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Stormarner Tageblatt

20. August 2017 | 11:57 Uhr

Das Jahr 2015 im Amt Bad Oldesloe-Land

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Steinburger Politkrach / Vereinsdilemma Meddewade / Formfehler in Lasbek und Travenbrück / Pölitzer „Kahlschlag“ / Schranken in Rümpel / Abschied in Rethwisch

Es war ganz schön was los im Jahr 2015 in den Landgemeinden rund um die Kreisstadt: Politischer Erdrutsch in Steinburg, Streit um den Abwasserpreis im Pölitzer Ortsteil Schmachthagen, neue Frauenpower in Meddewade, suche nach Wohnraum für Flüchtlinge in allen Gemeinden, tödlicher Bahnunfall in Rümpel, Sturmtief Zoran fällte 100 Bäume einer Allee zwischen Lasbek und Pölitz, in Rethwisch nahm die Pastorin Abschied und natürlich gab es wieder viele Feste und Feiern.

In Steinburg hat es politisch ganz gewaltig gekracht. Drei Gemeindevertreter der ABiS-Fraktion um Bürgermeisterin Heidi Hack schlossen sich der CDU-Fraktion an. Jürgen Laufer, Dr. Katrin Witt und Hans-Werner Witt waren mit der Politik der ABiS nicht mehr einverstanden. Sie wollten mehr erreichen und sehen das jetzt, durch die Schaffung der absoluten Mehrheit der CDU in der Gemeindevertretung, für machbar. Auch der FDP-Vertreter im Gemeinderat, Christian Gerber, wechselte in die CDU-Fraktion, die dadurch jetzt zehn der 17 Sitze im Gemeinderat hat. Bürgermeisterin Heidi Hack blieb aber in Amt und Würden. Ein Abwahlantrag wurde seitens der CDU nicht gestellt.

Geredet wurde in Steinburg auch viel. Dummerweise auch aus nichtöffentlichen Sitzungen und vertraulichen Dokumenten. Zu Rechenschaft wurde dafür bisher noch keiner der Kommunalpolitiker gezogen.

Mit weiblicher Power geht es in Meddewade bei zwei Vereinen in die kommenden Jahre, denn an der Spitze des Vereins Alte Schule Meddewade und des Sportvereins stehen jetzt Frauen. Der Weg bis dahin war allerdings sehr beschwerlich. Erst in letzter Sekunde fanden sich Kandidatinnen, die die Verantwortung übernehmen wollten, sonst hätten der SV Meddewade und der Verein Alte Schule Meddewade ohne Vorstände da gestanden. Beim Förderverein haben jetzt Angelika Brüggen und Martina Desens das Zepter in der Hand. Sie können sich aber jederzeit beim langjährigen Vorsitzenden Jürgen Voß Unterstützung holen. Beim Sportverein geben Mitja Meier und Patricia Jack den Ton an. Die beiden aktiven Fußballerinnen im Alter von 21 und 23 Jahren lösten an der Vereinsspitze Tanja Wegner (29) ab, die den Verein seit 2014 kommissarisch geführt hat. Hätte der Verein keinen neuen Vorstand gefunden, wäre ein Zwangsvorstand eingesetzt worden.

In Lasbek mussten die Kommunalpolitiker wegen eines Formfehlers bei der Veröffentlichung von Plänen nachsitzen. Der Fehler wurde allerdings vom Amt Bad Oldesloe-Land begangen und in Kiel bemerkt, wo folglich die Zustimmung zu den Plänen verweigert wurde. Betroffen waren die Pläne für die Baugebiete auf dem ehemaligen Bressler-Gelände und die Bebauung zwischen Schulstraße und Lehmskuhlenweg. In der öffentlichen Bekanntmachung stand, dass die Stellungnahmen von den Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange mit umweltrelevanten Informationen verfügbar sind und ausliegen. Das reicht nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nicht mehr aus. Es müssen alle umweltbezogenen Unterlagen namentlich benannt werden und wer wann welche umweltrelevante Stellungnahme abgegeben hat. Bereits zuvor gab es eine Extra-Runde für den Bebauungsplan für den Bereich zwischen Schulstraße und Lehmskuhlenweg. Gemeindevertreterin Erika Witten nahm zwar an der entscheidenden Abstimmung nicht teil, aber sie war im Saal anwesend. Das hätte bei der Beratung und Entscheidung nicht sein dürfen. Sie hätte vor der Tür warten müssen.

Auch in Travenbrück war die Gemeinde vom Formfehler bei der Veröffentlichung betroffen, und die Kommunalpolitiker mussten bei der Planung eine Ehrenrunde drehen. In Sachen Stromautobahn gab es in der Gemeinde wenig Diskussionsbedarf. Die geplante 360 KV-Trasse der Ostseeküstenleitung läuft durch das Travetal, dort wo sich jetzt bereits die 220 KV-Leitung befindet. Betroffen davon sind lediglich zwei Anlieger und die haben die Zusage bekommen, dass die Leitung so weit wie möglich von ihren Häusern entfernt gebaut werden soll. Vorangetrieben wurden in Travenbrück die Planungen zum Teilabriss und Neubau der Alten Schule in Tralau. Dafür wurde ein Arbeitskreis gegründet, der sich mit dem Thema befasst. In Sühlen wurde Jürgen Teege von seinen Feuerwehrkameraden erneut zum Ortswehrführer gewählt.

In Pölitz war im Mai die Allee zwischen Krummbek und Schmachthagen keine Allee mehr. Sturmtief Zoran fällte und beschädigte entlang der Landesstraße 78 rund 100 Bäume. Sie waren alle nicht mehr zu retten. Durch das Umstürzen der Bäume wurde auch die Straße arg in Mitleidenschaft gezogen und musste voll gesperrt werden. Es dauerte Wochen, bis die Schäden in einer Sparversion repariert waren. Dabei hatten die an der L 88 anliegenden Gemeinden wegen der maroden Straße eine Vollsanierung gefordert. Auch ein weiteres Thema betraf Schmachthagen. Dort befindet sich eine kleine Kläranlage, deren Kosten aus dem Ruder laufen. Die Kosten für das Abwasser sollten deshalb auf 6,42 Euro je Kubikmeter steigen. Im Vergleich dazu müssen die Bürger aus dem Ortsteil Pölitz nur 2,31 Euro je Kubikmeter bezahlen. Die Proteste der Schmachthagener hatten Erfolg. Sie wurden zwar nicht mit Pölitz gleich gestellt, aber immerhin kam am Ende nur ein Preis von 4,13 Euro je Kubikmeter und eine Grundgebühr von 9,50 Euro monatlich heraus. Von der Biogasanlage in Pölitz profitieren jetzt auch die Stadtwerke Bad Oldesloe. Die Anlage liefert nun über eine Leitung in der Landesstraße 90 Fernwärme in die Kreisstadt.

In Rethwisch steht die Christuskirche seit Ende August ohne festen Pastor da. Nach zehn Jahren verließ Eva Rincke die Kirchengemeinde, um als Referentin der Kirchenführung der Nordkirche in Kiel zu arbeiten. Politische Themen waren der Ausbau des Kellers in der Kita und der letzte Abschnitt des Neubaugebietes an der Bundesstraße 208. In der Kindertagesstätte sollen rund 120 Quadratmeter des Kellers so ausgebaut werden, dass dort quasi eine kleine Sporthalle für die Jungen und Mädchen der Kita entsteht. In Sachen Neubaugebiet mussten die Kommunalpolitiker ein kleines Planungsmalheur aus dem Weg räumen. Bei der Planung des Mischgebietes wurde nicht daran gedacht, für gewerbliche Bauten auch Flachdächer zuzulassen. Der Bebauungsplan wurde entsprechend geändert.

Die Schrankenanlage in Rümpel, beim Bahnübergang im Ortsteil Rohlfshagen an der Strecke Hamburg-Lübeck, war auch noch in diesem Jahr Thema. Am 19. April 2013 war dort ein Blitz in die Technik des Bahnübergangs eingeschlagen und hatte alles irreparabel zerstört. Es dauerte fast zwei Jahre, bis die Schranke nach der Sanierung im Februar 2015 wieder in Betrieb genommen wurde. Zwischenzeitlich wurde die extra aufgebaut Schranke von Sicherheitsposten per Hand bedient. Trotzdem kam es im November 2014 zu einem tödlichen Unfall, als das Auto einer Frau von einem Zug erfasst wurde.

Politisch trieb die Gemeinde die Bauleitplanung voran und musste sich mal wieder mit dem Thema Rosskastanien befassen. In Höltenklinken mussten zahlreiche der Kastanien gefällt werden und es werden voraussichtlich noch weitere Bäume der Motorsäge zum Opfer fallen.

In Grabau gab es in der Hoherdammer Mühle, dort wo vom Amt Bad Oldesloe-Land Obdachlose Asylbewerber und Flüchtlinge untergebracht sind, gleich zu Beginn des Jahres einen Zwischenfall, der bis heute nicht aufgeklärt werden konnte. Unbekannte zündeten in dem Gebäude Rauchbomben. Ob es sich dabei um einen fremdenfeindlichen Anschlag oder einen üblen Scherz gehandelt hat, konnte nicht herausgefunden werden. Glücklicher Weise kam keiner der Bewohner zu Schaden. Gefeiert wurden in Grabau natürlich auch wieder das Maibaum- und Backfest und das Einsingen der Adventszeit auf dem Dorfplatz.

Neritz, die kleinste Gemeinde im Amt Bad Oldesloe-Land, machte in diesem Jahr kaum von sich reden. Hier ging, nach einigen etwas unruhigen Jahren durch Dinge wie Kirchturmbau oder die Frage Wasserversorgung durch die Stadtwerke Oldesloe oder lieber weiterhin eigene Brunnen, alles wieder in den gewohnten Bahnen. Zudem können die Neritzer dank Breitbandversorgung durch die VS Media jetzt mit Highspeed durch das World Wide Web surfen und zahlreiche Multimediaangebote genießen.

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