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Stormarner Tageblatt

19. August 2017 | 04:13 Uhr

Stormarner Wochenschau : Das kannst knicken

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Was hatte die Woche alles zu bieten? Vieles, von der Faltschranke, die wie eine Girlande aussieht, über steigende Preise für Anlieger wegen hoher Kosten bei der Kampfmittelsondierung

Hoch und runter

Für einen Laien, der die Bahn maximal als Kunde kennt, grenzt es an eine Posse: Da schlägt der Blitz in das Häuschen am Bahnübergang ein, zerstört die Technik und die Schranke funktioniert nicht mehr. Pech, kann passieren. Für solche Fälle hat die Bahn Streckensicherungsposten. Das funktioniert reibungslos. So reibungslos, dass die da nun schon seit weit mehr als einem Jahr bei Wind und Wetter, 24 Stunden am Tag stehen. Alle paar Minuten ziehen sie ihr rot-weißes Flatterband über die Straße und lassen einen Zug passieren. Ups, was ist mir denn da rausgerutscht? „Girlande, hören wir gar nicht gerne“, stellt Sabine Brunkhorst, Sprecherin der Bahn, klar: „Die ist eine ‚Faltschranke‘!“ Weißt du Bescheid? Faltschranke! Macht ja was her, klingt wie Hightech, aber man muss nicht mal sonderlich genau hinschauen, um erkennen zu können: Es ist doch nur Tüdelband.

Wenn mal wieder eine Klimaanlage ausfällt, werden demnächst bestimmt Faltkühlungen verteilt – Pappen für die Fensterscheibe, dass keine Sonnenhitze rein kommt, oder Fächer. Das Dach des Oldesloer Bahnhofs wird von zusätzlichen Stützen getragen ... da gibt es bestimmt auch demnächst eine Falt-Lösung. Wir erinnern uns an den Haltepunkt Gartenholz. Da wurde bestimmt auch jemand gefaltet, weil es mit der Genehmigung lange Zeit nicht klappte. Und unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat im Bahnlager noch ganz andere Sachen gefunden.

In Rümpel wurde die Faltschranke jetzt durch eine mobile Halbschranke ersetzt. Auch nur ein Provisorium. Aber mit den ganzen Kästen und Kabeln sieht es schon eher nach vertrauenserweckender Technik aus.

 

Zahlemann

Der Oldesloer Drosselweg soll saniert werden. Ein kleines Sträßchen in der Vogelsiedlung. Reine Anliegerstraße – da kommt auf die Bewohner finanziell was zu. Als die jetzt hörten, dass die Ausschreibung deutlich höhere Kosten ergeben habe, als ursprünglich kalkuliert, kamen sie auf die grandiose Überlegung, die Arbeiten so lange aufzuschieben, bis die Konjunktur abflaut und die Preise sinken. Klasse Idee – in der Theorie. Hand aufs Herz, wann ist denn mal was billiger geworden? Die Preise gehen doch immer nur nach oben. Zumindest gefühlt. In der Praxis wäre es schwierig geworden, aus der Ausschreibung raus zu kommen. So ein Verfahren ist nämlich ausdrücklich nicht zur Preisermittlung zugelassen. Aufträge müssen vergeben werden. Es sei denn, der Preis wäre unzumutbar hoch gestiegen. In Oldesloe machten schnell „30 Prozent mehr“ die Runde. Nur stimmt das leider nicht. Das ausgeschriebene Gesamtpaket ist nämlich sogar günstiger geworden. Die Stadtwerke profitieren davon. Bei Teilarbeiten, die zu Lasten der Stadt gehen, wurde es allerdings teurer – ein sattes Plus von 54 000 Euro. Klar rechnen da die Anlieger, wie hoch dann ihr Anteil ausfällt.

Einer der extremen Preistreiber soll die Kampfmittelsondierung sein. Es gäbe halt nur eine Firma, die das könne, und die habe gut zu tun. Offensichtlich nehmen sie ihren Job ernst: Sie haben 160 verdächtige Stellen ausgemacht (was aber wohl keine Auswirkungen auf den Preis haben kann). Nachkriegsschrott oder tatsächlich Blindgänger? Das wird sich demnächst zeigen.

Man kann jetzt lamentieren und das alles für ungerecht halten – geschenkt. Die Diskussionen werden in jeder Straße aufs Neue geführt. Altbekannte Leier. Was aber wirklich ärgerlich ist, ist die Tatsache, dass die Betroffenen mal wieder erst informiert werden, wenn alles durch ist. Die angeblich teuren Posten wie Bombensuche und Zustandserfassung sind längst erledigt, Politik hat im Nachgang die Gelder bewilligt … „ach ja, die Anlieger sollten wir vielleicht auch noch mal informieren“. Vielleicht muss man ganz nüchtern konstatieren: Da gibt’s ohnehin keinen Spielraum. Das wird so gemacht. Punkt. Aus.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 31.Mai.2014 | 08:00 Uhr

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