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Stormarner Wochenschau : Das kommt zurück wie ein Flummi

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Straßenreinigung, Parkhaussanierung und Flummis – Geschichten aus dem „geschichtslosen Durchgangsland“

Verstaubt

Einwohnerversammlung zum Thema Straßenreinigung, das war vor ein paar Jahren ein heißer Feger, und wirbelte viel Staub auf. Aber diesmal ... naja, mit mau ist die Resonanz noch übertrieben beschrieben. Selbst von den paar Leuten, die trotz des Sturms den Weg in die Festhalle gefunden hatten, kam keine wirklich substanzielle Kritik. Ein Beispiel? Manfred Fischer regte sich über die jährliche Grundreinigung auf. Da sei ein lautes, veraltetes Gefährt eines Hamburger Unternehmens mit Winsener Kennzeichen gekommen. Eine weitere Anreise wäre wohl nicht möglich. Die Oldesloer Firma Scheppke hätte doch bestimmt ein genau so altes Gefährt gehabt, ganz zu schweigen von Hako, die sicher mit modernstem Gerät hätten aufwarten können. Warum kommen heimische Unternehmen nicht zum Zuge? Seinem Unmut hatte er zuvor schon bei Verwaltung und Presse Luft gemacht. Kämmerin Mandy Treetzen hatte Antworten parat. Die Straßenreinigung war europaweit ausgeschrieben worden – selbstverständlich hätte sich daran auch Hako beteiligen können. Den Zuschlag habe der günstigste Anbieter bekommen: Scheppke aus Bad Oldesloe. Denen war nun aber just zur anstehenden Grundreinigung die Kehrmaschine kaputt gegangen. Über einen Maschinenverbund wurde ein identischer Ersatz besorgt – zum Glück für die Stadt, denn sonst hätte die Grundreinigung verschoben werden müssen.

Blitzmerker

Das kommt ja überraschend: Montag beginnt die Sanierung des Parkhauses Alter Lokschuppen am Ahrensburger Bahnhof. Monatelang hatten Stadt und Politik Zeit, sich Alternativen für Pendler auszudenken. Nicht einfach in einer Stadt, in der Parkraum ohnehin knapp ist, aber zu irgendeinem Ergebnis hätte man kommen können. Die Verwaltung ist immer noch auf der Suche nach Ausweichflächen. Über die Feststellung, dass das ja auch rechtlich kompliziert wäre, kommt man nicht hinaus. Die Politik hätte nicht mal handeln, sondern nur denken müssen. Hat aber auch nicht geklappt. Wegen „Beratungsbedarf“ hat jetzt auch der Bauausschuss die Entscheidung vertagt, ob man die Pendler während der Bauphase kostenlos An der Reitbahn parken lässt. Es ist ja gute politische Tradition, Dinge nicht übers Knie zu brechen, sondern allen Fraktionen die Möglichkeit zu geben, Themen erst intern zu diskutieren. Nur: Dazu war mehr Zeit als genug! Wer jetzt noch behauptet, sich erst eine Meinung bilden zu müssen, nimmt weder die Tradition noch die Bürger ernst.

Geschwiegen

Nein, das wollte er nicht sagen. Dass Stormarn „ein geschichtsloses Durchgangsland“ ist, wäre dem Kreispräsidenten nie über die Lippen und erst recht nicht in den Sinn gekommen. Die Zeile hatte ihm die Verwaltung in die Laudatio für Helmuth Peets geschrieben. Gut gemeint vermutlich, weil er dem „geschichtslosen Durchgangsland“ ein Gesicht gegeben habe. Aber gut gemeint ist eben oft das Gegenteil von gut gemacht. Die Zeile wurde wieder gestrichen, aber geschichtslos hat sich Stormarn trotzdem verhalten. Zeitungen und Fernsehen sind dieser Tage voll mit Otto von Bismarck, der vor 200 Jahren geboren wurde. Aumühle liegt nicht nur kurz hinter der Kreisgrenze, der Reichskanzler war auch mal Mitglied des Stormarner Kreistags. Hat man oder wollte man das vergessen?

Kirche am Ball

Das ist doch mal eine runde Sache: Die Ev. Kirchengemeinde Bargteheide möchte ein virtuelles Familienzentrum umsetzen und lässt dafür Flummis sprechen. 5000 Stück, um genau zu sein. Mit den bunten Hüpf- oder Springbällen können Stormarner darüber abstimmen, was Familien benötigen. Das kann der Behördenlotse sein, die Schuldnerberatung oder das Sport-, Tanz- und Bewegungsangebot. Die Flummis landen in Röhren, die an sechs kleinen Holzhäuschen angebracht sind. Dieses „Wahl-Barometer“ ist eine urige Idee und könnte ruhig bei Landtags- oder Bundestagswahlen Schule machen. Spiel und Spaß statt eintöniges Kreuzemachen. Ein Wahlmodus, das womöglich wieder mehr Wähler hinterm Ofen hervorlocken würde. Außer es wird so praktiziert, wie es sich unser Karikaturist Götz Wiedenroth ausgedacht hat.
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