zur Navigation springen

Stormarner Wochenschau : Das kann ja noch nett werden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bobachtungen und Erfahrungen, die nachdenklich stimmen – oder?

von
erstellt am 16.Jun.2017 | 17:08 Uhr

Indian Summer:

 Wer nichts hat, hat zumindest sich selbst. Und daraus lässt sich ja auch was machen, hat sich wohl Stormarns Tourismusmanagerin Rabea Stahl gedacht und „Die Funkelstunde“ erfunden. Sonnenuntergänge gibt es überall auf der Welt, aber das „Feuerwerk an Farben“ kommt nirgends so schön rüber wie hier, lautet die gemeinsame Botschaft aus Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg. Ob die touristische Großoffensive einfach romantisch oder einfach nur kitschig ist, mag jeder selbst entscheiden. Ein Alleinstellungsmerkmal sind Sonnenuntergänge nicht. Aber zum Matjes-Essen muss ja auch niemand nach Büsum, und Kohl wächst nicht nur in Dithmarschen. Also darf man mit der Grünen Brücke in Oldesloe, dem Großen- und Lütjensee, der Wassermühle Trittau, den Schlössern Ahrensburg, und Reinbek oder dem Reinfelder Herrenteich „Funkelplätze“ erfinden, wo der Sonnuntergang noch mit Funkel-Cocktail oder Funkelmenü aufgewertet werden kann. Obwohl den meisten und auch unserer Karikaturistin beim Herrenteich eher Matthas Claudius eingefallen wäre. Der ahnte natürlich nichts von Tourismus des 21. Jahrhunderts. Aber ist sein Abendlied nicht eine Steilvorlage für die nächste Kampagne? Wenn die Sonne weg ist, geht schließlich der Mond auf. Das muss sich doch was mit Alleinstellungsmerkmal draus machen lassen.

 

Freiwillig:

Und wieder eine weniger. Nach der Freiwilligen Feuerwehr Barkhorst wird sich auf die Ortswehr Ahrensfelde in Westerau auflösen. Ein Ortswehrführer für gab es schon länger nicht mehr, und die Wehr zählte nur noch 13 Einsatzkräfte. und die Perspektive auf neue Mitglieder ist in dem kleinen Ort eher schlecht. Die Feuerwehr zählt nur noch 13 Einsatzkräfte. Die werden den blauen Rock aber nicht ablegen, sondern geschlossen zur Orstwehr Trenthorst/Wulmenau übertreten. Die hätte mit zwölf Aktiven sonst ebenfalls vor der Auflösung, weil die Mindestgröße unterschritten ist. Als Omen für einen Zerfall des freiwilligen Feuerwehrwesens muss man das sicher nicht nehmen. Wo früher drei Dörfer mit drei Wehren waren, ist jetzt eine Gemeinde. Und mit Handkarren rückt auch niemand mehr aus, auch auf dem Dorf muss es ein Tanklöschfahrzeug sein. Insofern würde auch eine Wehr für einer Gemeinde mit mehreren Ortsteilen reichen. Ein Luxusproblem ist das aber ebenfalls nicht, denn auch deutlich größere Ortswehren haben tagsüber Probleme mit der Einsatzstärke. Die Arbeit ist eben nicht mehr um die Ecke auf dem Dorf, sondern meistens in Stadt. Und nicht unbedingt in der nächsten oder übernächsten.

 

Nett:

Wird das ein Wettrennen? Bargteheide möchte die erste „nette Toilette“-Stadt in Stormarn werden. Aber Ahrensburg hat bereits zum Überholen angesetzt. Auch wenn von 40 befragten Gastronomen nur acht antworteten und nur die Hälfte positiv, soll das Projekt weiterverfolgt werden. Die nette Idee ist simpel: Geschäfte und Lokale, die Passanten ermöglichen, ihre Toilette zu benutzen, signalisieren das mit dem Aufkleber „nette Toilette“. Für den zusätzlichen Reinigungsaufwand erhalten sie von der Stadt eine Entschädigung. Das ist allemal billiger als öffentliche Toiletten, vor allem in Ahrensburg, das mit seinem Luxusklo am Rathausplatz bundesweit bekannt wurde. Und dem Kämmerer ist es schließlich auch ein Bedürfnis, Geld zu sparen.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen