Das Mädchen aus dem Mittelalter

Magister Gnieselwurz  hat die richtige Zauberformel vergessen und  schickt das  Mädchen aus dem Mittelalter in die Gegenwart.
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Magister Gnieselwurz hat die richtige Zauberformel vergessen und schickt das Mädchen aus dem Mittelalter in die Gegenwart.

"Kikufita" - Kinderkurzfilmtage des Therapietheaters Holstenhof / Eine Reise von damals bis in die Gegenwart

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19. August 2011, 09:12 Uhr

Reinfeld/Barnitz | Raub- ritter mit Lanzen schleichen an der Trave entlang. Plötzlich entdecken sie ein junges Mädchen in Begleitung des Zauberers Gnieselwurz am Uferrand. Beide können in letzter Minute vor den Rittern fliehen. Magister Gnieselwurz spricht ein paar geheimnisvolle Hexenwörter, um das Mädchen schnell nach Hause zu zaubern. Doch seine Zauberformel schlägt fehl. Völlig überrascht taucht das Mädchen pitschnass aus der Trave auf und landet unverhofft in der Gegenwart. Das wiederum versetzt die beiden Jungen, die gerade am Fluss angeln, in Angst und Schrecken. Am Ende helfen sie jedoch dem Mädchen aus dem Mittelalter zurück in ihre Welt.

Das ist in kurzen Worten der Inhalt einer der drei Kurzfilme, die im Rahmen eines außergewöhnlichen Projektes gedreht wurden. Während der "Kikufita", der Kurzfilmtage für Kinder, bearbeiteten drei Gruppen mit jeweils einem Kameramann das Thema "Das Mädchen aus dem Mittelalter". Angeboten wurden das Ferienpass-Projekt vom Therapietheater Holstenhof und dem Handy-Cap-Film-Projekt. Zurzeit finden die Dreharbeiten zum Kurzfilm "Deus vult" mit Laiendarstellern und Bewohnern des Holstenhofes statt.

Warum nicht auch mit Kinder einen Kurzfilm drehen, dachte sich Projektleiter Udo Reichle-Röber. Inspiriert wurde er von der Serie "Catweazle" aus den 70er Jahren, in der ein schrulliger Zauberer aus dem 11. Jahrhundert in die Gegenwart katapultiert wird.

"Wir hatten schon einige Anregungen in petto, aber die brauchten wir gar nicht. Die Kinder setzten alle ihre eigenen Ideen um", freut sich Reichle-Röber über den Einfallsreichtum der jungen Filmschauspieler. "Es hat richtig Spaß gemacht, mit der Kamera umzugehen", erzählt der zehnjährige Tim. Er und sein Bruder Tom (8) meldeten sich sofort als Kameramänner, während die Mädchen gern die Rolle des Mädchens aus dem Mittelalter übernahmen. Dass das Drehbuch ein Bad in der Trave vorsah, störte sie weniger. Mutig stürzten sie sich in die Fluten. "Die Mädchen haben wirklich alles gegeben", lobt der Regisseur.

Während im ersten Kurzfilm die Hauptdarstellerin wieder unversehrt ins Mittelalter zurückkehrt, finden die Erlebnisse des Mädchens im zweiten Kurzfilm nur in ihrer Fantasie statt. Als sie am Morgen erwacht, stellt sie fest, dass alles nur ein Traum war. Drehort war der alte Garten am Treffpunkt Lokfelder Brücke in Barnitz. Ein idealer Ort unter hohen Bäumen mit echt mittelalterlichem Flair. Die jungen Darsteller griffen auch zu so manch einem Trick. "Damit ich nicht wirklich von der Brücke zurück ins Mittelalter springen musste, warfen wir einfach einen Stein ins Wasser und filmten die Kreise", erinnert sich Hauptdarstellerin Sophia (11) aus Benstaben.

Magister Gnieselwurz alias Rainer Ludwig von der Lokfelder Bühne: "Ich war beeindruckend zu erleben,wie viel Spaß die Kinder daran hatten, ihre Ideen vor und hinter der Kamera zu entwickeln." Ob die Kikufita auch im nächsten Jahr stattfinden? "Eigentlich sollte es ja nur ein einmaliges Projekt sein", sagt Reichle-Röber, "Aber bei den guten Ergebnissen werden wir es vielleicht wieder anbieten."

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