firmen für Elektrofahrräder und Stromerzeuger untergebracht sind. Durch die enorme Hitze schmolzen bereits die Kunststofffenster in den Rolltoren und die Außenleuchten.

Bis auf eine waren alle Feuerwehren des Amtes im Einsatz. Die nachfolgenden Wehren wurden zur Brandbekämpfung auf der Vorder- und der Rückseite des Gebäudes eingesetzt. Einen Mercedes Vito konnte die Feuerwehrleute wegziehen. Als Inhaber Gerard Teister eintraf, konnten zwei Transporter vor der Halle weggefahren werden. Zwei weitere waren durch das Feuer beschädigt oder ausgebrannt und mussten von einem Abschlepper weggezogen werden.

Teister stand fassungslos vor den brennenden Trümmern seiner Halle, in der Särge hergestellt, gelagert und veredelt werden. Die dafür erforderlichen Chemikalien befanden sich ebenfalls dort. „Alles ist kaputt. Zum Glück haben Feuerwehrleute noch einige meiner Hasen, Hühner und Gänse gerettet“, sagte Teister. Es stellte sich heraus, dass fast alle Tiere, die der Hobbyzüchter hinter seiner Halle hält, das Feuer überlebt haben. Selbst die Bienenvölker waren gestern Vormittag wieder unterwegs und surrten munter durch die Luft.

Noch in der Nacht wurden die Blechwände der Halle von einem Bagger eingerissen. Nachdem die Feuerwehrleute sich beim ASB mit heißem Kaffee und einer Gulaschsuppe gestärkt hatten, wurden die Schläuche und Geräte abgebaut. Auch von der Firma Lekkerland, auf deren Gelände der ASB seine Verpflegungsstelle errichtet hatte, gab es eine große Tüte Süßigkeiten für die Einsatzkräfte. Ein Feuerwehrmann hatte sich am Fuß verletzt, als er im Einsatz umgeknickt war.

Gegen 11 Uhr, als die letzten Kräfte die Einsatzstelle verließen, traf der Mitarbeiter der Kripo ein, um sich ein Bild zu machen. Da es äußerst kompliziert wird, die Brandursache zu ermitteln, soll ein Spezialist des Landeskriminalamts mit einem dafür ausgebildeten Hund hinzugezogen werden.

Sarghändler Teister hofft, dass die Brandstelle schnellstmöglich wieder freigegeben wird. Bis er allerdings seine Halle wieder aufbauen kann, dürfte noch einige Zeit ins Land ziehen. Die Schadenshöhe schätzt die Polizei auf 900 000 Euro.

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