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Bad Oldesloe macht Theater : „Das ist wirklich eine besondere Requisite“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Bildungszentrum der Stormarner Werkstätten unterstützt Oldesloer Theatermacher im Endspurt für „1848 - Freiheit für Bad Oldesloe“.

Am 15. Mai soll alles stehen – dann geht im „Kulturhof“ des Bürgerhauses in Bad Oldesloe die Premiere von „1848 - Freiheit für Bad Oldesloe“ über die Bühne. Es bleibt also nur noch knapp ein Monat für das Team von „Bad Oldesloe mach Theater“, um den Feinschliff an die neueste Produktion anzulegen.

Das gilt natürlich nicht nur für die Proben, die aktuell auf Hochtouren laufen, sondern auch für die optische Gestaltung. Volkhard Schulz ist Chef des Bühnenbaus und der Requisite und als er sich mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sah, half ihm der Tipp einer Freundin. Die sagte, dass Schulz doch einfach Mal beim Bildungszentrum der Stormarner Werkstätten nachfragen könne, ob die dort Beschäftigten nicht Lust hätten, das Theaterprojekt zu unterstützen. „Damit habe ich quasi offene Türen eingerannt“, sagt Schulz.

Arne Laß, Teamleiter im Bildungszentrum am Sandkamp, machte sich mit mehreren Jugendlichen direkt an die Arbeit. Eine große Vitrine wurde bei Ebay ersteigert und frisch aufgearbeitet. „Wir konnten den Preis von 45 auf 25 Euro drücken, als wir erwähnten, was wir mit dem Möbelstück vorhaben“, erklärt Schulz.

Und dabei kam viel mehr raus, als einfach nur eine sanierte und aufgehübschte Vitrine. Denn das Möbel ist zu einem besonderen Bestandteil der Requisite worden. Je nach Blickwinkel verwandelt sich die Vitrine in einen Archivschrank oder eine Tür. „Wir haben da rund 100 Stunden dran gearbeitet“, erkärt Pierre Wilke (22), einer der insgesamt fünf Jugendlichen, die an dem Projekt beteiligt waren. „Es ist alles Handarbeit, wir verfügen über keine richtige Tischlerei mit Maschinen, daher wurde alles von den Beteiligten manuell gefertigt“, erklärt Laß.

„Ich bin total begeistert von dieser Zusammenarbeit. Und von meiner Seite aus können wir das das nächste Mal so fortsetzen. Schon in diesem Jahr wären mir noch Dinge eingefallen. Dieses Potenzial hatten wir vorher gar nicht auf dem Schirm“, sagt Schulz. Manches Mal habe man als Bühnenbauer Ideen, die eigentlich umsetzbar klingen, sich dann aber als komplizierter als gedacht erweisen. Da sei dann kompetente Hilfe gefragt – und die passenden Ersatzteile. Er habe das Glück, dass seine Schwiegereltern einen Bauernhof besitzen und Landwirte würden halt nicht dazu neigen, Dinge wegzuwerfen, die noch mal praktisch sein könnten. „Das ist eine echte Fundgrube“, so Schulz

Und so fand er im Stall eine Tür, die von den Werkstätten abgeschliffen wurde und nun als Eingang zur Druckerei in den Aufführungen in die drehbare Requisite eingebaut wurde. „Wie das alles dann vor Ort aussieht und funktioniert, das weiß ich selbst noch nicht. Ich hoffe, dass wir den richtigen Platz finden“, so Schulz. Die fleißigen Helfer aus den Werkstätten seien natürlich zur Sponsorenvorführung herzlich eingeladen. „Das ist Ehrensache und gar keine Frage“, so Ilona Rehme, Sprecherin von BadOMat. „Ich freue mich sehr über diese neue Kooperation und finde es bemerkenswert, was daraus in kurzer Zeit entstanden ist.“

 

 

>Die Premiere des Stücks ist am Freitag, 15. Mai, um 19.30. Es folgen bis zum 24. Mai acht weitere Aufführungen. Eintrittskarten gibt es im Ticketcenter beim Stormarner Tageblatt an der Mühlenstraße 21 für 17 Euro. Kinder zahlen 14 Euro.

 

 

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erstellt am 11.Apr.2015 | 06:00 Uhr

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