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Stormarner Tageblatt

21. August 2017 | 06:58 Uhr

Bad Oldesloe : Das Kino als Lernort

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die landesweite Schulkino-Woche ist jetzt in Oldesloe offiziell eröffnet worden. 65 000 Schüler tauschen in den kommenden Tagen Klasse mit Filmsaal

Das Oldesloer Oho-Kino war gestern der Nabel der Cineasten-Welt – zumindest ein bisschen, denn dort wurde die landesweite Schulkino-Woche eröffnet. Offiziell geht es dann Montag für alle los.

Die Schulkino-Wochen sind ein Erfolgsprojekt. 2002 ging es los. 11 000 Schüler konnten damals landesweit in die Kinos gelockt werden. In diesem Jahr wird ein neuer Anmelderekord er
zielt: 63 000 Schüler und Lehrer werden bei 650 Vorführungen erwartet. 43 Kinos in 36 Städten beteiligen sich.

„Anfangs musste ich die Kinos noch überzeugen, mitzumachen“, erzählt Projektleiterin Kirsten Geißelbrecht. Inzwischen müssen sie nur noch kurz fragen: „Seid ihr wieder dabei?“, und bekomme dann in der Regel auch die Antwort: „Klar machen wir wieder mit.“

In Oldesloe hat es die Schulkino-
Woche nicht einfach. „Es ist unheimlich schwierig“, sagt Kinobetreiber Heinz Wittern. Deshalb versucht er, die Filme mit anderen Angeboten zu kombinieren. Zum Beispiel hatte er schon einen Vertreter der FSK zu Gast, der mit den Zuschauern diskutierte, wie die Altersbeschränkungen zustande kommen. Auch heiße Themen werden dabei nicht ausgespart. In dieses Jahr wird der Film „Kriegerin“ gezeigt, in dem es um eine junge Frau geht, die sich mit Gewalt Respekt in der rechtsextremen Szene verschafft. Mitglieder des regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus diskutieren anschließend mit den Jugendlichen über das Gesehene.

Seit der Umstellung auf Digitaltechnik ist es etwas leichter geworden, geeignete Filme zu zeigen, und Kinochef Wittern ist grundsätzlich bereit, alles möglich zu machen –in gewissen Grenzen. „Wir können nicht nur für zehn Leute einen Film zeigen“, stellt er klar. Für die Schulkino-Woche steht ein Fundus von rund 200 Filmen zur Verfügung. Projektleiterin Kirsten Geißelbrecht hat daraus etwa 90 ausgewählt und Programm für die Kinos geschnürt. Heinz Wittern ist mit der Vorauswahl zufrieden: „Die Vorschläge sind meistens Klasse.“

Manfred Lauck vom Kieler Bildungsministerium erläuterte in seiner Rede, warum die Regierung die Schulkino-Woche unterstütze. „Auch das Kino kann ein Lernort sein“, sagte er im vollbesetzten Saal: „Viel entspannter als Mathe oder Latein. Ein Film eröffnet Einblicke, zieht in den Bann, ist eine eigene Kunstform. Es geht um Analyse – das ist Bildung. Deshalb gönnen wir euch die Abwechslung.“ Zum Auftakt wurde ein ganz besonderer Streifen gezeigt: „For No Eyes Only“. Weil sein Bein geschient ist, hockt Sam zu Hause. Der Computer-Nerd beginnt damit sich in die Rechner seiner Mitschüler zu hacken und sie über die Webcam auszuspionieren. Dabei wird er Zeuge, wie Aaron ein Messer verschwinden lässt. Als dann auch noch dessen Eltern verschwinden, ahnt er, einem Verbrechen auf der Spur zu sein. Die No-Budget-Produktion nimmt Anleihen beim legendären „Fenster zum Hof“ von Alfred Hitchcock. Den Film haben Regisseur Tali Barde und Kameramann Louis Bürk realisiert. Mit Lego und Knetanimationen haben sie ihre ersten Filmerfahrungen in einer selbstgegründeten Schul-AG gesammelt. Mit einem Kurzfilm gewannen die Schüler 1000 Euro. Die, so erzählten sie den Zuschauern, waren der Grundstock für „For No Eyes Only“ mit dem sie auf verschiedenen Festivals Erfolge feiern. Jetzt kommt der Jugendthriller auch in die Kinos.

 

 

 

In der Schulkino-Woche werden bis 28. November, sechs Filme in bislang 14 Vorstellungen im Oho-Kinocenter gezeigt. Auch das Bargteheider Cinema Paradiso macht bei der Schulkino-Woche mit.

 

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 22.Nov.2014 | 06:00 Uhr

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