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Bürgermeisterwahl Ahrensburg : Das letzte Wortgefecht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das letzte öffentliche Aufeinandertreffen der drei Bürgermeisterkandidaten im Alfred-Rust-Saal.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2015 | 06:00 Uhr

Der Sieger des 7. Aufeinandertreffens der drei Bürgermeisterkandidaten war Moderator Jochen von Allwörden. Eine ganze Reihe Ahrensburger ließ beim Verlassen des Alfred-Rust-Saales verlauten, dass der souverän und zugleich unterhaltsam durch den Abend führende Geschäftsführer des Städtebundes Schleswig-Holstein ihre Sympathien und im Zweifel auch ihre Stimmen gewonnen hätte. „Es ist hier keine Castingshow unter dem Motto Ahrensburg sucht den Superbürgermeister. Daher wird hier auch der Stil gewahrt werden“, hatte von Allwörden gleich zu Beginn deutlich gemacht. Er habe im Vorwege einen „sehr intensiven Wahlkampf“ beobachten können.

Bürgervorsteher Roland Wilde freute sich, dass rund 300 Mitbürger gekommen waren, auch wenn damit 150 Plätze frei blieben. Die Anwesenden würden zeigen, dass sie Interesse an einer direkten Teilhabe an der Demokratie in ihrer Heimatstadt haben. „Gehen Sie wählen und überlassen Sie nicht den Nichtwählern das Feld!“, rief Wilde seine 26  890 wahlberechtigten Mitbürger zum Urnengang am 27. September auf.

In einer ersten Runde konnten sich die Kandidaten zwölf Minuten lang vorstellen. Amtsinhaber Michael Sarach nutzte diese Zeit unter anderem für einen Rückblick auf den Beginn seiner Amtszeit. „Als ich 2010 anfing, fand ich tiefe Gräben vor, ein großes Misstrauen zwischen Lokalpolitik und Verwaltung, veraltete Strukturen und einen ebenso veralteten Flächennutzungsplan“, so Sarach. Er betonte bei der Vorstellung seiner eigenen Person, dass er als ausgebildeter Verwaltungsfachmann als einziger der drei Kandidaten über die professionellen Kompetenzen verfüge, wichtige, anstehende Veränderungen durchzuführen. Er sei motiviert die Herausforderungen anzunehmen. Immer wieder betonte Sarach in seinen Ausführungen das „Wir-Gefühl“ – das immer mehr zum Herzstück seiner Wahlkampagne wird.

Der CDU-Herausforderer, Christian Conring, setzte in seiner Vorstellung auf das Herausstellen seiner Kompetenzen im Finanzbereich. Der studierte Jurist ist seit vielen Jahren in verschiedenen Funktionen für Regional-und Großbanken tätig. Die Wirtschaft liegt ihm besonders am Herzen. „Die Gewerbesteuer ist unter Herrn Sarach eingebrochen. Diesen Trend müssen wir umkehren. Wir benötigen das Geld aus den Gewerbeeinnahmen, um alles andere zu finanzieren“, so Conring.

Zudem, benötige Ahrensburg endlich ein Stadtmarketing und eine Marke, um das Potenzial zu nutzen. Außerdem hob der Christdemokrat sein Faible für das Ehrenamt hervor. „Ob für Studentenverbindungen an der Uni oder als Lokalpolitiker – ich weiß, was ehrenamtliches Engagement bedeutet“, sagte er. Der härteste Angriff gegen ihn wurde aus dem Publikum geführt. Ein Besucher warf ihm vor, dass einer seiner ehemaligen Chefs wegen Veruntreuung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. „Wie sie richtig sagten, wurde er und nicht ich strafrechtlich belangt. Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt bereits an einem anderen Ort“, antwortete ein von der verbalen Attacke aus dem Auditorium entsetzt wirkender Conring.

Der zweite Herausforderer, der Grüne Jörg Hansen, betonte, dass er im Gegensatz zu den anderen beiden Kandidaten „keine politischen Ziele“ verfolgen wolle. Als leitender Angestellter bei einer großen Krankenkasse wisse er, was es bedeute, die Dienstleistung zu optimieren. Bessere Kommunikation, bessere Zusammenarbeit und eine veränderte Atmosphäre zwischen Politik und Verwaltung seien wichtige Ziele. „Die anderen Kandidaten schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Ich sage bei der Kommunikation wurden auf beiden Seiten in der Vergangenheit Fehler gemacht“, so Hansen. Applaus bekam er für seine Zusage für Hilfen im Bereich Flüchtlinge und Bildung.

Das Thema Verwaltung war der wesentliche Streitpunkt, der in allen Themen immer wieder aufflammte. Conring und Hansen sprachen Sarach die Fähigkeit ab, die Verwaltung modern zu führen. Seine „Ausbildung aus dem letzten Jahrhundert“ führe dazu, dass er verwalten, aber nicht aktiv gestalten könne. „Sie beide haben eben keine Ausbildung in dem Bereich und wissen daher in der Tiefe nicht, wie eine Verwaltung funktioniert. Man kann nicht Leute eben mal kündigen oder sie umbesetzten, wie in der freien Wirtschaft. Ich weiß selbst, das Fehler passieren. Man darf eine Verwaltung aber nicht überfordern. Veränderungen gehen nur Schritt für Schritt“, konterte Sarach, der heraushob, dass er sich stets vor seine Mitarbeiter stelle. Eine Aussage, die seine beiden Gegner mit Kopfschütteln und ironischem Grinsen quittierten.

 

 

 

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