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Stormarner Tageblatt

24. September 2017 | 12:36 Uhr

Trenthrost : Das Leben, wie es damals war

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Trenthorster Chronik erzählt aus den letzten 115 Jahren. Viele Dorfbewohner beteiligten sich mit Bildern und Anekdoten.

shz.de von
erstellt am 22.Jun.2015 | 06:15 Uhr

Ohne die Initiative der ehemaligen Lehrerin Ute Schlichting aus Trenthorst wäre die Chronik kaum zustande gekommen. Auf der Beerdigung ihres Mannes Dr. Michael Schlichting, der jahrelang als Diplom-Landwirt in der Forschung im Trenthorster Institut für ökologischen Landbau wirkte, sammelte sie Geld für eine Chronik. Dann geriet die Idee ein wenig in Vergessenheit. Bis sich der Förderverein des Instituts der Realisierung annahm und Dr. Karin Gröwer und Barbara Günther engagierte.

Die beiden Historikerinnen kannten das Gut Trenthorst zwar nicht, arbeiteten sich aber schnell ein. An der Finanzierung beteiligten sich das Thünen-Institut und die Gemeinde Westerau. „Die Geschichte Trenthorsts ist mehr als spannend und sehr wechselhaft“, stellten die Historikerinnen bei einen anderthalbjährigen Recherchen schnell fest.

Das soeben erschienene Buches behandelt die letzten 115 Jahre. In diversen Archiven haben die Historikerinnen Unmengen an alten Fotos gesichtet, aufgearbeitet und digitalisiert. Und sie freuten sich über die Mithilfe der Dorfbewohner: „Viele Trenthorster und Wulmenauer kramten in ihren Kellern und brachten Erstaunliches zu Tage“, sagt Barbara Günther. Schließlich soll die Chronik soll „nicht nur Zahlen übermitteln, sondern auch zeigen, wie das Leben hier damals war.“

Zur Reise durch die Jahrzehnte gehören natürlich auch die Zeitzeugen. Viele alte Trenthorster und Wulmenauer bewiesen ein gutes Gedächtnis und erinnerten sich an Anekdoten aus ihren Kindertagen. Den Menschen der damaligen Zeit etwas näher kommen, war den Historikerinnen wichtig. So finden sich in der knapp 100-seitigen DinA-4-Broschüre nicht nur wissenschaftlich fundierte Fakten, dazwischen mischen sich bunte Berichte aus der damaligen Zeit. Sogar die 93-jährige Enkelin von Friedrich Thörl, der das Herrenhaus 1860 erworben hatte und es zu dem heute noch Ensemble umgestaltete, wie es heute noch dasteht, trug Geschichten aus ihrer Kindheit bei.

Die Ziel, die Chronik sehr lebendig, unterhaltsam und auch für den Laien verständlich zu gestalten, ist den Historikerinnen gelungen. Erst schien die Materialsuche schwierig, doch dann bekamen die engagierten Frauen mehr als genug Fotos und Schriftstücke zusammen. Durch einen Zufall fand Barbara Günther sogar in einem Freiburger Militärarchiv Unterlagen zu Trenthorst. Aber vor allem das Fotoalbum von Philipp F. Reemtsma, nach dem Oldesloer Magarinefabrikanten Friedrich Bölck der zweite industriellen Besitzer des Gutes, gab viel her. Dass die in seiner Zeit entstanden Räume – der blaue, grüne und gelbe Salon – heute wiederhergestellt sind, sei auch dem Förderverein zu verdanken, so Gröwer.

 

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