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Stormarner Wochenschau : Das ist ja alles so wandelbar

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das einzig Stetige ist der Wandel: Das gilt für die MVA Stapelfeld ebenso wie für die Kirchengemeinde Ahrensburg oder das Rohrbogenwerk.

von
erstellt am 06.Apr.2014 | 04:30 Uhr

Immer anders

In den 90er Jahren gab es viel Müll und immer weniger Deponien. Da waren Kommunen und Kreis froh, dass sie den Abfall sicher und dauerhaft los werden konnten. Also wurden nicht nur langfristige Verträge mit der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld geschlossen, auch beim Preis schaute man nicht auf die Mark. 20 Jahre später ist es genau anders. Vier MVAs gibt es im Großraum Hamburg, der Müll aus der Region reicht kaum noch für zwei. Trotzdem bleibt der Ofen in der MVA Stapelfeld erstmal an. Die Anlage hat die Ausschreibung der AWSH für den Restabfall aus Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg gewonnen. Das sind nur noch 70 000 Tonnen, gerade man ein Fünftel der Kapazität. Die Hamburger Aufträge wird Stapelfeld wohl nicht wieder bekommen, bei kommunalen Ausschreibungen und auf dem freien Markt für Gewerbemüll dürften die Stapelfelder aber gute Chancen haben. Die Öfen sind 35 Jahre alt und längst abgeschrieben. Groß investieren muss man auch nicht mehr. Ein paar Jahre lassen sich noch Geschäfte mit England und Skandinavien machen, dann stehen auch dort Verbrennungsanlagen. Das dürften die Investoren von EQT im Sinn gehabt haben, als sie letztes Jahr mit 51 Prozent bei den MVAs in Deutschland einstiegen. Wenn sie wieder aussteigen, dürfte das Schicksal der MVA Stapelfeld endgültig besiegelt sein. Bis dahin können sich die Stormarner aber erstmal über sinkende Müllgebühren freuen. Und außerdem: Wer weiß schon, was in sich acht oder zehn Jahren schon wieder alles gewandelt hat.

 

Alles anders

Wie schnell aus Gegnern Freunde werden können, hat sich gerade auch in Ahrensburg gezeigt. Wenige Woche nach dem „Mauerbau“ haben sich die Ausgeschlossenen und die Kirchengemeinde geeignet. Die Johanneskirche wird Ostern wieder geöffnet, der Verein trägt die Unterhaltskosten , und natürlich kommt der Zaun weg. Nun kommt es darauf an, den Schwung und die Energie aus dem Protest gegen die Schließung umzuwandeln ein stetiges Engagement. Denn ohne den persönlichen Einsatz vieler, wird die alternative Kirche nicht funktionieren. Es ist aber auch eine Chance für die gebeutelte Ahrensburger Kirchengemeinde, zu neuer Einheit und Stärke zu finden.

 

Oder anders

Ja, es gibt Potenzial für ein Kino in Ahrensburg. Ja, Kultur- und Eventangebote könnten funktionieren. Ja, aus der alten Halle des Rohrbogenwerks könnte eine interessante Location werden. Das schreibt der Gutachter in Modul 1 seiner Machbarkeitsstudie. Klingt nicht schlecht, aber Kino-Pläne wurden schon mehrfach begraben, und die Halle ist nicht mehr als ein profaner Industrie-Zweckbau, der seinen Charme aus dem Verfall zieht. Da wird wohl noch das eine oder andere Gutachten hermüssen.
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